Joshu
Mitglied
- Beiträge:
- 710
- Themen:
- 4
- Danke erhalten:
- 1202
- Mitglied seit:
Davon abgesehen: Was immer da war, mag sein, dass es da bestimmte Muster gab, aber ich glaube definitiv nicht, dass man sihc an den Schicksalen anderer unglücklicher Paare orientieren sollte. Ich habe zum Beispiel gerade erlebt, dass mein bester Freund, Vater meiner beiden Patenkinder, den ich seit Kindheitstagen kenne, sich ein halbes Jahr vor mir von seiner Frau getrennt hat. Und da gibt es auch einige vergleichbare Muster und wir verstehen einander auch gut. Aber es ist immer so eine komplexe Geschichte, es gibt für jedes Paar soviel unterschiedliche Möglichkeiten, abzubiegen, wohin auch immer, dass man das nicht auf seine Situation übertragen kann. Nach einigen Ähnlichkeiten nimmt seine Geschichte jetzt eine völlig andere Richtung als meine.
Und deswegen ist der Ansatz mancher Therapeuten, Krisen-Paare nur als Muster zu sehen, deren Weg sich quasi naturgesetzlich, statistisch quasi determiniert, mit hoher Wahrscheinlichkeit so und so entwickeln wird, weswegen man die und die Konsequenzen ziehen soll, für mich nicht nachvollziehbar. Das nimmt dem Menschen seine Indivdualität, es ist gewissermaßen unmenschlich.
Ich jedenfalls sage als individueller Mensch, der sich zu seiner je eigenen Existenz bekennt: Das lehne ich ab! Und wenn das bedeutet, dass ich mehr leiden muss zugunsten einer einfachen therapeutisch nach welcher Methode auch wie immer legitimierten Lösung, das nehme ich das an! Ich spreche auch aus der Erfahrung meiner eigenen Paartherapie her.
Also nichts für ungut, hahawi: Mir persönlich würde das Lesen dieses Strangs überhaupt nichts bringen.
Ich halte es im übrigen mit LeoTolstoi in Anna Karenina, gleich im ersten Satz des Romans:
"Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.