irinaindira
Mitglied
- Beiträge:
- 8
- Mitglied seit:
Wenn Dir Deine Intuition sagt, daß es jetzt keinen Sinn mehr machen würde, mit ihm wieder zusammen zu kommen (trotz vorhandenen Gefühlen), dann hast Du Deine persönliche Antwort für Dich gefunden --- was sehr viel wert ist! Genau dieses Gefühl ist der Anfang vom Loslassen!
Die Ähnlichkeiten haben mich überrascht: daß Du so positiv bist und er Dich manchmal heruntergezogen hast, kenne ich aus der Vergangenheit auch ganz genau so. Mein Ex hat mir mal gesagt, er würde meine Ausstrahlung/Leichtigkeit vielleicht heimlich beneiden, und deswegen würde er mich manchmal nicht so behandeln, wie ich es verdienen würde. Bei mir war das Wer-ist-stärker-wer-ist-schwächer nie ein Thema, aber für ihn anscheinend schon... er sprach manchmal darüber, daß er sich schwächer als ich fühlen würde und erstmal einen richtigen Mann werden mußte, bevor er sich wirklich öffnen könnte.
Es ging mir weniger darum, was er mir gab, sondern mehr darum, daß ich ihm sehr sehr gerne hatte und einfach nicht aufgeben wollte. Als ich merkte, daß unsere Lage schwer war, versuchte ich trotzdem mit ihm eine Lösung zu finden und wir führten viele Gespräche. Aber auch in diesen fühlte er sich angeblich schwächer --- wie sich danach auch herausstellte.
Auch bei mir waren die Wünsche ganz normale. Nichts mit Klammern oder gar Heiraten. Ich wollte einfach mehr Ehrlichkeit von ihm mir gegenüber. Aber er so verwirrt, daß das nicht möglich war. Mal wollte er mich, mal war ihm die Suche nach seiner inneren Berufung wichtiger und er kapselte sich damit ab.
Das mit dem Abkapseln hat er mal versucht zu erklären. Er meinte, daß er seit seiner Kindheit die Gewohnheit hatte, Sachen die ihm wichtig waren, zu verheimlichen. Er hatte Angst, andere würden ihn auslachen oder dadurch durchschauen können. Er hatte auch immer Schwierigkeiten, seine Gefühle zu zeigen. Er sagte mir danach oft, daß er mich liebte, würde es aber nicht zeigen können (das habe ich von ihm, soweit ich weiß, nie direkt verlangt... doch manchmal hätte ich mir doch gewünscht, er wäre weicher und würde nicht so sparsam bei den Berührungen sein).
Ich habe die passive Aggressivität oft nicht ernst genommen. Blöd, aber man gewöhnt sich daran. Nur als andere Leute auch da waren, wurde es dann manchmal wirklich deutlich. Ein Mal ging es mir auf den Keks und ich stellte ihn zur Rede (sogar vor anderen) --- er entschuldigte sich und meinte, daß es ihm sehr peinlich war, und er nicht verstehen würde, warum er das überhaupt tat.
Selbstkritisch: ja, das war es auch. Sehr hart mich sich selbst. Das sagte nicht nur ich, sondern auch andere, die ihn kennen.
Nach der 1. Trennung haben wir relativ bald wieder Kontakt gehabt, als "Freunde". Doch war aber natürlich zu früh für Freundschaft. Ich habe hier auch sehr viele Fehler begangen, indem ich mir einiges vormachte und die Bindung ein Stück immer gefüttert habe. Du hast vollkommen recht, ich habe sehr lange gebraucht, den endgültigen Schnitt zu ziehen. Das war bei ihm besonders schwer, weil er, wie Du geraten hast, immer wieder Kontakt suchen würde --- vor allem als er merkte, daß ich mich gerade von ihm ein Stück mehr befreien konnte.
Das mit der Selbstliebe ist so ein Thema. Ein Hauptthema sogar. Heutzutage denke ich mir, daß ich damals auch nicht so viel Selbstliebe hätte haben können wie ich dachte. Wer in voller Gesundheit würde so ein Drama so lange mitmachen?
Wenn ich sage, daß er nie wirklich zu mir stand, meine ich keineswegs Heirat oder wieder Zusammenziehen, sondern ganz einfach die Zeit zusammen zu geniessen, ohne Sorgen und Zweifeln. Das konnte er einfach nicht mehr. Also das, was ich jetzt erlebe, war bei ihm einfach Tabu. Er sah das anscheinend als Abhängigkeit, als Schwäche, als Zeitverschwendung, ich weiß es nicht. Irgendwie hatte er ein Problem damit, einfach zusammen zu sein, ohne über Probleme zu reden oder sich in seiner Welt abzukapseln. Auch mit Beständigkeit hatte er ein Problem. Er würde sich melden, wir würden uns sehen, und dann würde er sich Wochen nicht melden (und ich aus Stolz dann auch nicht).
Auch ich empfand als Schwäche, von ihm eine klarere Stellung zu verlangen. Ganz lange meinte ich, ich durfte keine Erwartungen haben, da ich seine Freiheit über alles respektieren wollte. Doch dabei vergaß ich, was ich selbst wollte und doch, wieso nicht, auch erwartete.
Wenn ich Dir das jetzt alles schreibe und Deine Geschichte lese, dann wird es mir klar: Es hat einfach sehr viel Selbstliebe und Selbstwertschätzung gefehlt --- und zwar auf beiden Seiten. Es ist für mich hilfreich, das zu sehen.
Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg, ihn zu vergessen!
LG

wir waren 7Monate zusammen,nicht lang,aber ich habe mich da so reingesteigert als ob es Jahre gewesen wären!Er hatte immer irgendwelche Argumente gegen die Beziehung,dann war ich wieder seine Traumfrau,dann kam er doch wieder nicht mit dem hund zurecht,dann aufeinmal unsere verschiedenen Schlafgewohnheiten