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Auch nach Monaten kein Loslassen in Sicht

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Lilli83
Mitglied

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Hallo ihr Lieben. Im Juli des vergangenen Jahres hat mein Ex die Beziehung von heute auf morgen beendet und ist ausgezogen. Noch immer bin ich in der gemeinsamen Wohnung, suche aber schon lange eine neue Wohnung, da ich es hier nicht mehr aushalte und auch denke es wird gut tun wieder etwas eigenes zu haben. Meine vier Wände haben mir immer ein sicheres Zuhause vermittelt und ich hab es vorher für keinen anderen riskiert. Mit ihm bin ich zusammengezogen, weil es sich nach einem Jahr so verdammt richtig angefühlt hat und er zu meinem Zuhause geworden war. Diese Situation hatte ich vorher mit keinem Partner. Wenn es zur Trennung kam, konnte ich in mein sicheres Zuhause und der Kontakt war weg. Das hat irgendwie mehr geholfen, allerdings hab ich auch noch keinen so geliebt wie ihn.
Nun ist es so viele Monate her und noch immer macht es mich sehr traurig oder lässt mich richtig schlecht fühlen wenn er sich meldet um ein paar Sachen zu holen (es sind immer noch einige hier). Er war bereits nach der Trennung viel weiter - klar, er hat es ja auch beendet. Er besitzt eine starke Resilienz und geht einfach gestärkt daraus hervor, ich vergrabe mich eher im Kummer. Ohne Absicht - aber ich komme da nicht so richtig raus. Ich möchte doch einfach nur nach vorn blicken, aber ich vermisse all das was wir hatten zu sehr und ich bin so traurig dass es für ihn nicht gereicht hat um mit mir weiterhin zusammen sein zu wollen. Ich glaube, ich liebe ihn noch immer. Kein Partner hat mich jemals so fühlen lassen. Aber für ihn hat es eben nicht gepasst. Das zu akzeptieren fällt mir so unglaublich schwer. 😥

x 3 #1


A
@Lilli83 warum holt der immer noch Sachen bei dir ab? Zahlt er noch Miete für eure Wohnung? Wenn nein: Frist setzen, um seinen GANZEN Krempel abzuholen. Solange du ihn immer wieder siehst, kannst du nicht mit ihm abschliessen.

x 6 #2


A


Auch nach Monaten kein Loslassen in Sicht

x 3


F
Ich würde auch alle seinen Sachen auf einen Haufen tun ... die er dann auf einmal abholen kann.

Und ja, es ist schmerzhaft ... sehr schmerhaft - vorallem wenn Liebe da war.

x 5 #3


F
PS: Und ich weiß nicht was besser ist - wenn er sich fair verhält, oder jetzt wie ein Ar.
(um das Loslassen leichter zu machen)

x 2 #4


Sienna
Hallo liebe Lilli und willkommen.

Magst du uns ein wenig erzählen warum er keine Zukunft sah?

x 2 #5


Mindtricks
Hey du,

grundsätzlich ist es ja immer so, dass der Verlassene tiefer fällt als der Verlassende.
Das hatten wir neulich auch in einem anderen Thread hier.
Derjenige, der den Entschluss gefasst hat, dass die Beziehung beendet gehört, hatte Wochen, wenn nicht Monate Zeit, sich darauf vorzubereiten und sich emotional zu distanzieren.
Der andere bekommt die volle Breitseite zu spüren und ist von heute auf morgen all seiner Hoffnungen und Illusionen beraubt.

Daher ist es erst einmal nicht außergewöhnlich, dass es dich härter trifft, während er scheinbar problemlos weitermacht.

Das mit der gemeinsamen Wohnung ist nicht leicht: Überall Erinnerungen.
Wenn du hier nicht so einfach raus kannst, dann hilft vielleicht eine Renovierung...zumindest wirst du so den "Geist" der Beziehung zu einem Teil los und die Veränderungen stehen symbolisch für einen Neuanfang.

