Zitat von Balu85: interessant, wo steht das?
Das hier klingt nicht nach einem Ziehvater mit Beutekind, sondern nach einem Bruder oder Mitbewohner, der die Synergie liebt, ab und zu aushilft, aber auch schnell genervt ist:
Zitat von Duc_996R: sie hat einen Sohn (7 Jahre alt) der bei uns mit wohnt
Zitat von Duc_996R: In der Vergangenheit war es schon öfters so das ich mal eingesprungen bin wenn der Kindsvater plötzlich keine Zeit, oder andersweitig verplant war
Zitat von Duc_996R: Auch habe ich ihr gesagt das sie mich bitte fragen soll wenn ich auf den kleinen mal aufpassen soll und sie es nicht immer als selbstverständlich sieht
Zitat von Duc_996R: Ich mag ihn, allerdings stresst mich der Umgang mit ihm derzeit sehr, gerade wenn ich ihn den ganzen Tag um mich habe
Zitat von Duc_996R: Es ist auch nicht so das nur das Kind da ist, wir haben auch ein Hund, welcher eigentlich meiner Freundin gehört
Und die Vorstellung, ein eigenes Kind zu haben, "killt" ihn und seine Libido:
Zitat von Duc_996R: Auch das sie gern mit mir ein Kind hätte und sich eine Hochzeit vorstellt killt derzeit mich etwas
Ich kenne Ziehväter ja sowohl aus meinem eigenen Leben als auch bei Freunden. Dieser Satz ist nach 3 Jahren Zusammensein und sogar Zusammenleben für einen Ziehvater komplett schräg
Zitat von Duc_996R: letztes WE war ich mit ihm z.B. allein beim Fussball
Erinnert an Männer, die nach einem Jahr (angeblicher) Beziehung erwähnen, dass sie die Frau sogar ihren Eltern vorgestellt hätten und zu Freunden mitgenommen oder sogar mal dem Bruder bei der Gartenarbeit geholfen hätten. Als wäre das in einer Familie nicht völlig normal.
Daher gehe ich davon aus, dass der TE sich gar nicht als Teil einer Familie sieht, sondern nur als Freund seiner Freundin. Und wenn die Libido abebbt, nachdem sie ihren weiteren Kinderwunsch mitgeteilt hat, dann gehe ich davon aus, dass zumindest der Körper des TE weiß, dass er diese Verantwortung gar nicht übernehmen will und seine Distanz nicht nur daran liegt, dass er mit dem Sohn nicht blutsverwandt ist, sondern er auch bei einem eigenen Kind immer wieder Auszeiten bräuchte und Wochenenden für sich.
Zitat von Dudo: keiner weis ob der TE einen Nervenaufreibenden Job hat, der 1-2 Tag in der Woche Pause erfordert
Und wenn es so wäre und er Kinder als Stress erlebt, dann ist er für ein Zusammenleben mit Kindern oder eigene Kinder eben nicht geschaffen.
Klar braucht jeder Mal eine Auszeit für sich. Aber mit einem stressigen Job begründen zu wollen, dass man 1-2 Tage pro Woche Pause von der Familie / Frau / Kind braucht, bedeutet dann ja nur von Mo-Fr zum Abendessen, das die Freundin kocht, vorbei zu schauen und vielleicht noch ein Buch vorzulesen und das Wochenende dann immer für sich selbst zu brauchen. Das spricht doch eindeutig dafür, kinderfrei und Single zu bleiben.
Es gibt ganz viele Frauen und Männer, die für sich erkannt haben, dass sie nur punktuell und als Opt-In mit anderen (großen oder kleinen) Menschen zusammen sein können. Das sind sehr glückliche Singles. Und völlig überforderte und unglückliche Familienmütter und -väter.
Wenn der TE so empfindet, ist es doch gut, wenn er es seiner Freundin so auch sagt, bevor sie schwanger von ihm wird.
Meine Scheidung beruhte auf genau dieser Konstellation. Ich habe darauf gewartet, dass er mit mir gleich zieht und 50% bei den Finanzen, dem Haushalt und den Kindern übernimmt. Und er war schon bei einem viel geringeren Prozentsatz völlig ausgelaugt und bräuchte Pausen und Auszeiten. Jetzt lebt er allein, sieht nur alle 2 Monate mal unser Kind, muss sich finanziell nur um sich selbst kümmern und ist viel glücklicher. Wir bräuchten damals aber eine Eheberatung, die mir erklärt hat, dass er zwar gerne alles mit übernommen und den ursprünglichen Plan von 50/50 umgesetzt hätte, es aber effektiv nicht hinbekommt und eher weniger als noch mehr zum Einkommen, Haushalt und Kindersorge beitragen möchte. Diese Erkenntnis hat dann bei mir dazu geführt, dass ich dann aber auch nicht mehr für ihn mitarbeiten und ihn in seinen Lebenszielen stützen wollte, wenn er unsere gemeinsamen Ziele (von meinen eigenen ganz zu schweigen) gar nicht mehr unterstützen konnte und wir ewig ein Ungleichgewicht gelebt hätten.
Beim TE sehe ich aufgrund der Ansage seiner Freundin eine ähnliche Konstellation:
Zitat von Duc_996R: sie kann mich überhaupt nicht verstehen und meint ich bin ein Egoist, sie wäre ständig für mich da und ich unterstützte sie überhaupt nicht
Sie erwartet, dass er genauso anpackt wie sie und auch eine Familie als Ziel hat.
Und er ist gedanklich und von seinen Handlungen hier:
Zitat von Duc_996R: alleine hätte ich ein wesentlich entspannteres und freies Leben
Das passt nicht. Das frustriert nur beide.
Sie muss sich emotional lösen und evtl. einen Mann finden, der mit anpacken und tatsächlich in einer Familie leben möchte.
Und er löst sich ja schon emotional und muss ggf. eine Frau finden, bei der er entweder keine Verpflichtungen hat oder immer mal wieder Pause davon nehmen kann.
Wie bei allen im Leben, gibt es die, die auf den Berg rauf steigen wollen, um die schöne Aussicht zu genießen. Die nehmen dann auch die Anstrengung auf sich. Und es gibt die, die auf die Aussicht pfeifen und daher lieber im Tal bleiben. Das eine ist nicht besser als das andere.
Nur sollte man sich als Talgenießer keine Bergsteigerin als Freundin suchen und dann beschweren, dass sie einen immer den Berg hoch schleifen will.
Duc, sag Deiner Freundin, dass Du keine Familie mit ihr, ihrem Sohn und eurem Hund sein möchtest, sie nicht heiraten und auch keine Kinder mit ihr möchtest. Und sag ihr das nicht im Streit, sondern in einem ruhigen Moment, in dem sie Dich ernst nehmen kann. Dann wird sie hoffentlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen, sich entlieben können und nach etwas Vorbereitungszeit auch ausziehen. Frauen reiten in der Regel ein totes Pferd nicht so lange wie Männer. Vielleicht nimmt sie Dir dann die Trennungsarbeit ja ab.