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Antidepressivum bei Trennungsschmerz

Leonie85


74925
Thema lautet ja AD bei Trennungsschmerz. Oder?

Somit: Jep. Zähne zusammenbeißen! Dann hätt ich nämlich das Zeugs auch nehmen müssen, den Symptomen nach. Kann den Schmerz bestens nachvollziehen, nur das bisschen Stolz was zum dortigen Zeitpunkt noch übrig war, hat mich einfach abgehalten, weil ich mich nicht von einer Person die mich scheinbar nicht mehr liebt, so dermaßen brechen lassen wollte.

Gut, bei Grace kann ich es nachvollziehen, wenn man für die Kinder funktionieren muss. Alles andere ist für mich

13.06.2017 15:25 • #46


TinTin1980


74925
Mir wurde mal von einer cleveren Ärztin folgendes zu ADs gesagt: Manchmal brauchen HIRNE etwas, damit das in der Therapie zu bearbeitende Thema überhaupt angenommen werden kann und alte Denkmuster durchbrochen werden können, sprich eine Grundlage schaffen für eine erfolgreiche Theraphie.

Man darf eines nicht vergessen, da hier so sehr verteufelt und Klischees gedroschen werden. Auch die PSYCHE ist im Endeffekt sehr stark von physischen Faktoren abhängig, die durch ADs beeinflusst werden (neurale Verbindungen, Hormone wie Botenstoffe - alles chemische Prozesse und somit wirklich greifbar/physisch).
Nicht zu vergessen, dass psychische Leiden sogar messbar/darstellbar sind, Stichworte: Hirnwellen, Hirnareal-Messungen usw.
Das heißt, bei jemandem, der ein Bein verliert, sieht man das sofort. Man kann aber auch psychisches Ungleichgewicht optisch darstellen - es ist nur aufwendiger.
Menschen neigen dazu nur das, was sie wirklich mit ihren Sinneswahrnehmungen aufnehmen und einem Wert beimessen können zu glauben. Gibt genug IDIOTEN, die einfach bei Depressionen oder anderen psychischen Leiden sagen: Reiß dich zusammen, das wird schon. Nein, wird es eben nicht.

Allerdings stimme ich zu, dass heutzutage zu inflationär mit den Worten: Depression/Burnout/Borderline/ADHS usw. umgegangen wird. Wie oft Menschen sich selbst sogar hier selbst diagnostizieren - einfach nur beeindruckend.

Hier wird leider auch vermischt. ADs bei Liebeskummer? NEIN! ADs bei einer psychischen Störung? JA - in Verbindung mit Therapie und ärztlicher Aufsicht, sofern indiziert. Wer entscheidet, was Liebeskummer oder eine Depression/depressive Phase ist? NUR ausgebildete Fachkräfte!
Sorry, ich wollte das einfach mal klarstellen, da in diesem Thread zu viel in einen Topf geworfen wird.

13.06.2017 15:42 • x 3 #47



Antidepressivum bei Trennungsschmerz

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TinTin1980


74925
Zitat von Leonie85:
Thema lautet ja AD bei Trennungsschmerz. Oder?

Somit: Jep. Zähne zusammenbeißen! Dann hätt ich nämlich das Zeugs auch nehmen müssen, den Symptomen nach. Kann den Schmerz bestens nachvollziehen, nur das bisschen Stolz was zum dortigen Zeitpunkt noch übrig war, hat mich einfach abgehalten, weil ich mich nicht von einer Person die mich scheinbar nicht mehr liebt, so dermaßen brechen lassen wollte.

Gut, bei Grace kann ich es nachvollziehen, wenn man für die Kinder funktionieren muss. Alles andere ist für mich


Wunderbar, wie einfach deine Welt gestrickt ist. Ich hoffe, dass du NIE so eine Erfahrung machen muss, wenn eine Trennung dich völlig aus der Bahn wirft und du in eine Abwärtsspirale schlitterst. Oftmals entstehen solche Abwärtsspiralen durch einschneidende Erlebnisse im Leben - unter anderem kann das auch Liebeskummer sein. Man sollte sich einfach zurückhalten, wenn man nicht weiss, worüber man redet. Es geht mittlerweile schon eine ganze Weile nicht mehr nur um das Topic-Thema, wenn du etwas mehr gelesen hast.