Warum hat er sich getrennt? Was waren seine Argumente und wie lange wart ihr zusammen?

x 3 #6


L
Ihr Lieben, danke erstmal für eure Antworten. Habe gehofft hier ein wenig "Hilfe" zu finden um mich wieder aufzuraffen.
Zur Situation Folgendes, damit ihr das versteht. Wir sind im Januar '25 in die Wohnung eingezogen (er wollte bereits nach 3 Monaten zusammenziehen, ich brauche für so etwas meist länger, aber dann hat es sich nach einem Jahr wirklich richtig angefühlt). Zwei Jahre Mindestmietdauer. Da er nun im Juli 25 wegen der Trennung direkt wieder ausgezogen ist und ich nicht sofort eine neue Bleibe finden kann, hat er gesagt (so gut war er eben immer), dass wir gemeinsam eingezogen sind also zahlt er auch die Hälfte der Miete weiterhin mindestens bis Ende der Mindestmietdauer oder eben bis ich etwas Neues habe. Was ich sehr fair finde, so hab ich Zeit etwas wirklich passendes uns bezahlbares zu finden. So sehr ich diese Wohnung mag ist sie einfach zu teuer und zu gross für mich und ich bekomme die Erinnerungen nicht los an das gemeinsame Leben hier. Er hatte bis Februar auch nur eine möblierte Wohnung auf Zeit gemietet und nun aber eine richtige neue Wohnung bezogen. (Finanziell kann er sich locker die beiden Wohnungen plus noch Urlaub leisten). Daher stehen hier auch noch Möbel bzw Bürokram und die Hälfte des Kücheninhaltes hier noch von ihm. Da er so fair ist und noch zahlt, finde ich es nur richtig dass er auch entscheiden kann, wann er was hier abholt. Nur zucke ich jedes Mal zusammen wenn ich eine Nachricht bekomme. Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, gibt es nichts, das ich mir mehr wünsche als das Leben mit ihm zurück. Aber das wird niemals passieren. Das weiß ich und es tut unglaublich weh.

Zu unserer Story:
Im Januar 2024 kennengelernt. Es war direkt alles auf einer Welle, ich habe mich noch nie bei Jemandem so sicher gefühlt. Er ist ein super rationaler Mensch bzw wie sag ichs.. ihn regt einfach nichts auf. Er nimmt Dinge wie sie sind hin und sucht immer nach Lösungen statt die Probleme gross zu reden. Super ausgeglichen und mit sich selbst im Reinen. Dagegen ich - eher ein wirklich sensibler, emotionaler Mensch. Ich habe auch Ängste, die mich im Alltag begleiten. Ich habe noch nie so einen ruhigen Menschen kennengelernt. Es kam mir vor wie das absolut perfekt passende Gegenstück. Nach all den Jahren wo ich wirklich toxische Menschen kennengelernt hatte war das wirklich eine Wohltat. Er hatte davor zwei Beziehungen, eine Ehe (20 Jahre Beziehung, davon 7 verheiratet) und dann direkt danach eine 3-jährige Beziehung. Als wir uns kennenlernten und ich das hörte war es für mich direkt unglaublich zu hören, dass er wirklich absolut keine "Schäden" davongetragen hat. Er wurde von beiden Frauen betrogen, so endeten die Beziehungen. Und nach der Frau direkt ausgezogen und die nächste kennengelernt, das war für ihn kein Problem. Er kann scheinbar, auch wenn er nicht derjenige ist, der das Ganze aktiv beendet, schnell wieder nach vorn schauen.
Es gab bei uns keinen Streit, einfache Diskussionen um simple Dinge ja, aber er lenkte auch schnell ein bzw wurde er meist sehr ruhig. Mir hat manchmal die Kommunikation gefehlt. Das gab er auch zu, dass er viel mit sich selbst ausmacht. In der Zeit hatte ich einen Todesfall im engsten Familienkreis und habe selbst eine schlechte gesundheitliche Diagnose bekommen. Ich hatte mein absolutes Glück mit ihm gefunden aber drumherum schien alles einzubrechen Trauriges Gesicht da er immer super ausgeglichen und nie schlecht drauf war hat er mich natürlich auch in den tiefsten Phasen kennengelernt und sicher hab ich da nicht immer super reagiert auf manche Situationen. Aber ich war nie laut oder respektlos, das liegt mir fern. Nur denke ich, für ihn war das ein oder andere "zu viel". Simples Beispiel, ein Nachbar hier kontrolliert immer unseren Müll..... ich bin dann eben eine Person, die das mal freundlich anspricht. Er würde am liebsten gar nichts sagen, nur damit es keine Konfrontation gibt. Auch von Kollegen wird er sehr geschätzt, er macht alles möglich und beschwert sich nie.
Wir waren im Juni 25 noch im Urlaub und irgendwie fing es da an dass mein Bauchgefühl mir sagte irgendetwas stimmt nicht. Ich habe ihn sogar abends mehrfach angesprochen "Schatz, du bist ruhiger als sonst, ist alles okay?". Es kam nur, er wäre müde von der Arbeit und sonst wäre nichts. Auch meine Mama bemerkte aber bei unseren Besuchen dass er nachdenklich sei. Ich hab es aber nicht überbewertet, weil ich dachte, wenn was wichtiges ist was unsere Beziehung betrifft, dann wird er doch das Gespräch suchen. Dachte ich. In den Wochen hat er sich das einfach nur für sich selbst "reiflich überlegt", ob das mit uns noch das Richtige sei, wie er mir nach der Trennung sagte. Bis zum letzten Tag liess er mich im Glauben alles sei in Ordnung, es gab Gratulation zu unserem Jubiläum, Küsse, alles ganz normal. Liebevolle Nachrichten während der Arbeitszeit. Ich habe mich total sicher gefühlt. Dann lag an einem Abend sein Terminplaner da - und er holte essen. Ich schaue niemals im Handy oder so, aber mein Gefühl liess mich nicht los dass was ist. In seinem Planer fand ich dann konkret die Urlaubsplanung für ihn allein - 3 Wochen im September, die wir gemeinsam geplant hatten. Er hatte da quasi schon die Zeit allein geplant, es war also durch für ihn während er mich noch glauben ließ, wir sind zusammen und es ist alles okay. Nachdem ich das gesehen habe war ich komplett fertig und am nächsten Tag als ich auf seine normale liebevolle Nachricht nicht antwortete kam er nach der Arbeit heim und sagte "Wir müssen reden, es geht so nicht mehr für mich. Ich ziehe aus." Er hätte sich das reiflich überlegt und seine Entscheidung sei klar.

