leilani1801
Gast
Zitat von Windywillow:Grade überwiegt das Gefühl, dass ich ihn wieder "haben" will
Ich weiß nicht.
Wahrscheinlich bin ich grade einsam und würde jedes Zugeständnis machen. Ihn so nehmen wie er ist, akzeptieren, WIE er ist..alles. Weil doch wahre Liebe heißt, den Anderen so zu nehmen wie er ist, nicht?
Das ist Blödsinn, ich weiß, wenn man über einen Mann redet, der einen 2 Jahre lang dreckig betrogen hat.
Aber mein Herz sagt: das ist mein Mann. Und meine Angst suggeriert mir, das ich das aushalten kann: die Unsicherheit, das Misstrauen usw.
Klar gehört zur Liebe dazu, dass man den anderen so nimmt wie er ist. Aber Fremdgehen zu akzeptieren, wenn man selbst monogam veranlagt ist, ist übelst hart.
Wenn überhaupt - denke ich - klappt das nur wenn man eine offene Beziehung vereinbart und auch das gelingt in der Regel nur dann wenn offen kommuniziert wird und es klare Grenzen und Spielregeln gibt - also beide gegenüber dem anderen ein großes Verantwortungsgefühl besitzen. Sowas finde ich ok, auch wenn ich mir das für mich selbst nicht vorstellen könnte.
Schwierig ist ja nicht nur das Fremdgehen, sondern der Verlust an Vertrauen und genau da liegt das große und grundlegende Problem:
Eine gute und stabile Beziehung funktioniert nur über ein gesundes Grundvertrauen zueinander. Das ist ein Naturgesetz.
Und letztendlich ist es eine emotionale Sackgasse: denn nur DU akzeptierst IHN so wie ER nun mal ist. Er respektiert dein Bedürfnis nach Exklusivität nun mal nicht. DH du bezahlst einen sehr hohen Preis.
Und Beziehungen brauchen ein gesundes Maß von Geben und Nehmen.
An der Stelle kommt mal wieder der Selbstwert ins Spiel. Weshalb hat in deinem Leben eine Partnerschaft so einen hohen Stellenwert, dass du bereit bist DEINE Bedürfnisse, DEINE Vorstellungen von einer guten Beziehung zu missachten?
Weshalb übt ein Mann, der dir gegenüber so wenig Respekt gezeigt hat, so eine große Anziehungskraft auf dich aus?
Und da kommt gleich das nächste Naturgesetz ins Spiel - fehlt der Respekt, wirst du nicht aufrichtig geliebt, du wirst benutzt.
Wieso sind so viele Frauen in ihrem Selbstwert so labil, dass sie bereit sind alles hinzunehmen und zu glauben? Weil sie es nicht anders kennen und weil sie so erzogen wurden!
Es ist leider immer noch so, dass die meisten Frauen ihren Selbstwert daraus beziehen einen Mann an ihrer Seite zu haben, Kinder zu bekommen, liebevoll und verzeihend zu sein. Und die Optik spielt natürlich auch noch sehr mit rein. Das sind leider alles Aspekte, um die sich das Leben vieler Frauen dreht.
Habe ich einen Partner? Bin ich eine gute Mutter? Sehe ich gut aus?
Himmel wir sind im Jahr 2019 und es hat sich kaum was geändert.
Aber bei einer Sache hast du Recht: einen guten Mann zu finden, der attraktiv, halbwegs erfolgreich, zufrieden und treu ist, ist ein großes Glück! Das ist keine Selbstverständlichkeit und schwer zu finden. So Leute tauchen nicht an jeder Ecke auf!
Das ist eine mühsame Sucherei ohne Garantie darauf, dass es wirklich klappt.
Deswegen kann ich es schon nachvollziehen, dass man lieber seltsame Kompromisse macht bevor man langfristig alleine ist.
Zitat von Windywillow:Auf der anderen Seite habe ich ganz einfach Angst davor, die nächsten Jahre in einer emotionalen Warteschleife zu verbringen...wisst ihr? Dass ich immer warte, dass seine Tebrapie...usw. Ich will das nicht.
Rational.
Aber mein Herz will das.
Therapie hin oder her. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann, der in so großem Stil gelogen hat, zu einem aufrichtigen und treuen Mann wird, ist denkbar gering. Das ist einfach eine Typfrage. Selbst wenn er es schafft durch therapeutische Hilfe seinen Trieb zu kontrollieren, verschwindet das Bedürfnis danach ja nicht. Und mir wäre die Vorstellung furchtbar zu wissen, dass er sich einfach nur zusammenreißt, im Grunde aber ganz anders handeln würde wenn er könnte.
Die Vertrauensfrage würde sich ja auch dann noch stellen, wenn er treu wäre. Es gibt ja auch andere Bereiche in denen es schwierig werden könnte wenn er zu Heimlichkeiten neigt.
Ich finde es wirklich befremdlich wie viele Menschen ihr Lebensglück dermaßen von einer Partnerschaft abhängig machen. Sehe das in meinem Freundeskreis zu Hauf.
Die letzte Beziehung ist kaum verdaut, kurz danach dreht sich alles ums Daten, die Suche nach einem neuen Partner. Dann eine neue Beziehung - ne zeitlang sind die Menschen happy - dann wieder Probleme, es dreht sich wieder alles darum. Ein ewiger Teufelskreis.
Ich mein - du warst doch sehr lange in Beziehungen und du wirst es irgendwann wieder sein. Wie wäre es denn mal ein paar Jahre den Schwerpunkt auf anderes zu legen? Das Leben bietet doch so viele Möglichkeiten...
Suche dein Glück doch mal woanders! Mach dein Ding, kümmer dich um dein Kind, versuche dich persönlich weiterzuentwickeln usw.