13.06.2017 15:48 • x 1 #48


Leonie85


74925
Ach Gottchen, keine Sorge diese Erfahrung habe ich gemacht! Da kam so einiges zusammen in der besagten Spirale und ich bin froh diese nüchtern durchlebt zu haben.

Seitdem wirft mich auch nichts mehr so schnell aus der Bahn. Stell dir mal vor!

13.06.2017 15:59 • #49


wirrundratlos


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Ich habe ganze 5 Monate nach der Trennung versucht den Schmerz zu durchleben. War am Ende nur noch ein Schatten meiner selbst. Ich hatte Panikattacken, mein Blutdruck schoss in die Höhe, konnte nicht schlafen und war dementsprechend am Tag total gerädert. Bin auch niemand, der leichtfertig Tabletten nimmt und schon gar nicht wegen Liebeskummer.
Aber es ging nicht mehr, hatte das Gefühl, dass es mit der Zeit nur noch schlimmer wurde anstatt besser. Mein Arzt verschrieb mir ein AD und nach ca. 3 Woche stellte sich eine Besserung ein. Ich will nicht behaupten, dass ich schon wieder die Alte bin, aber auf einem guten Weg. Nebenwirkungen habe ich keine. Da ich mit meinem Ex zusammen arbeite, sehen wir uns jeden Tag. Inzwischen treibt es mir keine Schweißperlen mehr auf die Stirn, ich drehe nicht mehr am Rad, wenn er früher aus dem Büro abhaut um zu ihr zu fahren.
Ich werde meine Ads sicherlich nicht ewig nehmen, aber für einen befristeten Zeitraum ist es für mich in Ordnung. Ich kann meine Gedanken sortieren, ruhig über die Trennung sprechen und verarbeiten.
Antidepressiva sind hilfreich! Ich hätte es mir auch gewünscht, es ohne zu schaffen, aber es ging leider nicht. 5 Monate waren genug. Ich würde es, egal in welcher Lebenskrise, nicht verteufeln wollen, so wie es hier einige tun. Auch bei Trennungsschmerzen nicht. Mir hat es geholfen und ich bin meinem Arzt für diese Unterstützung sehr dankbar. Mit seiner Hilfe werde ich die Ads zu gegebener Zeit wieder ausschleichen und gut ist...

19.06.2019 02:59 • x 1 #50


milano30


74925
Hey zusammen,

ich bin durch meine Trennung in eine sehr existenzielle depressive Verstimmung gerutscht. Leider auch mit wiederkehrenden Suizidgedanken. Ich habe dann angefangen Aminosäuren zu nehmen, als Alternative zu AD. Erst 5-HTP 400 mg, dann ergänzt mit Tyrosin und Arginin (jeweils mit L).

Gewirkt hat es wohl schon, nur leider konnte mein Stimmungstief am Morgen damit nicht behoben werden. Ich versuche es jetzt mit einem AD (SSRI) und hoffe auf einen konstanten Serotoninspiegel.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich doch wieder zu den Aminosäuren zurückgehe, ich möchte mich ja nicht wieder schlechter fühlen. Ich mache Therapie und habe eine Reha beantragt. Schauen wir mal.

Wer von Euch hat Erfahrung mit Aminosäuren?

19.06.2019 06:46 • #51


Max32


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Zitat:
Nicht liken. Seite entfolgen..


Zu spät ... ;(.

Heute unverändert 7/10. Ich hätte so gern wieder Kontakt zu ihr.

20.09.2020 20:09 • #52


_derwanderer_


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Besser Johanniskraut nehmen und Gefühle wahrnehmen und aushalten. AD würde ich nicht so leichtfertig nehmen, hab die 10 Jahre genommen aber wegen Depression... zu einem anderen Menschen machen die natürlich nicht aber es gibt so viele Vorurteile gegen ADs davon würde ich mich nicht verrückt machen lassen. Aber es stimmt Ärzte verschreiben das heute viel zu leichtfertig!

20.09.2020 20:14 • #53


MariaLaFleur


74925
Zitat von Rubinrot:
Hallo,

Eine Bekannte erzählte mir, dass sie von ihrem Arzt ein leichtes antidepressivum bekommen hat, weil sie auch gerade in einer Trennung steckt. Diese ist aber schon etwas her und sie ist immer noch nicht wieder auf dem Damm. Er gab es ihr aufgrund von Schlafstörungen und auch damit sie innerlich ruhiger wird.
Mir kam das alles etwas komisch vor. Dachte immer, dass solche Medikamente nicht so einfach verschrieben werden.
Hat da jemand Erfahrung mit? Vorallem bringt es wirklich was oder kann es diejenige sogar noch weiter runterziehen?


