Zitat von SimplyRed:Zu behaupten, das wäre "normal" (...) ist einfach Übertragung der eigenen Problematik.
Hm, ich finde "normal" sind Dinge die halt häufig passieren oder für einen großen Teil der Menschen zutreffen (nicht für die meisten oder gar alle, aber eben für viele) ... und nach meiner Erfahrung/Beobachtung/Austausch mit anderen ist es nicht so ungewöhnlich, dass der Sex einschläft mit den Jahren. Für mich ist das also ein völlig normales Phänomen, so wie es anscheinend für Menschen mit anderer Erfahrung/Beobachtung/Austausch völlig normal ist, dass auch nach 30 Jahren Ehe noch das Bett brennt.
Zitat von 6rama9:Ich persönlich verstehe gar nicht, warum man nach einer Weile keinen Bock mehr auf den Partner haben sollte. Der 6 wird ja nicht schlechter, sondern eigentlich immer besser, da man den Partner kennt und ihn genau an seine Grenzen bringen kann.
Bei mir war es zweimal so, dass nach etwa fünf Jahren die Luft raus war und ich den Mann zwar als Mensch noch geliebt, aber nicht mehr begehrt habe. Wie begehrt man jemanden, der seit xx Jahren neben einem furzt, schnarcht, in der Nase popelt und seine Unterwäsche neben den Wäschekorb wirft und dann rumnölt, dass er endlich mal wieder ran gelassen werden will? Da fehlt mir jeder Reiz, über sexuelle Grenzen auch nur nachzudenken.
Zitat von 6rama9:da wird es schwer eine Familie zu gründen und als Familie alt zu werden (...) Für mich fängt einen Langzeitbeziehung bei 20 Jahren an.
Das tut mir jetzt ein bisschen weh, denn ich bin ungewollt kinderlos und ungewollt geschieden. Meine Langzeitbeziehungen hielten jeweils um die 9 Jahre. 20 Jahre Beziehung gehört für mich schon in die Kategorie lebenslänglich

insgesamt blicke ich auf fast 30 Jahre Beziehung verteilt auf eine Handvoll Männer zurück. Wer von uns hat nun mehr Erfahrung? Ich denke, beide Lebens- und Erfahrungswerte sind lebenswert, wertvoll, lehrreich und
normal.
Zitat von 6rama9:Umfragen zeigen, dass die Menschen im Schnitt zwischen 45 und 50 am zufriedensten mit ihrem 6-Leben sind.
Kann ich definitiv bestätigen

ungewollt geschieden sein ist viel besser als ich damals dachte.
Zitat von 6rama9:gemeinsame Quality Time, die Pflege gemeinsamer Rituale, das sich Vergegenwärtigen des Partners, gemeinsame ero. Fantasien usw.
Check, Check, Check, nur der letzte Punkt hat bei mir einfach nie funktioniert denn wie soll ich meine Fantasien mit einem Mann teilen den ich nicht mehr begehre ... aber vielleicht war es auch einfach dann wirklich schon zu spät und das Kind lässt sich nur selten aus dem Brunnen wieder hervorholen.
Danke für deine Ausführungen! Hilft mir, meine Sichtweise zu erweitern.
Zitat von Darlena:Geholfen hätte mir "Zuwendung" im Alltag. Ich hätte mich gerne mal angelehnt, wäre gerne mal umarmt worden. Hätte gerne jemanden gehabt, der ein Problem für mich löst. Das gab es alles nicht.
Hallo Darlena, in deinem Beitrag finde auch ich mein vergangenes Ich wieder. Ein Mann, der mal ein Problem für seine Frau löst, anstatt selbst dauernd eins zu sein (u. a. mit seinem unerfüllten Bedürfnis). Vielleicht hätte das was geändert.
Aber ich komme immer wieder an den Punkt, dass es wenig gibt was die Person tun kann, der die Libido abgeht, jedenfalls sofern es kein organisches Problem oder eine psychische Blockade ist, sondern eine Anziehungsthematik.
@sulli ich fürchte ich habe mich ein bisschen breit gemacht in deinem Thread, ich hoffe du kannst trotzdem/auch von dem kleinen Umweg profitieren den die Diskussion dadurch genommen hat.