Zitat von Sincerite:Von mir aus könnte man das Internet wieder abschalten, trotz mancher Vorteile.
Ich oute mich und gestehe das ich hier bigotterie betreibe....
Auf der einen Seite verdiene ich mein Geld mit dem Internet (bzw. den Systemen die daran angeschlossen sind) aber auf der anderen Seite erinnere ich mich an Zeiten (und wünsche sie mir manchmal zurück) wo es vollkommen ok war das die Geschäfte um 18:30 geschlossen haben und samstags nur bis 13 uhr auf hatten. Wo wir (Kinder) morgens raus sind und erst wieder nach Hause "mussten" wenn die Strassenlaternen angegangen sind. Unsere Eltern wussten nicht wo wir waren oder wie wir uns den Tag über versorgt hatten (essen & trinken) aber es hat geklappt und wir haben überlebt.
Damals hat man mehr oder wenige gute Zeitungen gelesen um sich zu informieren und die Tagesschau war das was einen über die Welt informiert hat. Wenn da ich China ein Sack Reis umgefallen ist hat es mal ein paar Tage gedauert bis wir das irgendwo als Randnotiz aufgeploppt ist.
Da hat man sich als Erwachsener in den Kneipen oder auf Geburtstagen in der gesamten Nachbarschaft (ja, auch in den Grosstädten) getroffen und kennengelernt. Online Dating gab es in form von Kontaktanzeigen mit Chiffre in der Zeitung OHNE BILDER (!).
Ich frage mich ehrlich ob damals wirklich weniger passiert ist oder ob wir einfach nicht so (schnell) viel davon mitbekommen haben. Wenn heute in China ein Sack Reis umfällt. ist der noch nicht ganz gefallen und auf Facebook wird schon diskutiert ob der Klimawandel, die CDU oder die AFD daran schuld gewesen ist.
Sicher, das Internet hat auch vieles vermeindlich einfacher gemacht aber ich glaube eben das dies nur für die Individuen gilt und das die gesamte Gesellschaft darunter eher gelitten hat.
Die Attentate, allesamt "Einzelfälle"... aber warum? Ich mag keine Aluhüte aber manchmal frage ich mich wirklich ob es dinge gibt die man uns nicht sagt weil wir (als Gesellschaft) gar nicht in der Lage sind damit umzugehen. Ich fand diese Aussage vor ein paar Jahren ziemlich cool "Teile meiner Antwort könnten Sie verunsichern". Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt und wirklich ehrlich drüber nachdenkt dann ist da was dran.
Wenn ich an die Menschen aus meinem näheren Umfeld denke... meine Mutter (Mitte 70) urteilt bereits anhand von Überschriften und kontrolliert dann auch nicht die Hintergründe. Wir haben mittlerweile offizielle Seiten "in leichter Sprache" (!). Manchmal glaube ich das der Film "Ideocrazy" gar keine fiktion ist sondern uns auf eine sehr reale Zukunft vorbereiten soll....
Aber zurück zu Scheols eigentlichem Thema.... JEDE einzelne Gewalttat ist zu viel. Einige davon wären sicherlich vermeidbar gewesen wenn wir weniger drüber diskutieren würden auf welche Informationen wer und wann zugreifen darf und stattdessen überlegen wie wir solche Zugriffe möglich aber auch überwachbar machen können. (Who watches the watcher). Die GdP hat natürlich ein eigeninteresse, deshalb bin ich nicht ganz so sicher ob deren Statistik nicht auch ein wenig im Kontext "optimiert" wurde. Aber dennoch, und hier stelle ich meine Frage erneut, passiert nun wirklich mehr oder bekommen wir einfach nur mehr davon mit weil wir alle ständig online sind und überall irgendwas hören... (es reicht ja wenn der Kollege oder die Freundin was erfahren und einem davon erzählen... quasi co-online

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