Hallo, es kommt auf die Art des Medikamentes, auf den Leidensdruck und natürlich die Person selbst an. Es kann durchaus hilfreich für eine trauernde Person sein, wenn sie wieder etwas Kontrolle über ihre Gefühlswelt erlebt und sich nicht gänzlich ihrem Schmerz ausgeliefert fühlt. Wenn etwa durch die Einnahme eines Beruhigungs- oder Schlafmittels Phasen verminderten Schmerzes oder tiefen Schlafs herbeigeführt werden können. Ein guter Arzt wird den Bedarf regelmäßig neu einschätzen. Ich denke also schon, dass es gut und hilfreich sein kann.
LG Maria

20.09.2020 20:18 • x 1 #54


Dediziert


74925
Zitat von _derwanderer_:
Besser Johanniskraut nehmen

Wobei ich persönlich auch hier zur Vorsicht raten würde, denn auch Johanniskraut ist unter Umständen nicht ohne, Stichwort Wechselwirkungen falls man anderweitig noch Medikamente nimmt. Auch ein Zuviel an Sonne kann dabei Reaktionen hervorrufen.
Von daher würde ich Johanniskraut auch nur einnehmen, wenn ich das vorher mit meinem Hausarzt abgeklärt habe.

20.09.2020 20:20 • x 1 #55


Ex-Mitglied


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Angeblich sollen normale Schmerzmittel gegen Liebeskummer helfen.

13.10.2020 18:36 • #56


Blanca

Blanca


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Zitat von Rubinrot:
Vorallem bringt es wirklich was oder kann es diejenige sogar noch weiter runterziehen?

Finger weg von Big Pharma!

Wenn sie Stimmungsaufheller braucht, sollte sie
- sich auf Vitamin B6, B12, D3, Aminosäuren und Magnesium prüfen lassen;
- Schilddrüse checken lassen (googlen: Jodsättigungstest);
- ihre Leber und den Darm evt. reinigen und entgiften und über Probiotika nachdenken;
- sporteln (am besten wären Ausdauersportarten, wo sie richtig ins Schwitzen kommt)
- Johanniskraut und / oder Rosenwurz probieren (überhaupt mal in FB-Gruppen nach alternativen Heilmethoden suchen)
- sich mit netten Menschen treffen, etc.

Psychopharmaka sind im Grunde nix als Menschenexperimente... sie wirken erst nach Wochen... sie abzusetzen, kann ebenfalls depressiv machen... viel besser ist, auf sich selbst zu achten und bei sich zu bleiben (vorausgesetzt natürlich, hier geht es nicht um eine handfeste Depression erster Ordnung).

Bitte auch nicht vergessen, daß heutzutage auch Ärzte und Therapeuten erst mal für sich sorgen und dann erst für den Patienten. Sie folgen Standards und versuchen leider oft genug, Traurigkeit auf zuviel Stress und dann in weiterer Folge auf die Psyche zu schieben. Dabei kann es auch handfeste organische Ursachen geben. Aber denen auf den Grund zu spüren, dafür müßte man ja extra Aufwand investieren... sich richtig ins Zeug legen... und das, wo wir doch nach dem Minimalprinzip leben, nech?

Therapie ist ein Riesengeschäft... deshalb sind o.g. Methoden teilweise wirtschaftlich wenig attraktiv - also für diese Helfer. Big Pharma hingegen... da winken Tausende...

... leider kann es für manche Menschen in die völlig falsche Richtung gehen, wenn man ihnen einzureden sucht, sie müßten den Job, den Wohnort, den Partner oder am besten gleich alles zugleich wechseln, um sich wieder besser zu fühlen. Also wenn es in Wahrheit nur darum geht, daß sich über Jahrzehnte hinweg kein Experte auch nur berufen fühlte, mal vom Standardprogramm abzuweichen und auch für o.g. Punkte mal einen extra Labortest vorzuschlagen. Und das sogar bei Privatpatienten, die bereit wären, dies selbst zu zahlen (oder es ggfs. erstattet bekämen). Ist mir selbst so ergangen, deshalb: Vorsicht!

Ich traue niemand mehr diesbezüglich - dafür haben die Experten mich zuviel Jahre meines Lebens im Nebel gelassen. Stattdessen recherchiere ich immer auch selbst.

