Ich oute mich mal als eine Frau, die es nur so kennt dass die Sexualität in langjährigen Beziehungen einseitig einschläft (meist von meiner Seite her keine Lust mehr, einmal von seiner Seite).
Ich bin immer wieder erstaunt, wenn mir jemand erzählt er sei zweistellige Jahre verheiratet und habe immer noch regelmäßig Verkehr und zwar MIT dem Ehepartner. Scheint eine Typfrage zu sein, für manche funktioniert es, für andere nicht.
Thematisch bin ich bei diesem Thema ganz nah bei Urmels Einlassungen: es geht in den meisten Fällen um fehlende Anziehung, nicht um einen
generellen Libidoverlust auf Seiten der Frau, auch wenn das Phänomen gern als solcher wahrgenommen und zu "behandeln" versucht wird. Wie heftig die verloren geglaubte Libido plötzlich auflodern kann, wenn dann auf einmal der richtige (falsche) Kerl den Weg der betreffenden Dame kreuzt ...
Zitat von sulli:Sie meint auch, dass es nicht an mir läge.
Was soll sie denn sonst sagen, um dich nicht zu verletzen? Auch möglich, dass sie wirklich glaubt, es hätte nichts mit dir bzw. vielmehr: mit der Dynamik zwischen euch zu tun, denn wenn man die Mechanismen nicht versteht, erkennt man sie nicht.
Zitat von Urmel_:Es ist eine Notlüge oder eben eine Rationalisierung, weil man mit dem schlechten Gewissen, dass es in diesem Beispiel dem Mann damit nicht gut geht, halt nicht so befreit leben kann. Dann wird was konstruuiert.
Ja, wenngleich ich es weniger wertend formulieren würde. Als jüngere Frau begriff ich tatsächlich nicht, dass es fehlende Anziehung war, denn schließlich liebte ich den Mann weiterhin aus ganzem Herzen. Es war also keine Lüge, als ich damals sagte und auch selbst glaubte, mein fehlendes Verlangen läge allein an mir. Sein Verführen, Drängen, Nörgeln versperrte den Weg in mein Bett nur noch weiter, aber da ich das Konzept der Anziehung damals nicht kannte, verstand ich auch das nicht und fühlte mich einfach nur gleichzeitig schuldig und unter Druck. Für beide Parteien nicht schön. Hätte man das Ruder noch rumreißen können, wenn er sich da "männlicher" verhalten hätte? In einem frühen Stadium, vielleicht.
Zitat von sulli:Ich weiß, dass die Lösung darin liegt noch mehr darüber zu sprechen.
Ich fürchte, das ist nicht nur nicht die Lösung, sondern zementiert das Problem. Meine Libido hat das Drüber-Reden jedesmal komplett beerdigt. Handeln ist gefragt, und zwar nicht in Form von aufwändiger Verführung, sondern in Form von Neuentdeckung deiner eigenen Männlichkeit. Dazu kamen hier vor schon gute Vorschläge. Ich würde ergänzen, mach einfach mal öfter dein Ding, mach dich etwas rar, zeig dich deiner Frau gegenüber interessiert und offen aber nicht ganz so lieb und anhänglich wie sie es gewohnt ist. Aber spricht BLOSS nicht mit ihr darüber dass du wieder attraktiver für sie sein willst - SEI es einfach!
Zitat von 6rama9:Warum hebt der verweigernde Partner seine Libido nicht an?
Mich würde ernsthaft interessieren wie man das machen könnte? Ich habe es nie hingekriegt (immer erst wieder beim neuen Mann, bei hoher Anziehung) und ich habe durchaus auch als "verweigernder" Part teilweise sehr unter der Situation gelitten, insbesondere zu Zeiten in denen ich dachte mit mir stimmt was nicht. Drüber-Reden, neue Akrobatik ausprobieren, Pille wechseln, irgendeinen gemeinsamen Kurs etc... das hat bei mir nie funktioniert, führt mittlerweile schon zu Aversion wenn ich solche Tipps nur lese/höre. Wie genau würdest du vorschlagen, dass man seine eigene fehlende Libido anheben kann, ohne dass der Partner sich/sein Verhalten dafür von sich aus ändert?