Das ist auch der Grund wieso es so verdammt weh tut. Ich hatte absolut keine Chance etwas zu ändern - was auch immer ihn gestört hat - er meinte wir sind da doch nicht "so kompatibel" wie anfangs gedacht.

Sorry für den langen Text

x 4 #7


F
Ein sehr traurige Geschichte ... das muss ich leider sagen

x 4 #8


Sienna
Zitat von Lilli83:
eine starke Resilienz

Das erste was ich dachte, als du das schriebst war: oder einfach ein schwaches Bindungssystem. Und nachdem was du hier schreibst kommt es mir auch so vor. Zweimal betrogen und absolut fein damit zu sein liest sich beneidenswert. Aber auch irgendwie sehr, sehr seltsam.

Ich denke er war ein guter Gegenpart zu dir, durch seine ruhige Art. Du konntest das genießen und ich verstehe dich da gut. Aber ich denke auch, dass euer Himmel nicht so voller Geigen hing wie von dir gefühlt. Und er hatte kein Interesse daran, das mit dir zu klären. Hauptsache er hat seine Ruhe. Das mag gut wirken, vorallem nach außen. Aber innerlich verhungert man so oft. Es liest sich als hätte er keine Verbindung zu sich, zu seinen Gefühlen. Oder zumindest kein Werkzeug um diesen Raum zu geben.

Nimm ihn ein bisschen von seinem Sockel. Er hat dich so zurück gelassen. Das ist nicht fair und das darfst du so empfinden.