13.10.2020 22:07 • x 1 #57


jaqen_h_ghar


74925
Zitat von Dominantum:
Angeblich sollen normale Schmerzmittel gegen Liebeskummer helfen.

Bisschen viel Capital Bra und Konsorten gehört oder was?

Zitat von Blanca:
Bitte auch nicht vergessen, daß heutzutage auch Ärzte und Therapeuten erst mal für sich sorgen und dann erst für den Patienten. Sie folgen Standards und versuchen leider oft genug, Traurigkeit auf zuviel Stress und dann in weiterer Folge auf die Psyche zu schieben. Dabei kann es auch handfeste organische Ursachen geben. Aber denen auf den Grund zu spüren, dafür müßte man ja extra Aufwand investieren... sich richtig ins Zeug legen... und das, wo wir doch nach dem Minimalprinzip leben, nech?

Nur um das mal richtigzustellen: Wer - nicht erst seit der Reform 2017 - eine Psychotherapie beantragt, muss auch immer einen sog. Konsiliarschein vorlegen. Das bedeutet, ein Somatiker muss bescheinigen, dass körperliche Ursachen hinreichend abgeklärt sind und nicht hauptursächlich für die vorliegende psychische Symptomatik sind. Habe ich als Therapeut Zweifel an so einem Statement, kann ich mich sogar mit dem ausstellenden Arzt in Verbindung setzen. Die obige Aussage ist damit leider in dieser Form nicht haltbar und gibt evtl. nur die singularen schlechten Erfahrungen einer Einzelperson wieder, die irreführenderweise allgemeingültig formuliert sind.

13.10.2020 22:41 • #58


Blanca

Blanca


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Hat in meinem Fall alles nix genutzt. Blutwerte angeblich wie bei einem jungen Mädchen.
Aber natürlich kein Wort darüber, welche...

... ich vertraue denen nie wieder 100%ig, sondern werde mir grundsätzlich weitere Recherchen geben und auch zusätzliche Fachmeinungen einholen.

Gerade erst wieder drauf gekommen, daß man mir in einem Land vier (!) Jahre lang erzählte, meine Venen seien total klasse.. und jetzt kommt in der alten Heimat ein Facharzt nach 10 min Doppler drauf, daß da eine Klappe nicht funktioniere und bei Infektionen höchste Sepsisgefahr bestehe...

Sch... Minimalprinzip!
Schade nur, daß ich nicht die Zeit habe, selbst nebenher Medizin zu studieren. Dann würde ich denen den Rest schon auch noch abnehmen. Das hätten die natürlich am liebsten: Prinzip Eigenverantwortung. Du zahlen, Du machen. Ich kassieren. Wofür irgendwer ich sie dann allerdings noch zahlen sollte - die Antwort darauf steht noch aus. Aber da sind wir dann eben beleidigt und wittern eine defensive Grundhaltung, nech?

Added Value sehe ich bei Fachkräften jedenfalls nicht wirklich, wenn ich mich nun auch darum noch selbst kümmern muß - nur um etwas rauszufinden, was die eigentlich längst auf ihrem holistischen Radar hätten haben sollen (aber seit wann sind Ärzte in Deutschland wirklich miteinander vernetzt und sehen ihre Patienten ganzheitlich? Also inklusive Zahnarzt und so...)

Vielleicht übernimmt ja eines Tages tatsächlich ein Terminator den Job und macht ihn besser als die.
Selbst schuld.
Mein Mitleid wird sich in Grenzen halten.

13.10.2020 22:43 • #59


Blanca

Blanca


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Ach übrigens: Die Artikel von Dr. Mercola empfehle ich wärmstens. Wer des Englischen mächtig ist, möge sie sich abonnieren. Einfach Tante Google fragen, ich will hier keine Werbung veranstalten dafür.

Darüber hinaus am besten mal bei FB die Gruppen in Sachen alternative Gesundheit checken. Da gibt es irre viel zu entdecken.

Natürlich sollte man sich auch umgekehrt vor deren Dogmatismus hüten. Ist ja nicht so, als seien nur Schulmediziner von sich und dem überzeugt, was sie für den einzig wahren Ansatz halten.

Aber wenn man seinen ganz eigenen Weg erst mal gefunden hat.. dann wandelt man auf Wolken.
Schöner kann man nicht leben; mehr nicht mit sich selbst ins Reine kommen.

Life is great!
Go get it.

13.10.2020 22:58 • #60



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