Ihr Lieben, danke erstmal für eure Antworten. Habe gehofft hier ein wenig "Hilfe" zu finden um mich wieder aufzuraffen.
Zur Situation Folgendes, damit ihr das versteht. Wir sind im Januar '25 in die Wohnung eingezogen (er wollte bereits nach 3 Monaten zusammenziehen, ich brauche für so etwas meist länger, aber dann hat es sich nach einem Jahr wirklich richtig angefühlt). Zwei Jahre Mindestmietdauer. Da er nun im Juli 25 wegen der Trennung direkt wieder ausgezogen ist und ich nicht sofort eine neue Bleibe finden kann, hat er gesagt (so gut war er eben immer), dass wir gemeinsam eingezogen sind also zahlt er auch die Hälfte der Miete weiterhin mindestens bis Ende der Mindestmietdauer oder eben bis ich etwas Neues habe. Was ich sehr fair finde, so hab ich Zeit etwas wirklich passendes uns bezahlbares zu finden. So sehr ich diese Wohnung mag ist sie einfach zu teuer und zu gross für mich und ich bekomme die Erinnerungen nicht los an das gemeinsame Leben hier. Er hatte bis Februar auch nur eine möblierte Wohnung auf Zeit gemietet und nun aber eine richtige neue Wohnung bezogen. (Finanziell kann er sich locker die beiden Wohnungen plus noch Urlaub leisten). Daher stehen hier auch noch Möbel bzw Bürokram und die Hälfte des Kücheninhaltes hier noch von ihm. Da er so fair ist und noch zahlt, finde ich es nur richtig dass er auch entscheiden kann, wann er was hier abholt. Nur zucke ich jedes Mal zusammen wenn ich eine Nachricht bekomme. Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, gibt es nichts, das ich mir mehr wünsche als das Leben mit ihm zurück. Aber das wird niemals passieren. Das weiß ich und es tut unglaublich weh.
Zu unserer Story:
Im Januar 2024 kennengelernt. Es war direkt alles auf einer Welle, ich habe mich noch nie bei Jemandem so sicher gefühlt. Er ist ein super rationaler Mensch bzw wie sag ichs.. ihn regt einfach nichts auf. Er nimmt Dinge wie sie sind hin und sucht immer nach Lösungen statt die Probleme gross zu reden. Super ausgeglichen und mit sich selbst im Reinen. Dagegen ich - eher ein wirklich sensibler, emotionaler Mensch. Ich habe auch Ängste, die mich im Alltag begleiten. Ich habe noch nie so einen ruhigen Menschen kennengelernt. Es kam mir vor wie das absolut perfekt passende Gegenstück. Nach all den Jahren wo ich wirklich toxische Menschen kennengelernt hatte war das wirklich eine Wohltat. Er hatte davor zwei Beziehungen, eine Ehe (20 Jahre Beziehung, davon 7 verheiratet) und dann direkt danach eine 3-jährige Beziehung. Als wir uns kennenlernten und ich das hörte war es für mich direkt unglaublich zu hören, dass er wirklich absolut keine "Schäden" davongetragen hat. Er wurde von beiden Frauen betrogen, so endeten die Beziehungen. Und nach der Frau direkt ausgezogen und die nächste kennengelernt, das war für ihn kein Problem. Er kann scheinbar, auch wenn er nicht derjenige ist, der das Ganze aktiv beendet, schnell wieder nach vorn schauen.
Es gab bei uns keinen Streit, einfache Diskussionen um simple Dinge ja, aber er lenkte auch schnell ein bzw wurde er meist sehr ruhig. Mir hat manchmal die Kommunikation gefehlt. Das gab er auch zu, dass er viel mit sich selbst ausmacht. In der Zeit hatte ich einen Todesfall im engsten Familienkreis und habe selbst eine schlechte gesundheitliche Diagnose bekommen. Ich hatte mein absolutes Glück mit ihm gefunden aber drumherum schien alles einzubrechen

da er immer super ausgeglichen und nie schlecht drauf war hat er mich natürlich auch in den tiefsten Phasen kennengelernt und sicher hab ich da nicht immer super reagiert auf manche Situationen. Aber ich war nie laut oder respektlos, das liegt mir fern. Nur denke ich, für ihn war das ein oder andere "zu viel". Simples Beispiel, ein Nachbar hier kontrolliert immer unseren Müll..... ich bin dann eben eine Person, die das mal freundlich anspricht. Er würde am liebsten gar nichts sagen, nur damit es keine Konfrontation gibt. Auch von Kollegen wird er sehr geschätzt, er macht alles möglich und beschwert sich nie.
Wir waren im Juni 25 noch im Urlaub und irgendwie fing es da an dass mein Bauchgefühl mir sagte irgendetwas stimmt nicht. Ich habe ihn sogar abends mehrfach angesprochen "Schatz, du bist ruhiger als sonst, ist alles okay?". Es kam nur, er wäre müde von der Arbeit und sonst wäre nichts. Auch meine Mama bemerkte aber bei unseren Besuchen dass er nachdenklich sei. Ich hab es aber nicht überbewertet, weil ich dachte, wenn was wichtiges ist was unsere Beziehung betrifft, dann wird er doch das Gespräch suchen. Dachte ich. In den Wochen hat er sich das einfach nur für sich selbst "reiflich überlegt", ob das mit uns noch das Richtige sei, wie er mir nach der Trennung sagte. Bis zum letzten Tag liess er mich im Glauben alles sei in Ordnung, es gab Gratulation zu unserem Jubiläum, Küsse, alles ganz normal. Liebevolle Nachrichten während der Arbeitszeit. Ich habe mich total sicher gefühlt. Dann lag an einem Abend sein Terminplaner da - und er holte essen. Ich schaue niemals im Handy oder so, aber mein Gefühl liess mich nicht los dass was ist. In seinem Planer fand ich dann konkret die Urlaubsplanung für ihn allein - 3 Wochen im September, die wir gemeinsam geplant hatten. Er hatte da quasi schon die Zeit allein geplant, es war also durch für ihn während er mich noch glauben ließ, wir sind zusammen und es ist alles okay. Nachdem ich das gesehen habe war ich komplett fertig und am nächsten Tag als ich auf seine normale liebevolle Nachricht nicht antwortete kam er nach der Arbeit heim und sagte "Wir müssen reden, es geht so nicht mehr für mich. Ich ziehe aus." Er hätte sich das reiflich überlegt und seine Entscheidung sei klar.
Das ist auch der Grund wieso es so verdammt weh tut. Ich hatte absolut keine Chance etwas zu ändern - was auch immer ihn gestört hat - er meinte wir sind da doch nicht "so kompatibel" wie anfangs gedacht.
Sorry für den langen Text