x 3 #9


L
Das bitterste war auch der "Abschied". Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er seine Sachen schon gepackt und wäre einfach gegangen. Da ich ihm aber "zuvorkam" indem ich aufgrund des Schocks über den allein geplanten Urlaub nichts mehr sagen konnte und nicht war wie sonst, musste er sich ja einer kleinen Konfrontation stellen. Ich fragte ihn noch "du wolltest wohl erst alles abgeklärt wissen im Hintergrund um dann einfach so gehen zu können? Und er meinte so "Ja, er wollte diese Situation eben umgehen, dass wir dann noch paar Tage in der gemeinsamen Wohnung bleiben müssen... und dann als er mit seinen paar Sachen in der Tür stand und in seine möblierte Wohnung wollte, da dachte ich, man verabschiedet sich wenigstens mit einer Umarmung.... und ich musste ihn danach fragen. Er meinte nur ganz kalt "wenn dir das noch was bringt"... das tat so weh. Ich weiss, er wollte mir vielleicht keine Hoffnung mehr machen. Aber ich könnte das nicht so nach der gemeinsamen Zeit die man zusammen hatte.
Er war nochmal im Kino mit mir ein paar Wochen später, keine Ahnung, vielleicht wollte er mir es mit einer Art Freundschaft leichter machen. Aber ich kann das nicht. Ich fühle ja ganz anders und jeder Moment mit ihm bricht mir das Herz weil ich ihn ja doch nicht mehr haben kann.

#10


L
@Sienna Das hast du sehr gut geschrieben. Sicher waren wir etwas unterschiedlich. Mir wurde mit der Trennung aber auch dieses leichte Gefühl genommen was er mir gegeben hat und die Sicherheit die ich mit ihm fühlen durfte.
Ja, ich denke auch dass er eher vor etwas "wegläuft", er ist auch immer viel auf Reisen. Aber ich hatte mich jetzt zum Thema "Resilienz" belesen, scheinbar sind diese Menschen so, die eine starke Resilienz besitzen, dass sie aus jeder Niederlage immer gestärkt hervorgehen und keine Narben davontragen.
Gefühlen gibt er nur den nötigen Raum. Daher verletzt ihn sicher auch nichts so leicht. Bisschen bewundere ich das, weil mir gerade etwas davon wirklich helfen würde. Er lässt gefühlt nichts an sich ran. Er war immer gut drauf.

#11


Sienna
Zitat von Lilli83:
Gefühlen gibt er nur den nötigen Raum. Daher verletzt ihn sicher auch nichts so leicht. Bisschen bewundere ich das, weil mir gerade etwas davon wirklich helfen würde.

Ja, das liest sich gut, vorallem in solchen Phasen. Aber er wird nie so tief fühlen können wie du es kannst. Er wird nie so eine tiefe Verbindung erschaffen wie du es kannst. Also könnte ich wählen, ich würde immer die Gefühlstiefe wählen, aber natürlich nicht toxisch wie du es früher hattest. Es mag also sein, dass er da besser durchgeht als du. Aber alles hat Vor- und Nachteile.

Was machst du aktiv um dich und deine Gefühlsschleifen zu regulieren? Fütterst du sie oder hast du eine Strategie sie zu unterbrechen?

#12


Zwou
Dieses leichte Gefühl hast Du Dir gegeben, er kann Dir Deine Gefühle nicht geben oder nehmen. Der Fokus liegt selbstverständlich noch sehr stark bei ihm, aber gib dem ganzen Zeit und richte den Fokus auf Dich. Das Glück das Du empfunden hast, kam aus Dir Zwinkerndes Gesicht

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L
@Zwou Danke 😌 ich war auch vor ihm als Single sehr glücklich, ich kann alleine wirklich gut leben. Aber da kannte ich ihn noch nicht als ich das dachte und ich merkte wie glücklich ich in so einer Beziehung sein kann. Vorher hatte ich wirkliche Probleme mit Männern, die gelogen haben oder cholerisch waren. Aber mit ihm hat sich für mich alles so leicht angefühlt und ich habe eben jetzt die Angst dass ich so etwas Gutes nicht mehr finden werde...

x 1 #14


L
@Sienna ich fühle mich wie in einer Parallelwelt gefangen, ich wache hier auf und gehe schlafen immer mit dem Gedanken an ihn. Und der Illusion dass er vielleicht doch nochmal zurückkommt Trauriges Gesicht es gibt immer gute und schlechte Tage, aber irgendwann muss doch mal der Punkt kommen, an dem ich es nicht mehr fühle. Wo es mich nicht mehr SO traurig macht dass er weg ist und sich gegen uns entschieden hat.

x 1 #15


A


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