1990

Frau zieht nach 18 Jahre aus - keine Hoffnung mehr

Solskinn2015

Solskinn2015

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Von welchem?

06.03.2019 23:00 • x 1 #871


Joshu

Joshu


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Wie immer man den konstituierenden Urgrund des Universums festlegen mag,
ob als Platons Demiurg (Weltbaumeister), Aristoteles unbewegter Beweger, Plotins "Das Eine", Spinozas "Alleinheit" , Kants Gottes-Postulat als Grundlage einer transzendentalen Ethik, Nikolaus Cusanus Prinzip der Seinsermöglichung, den Christengott, den Judengott, Allah, die Schöpfer der indischen, ägytischen, griechischen, germanischen, nordischen Mythologie - ich bin sicher, nirgendwo in deren Bauplan des Universums kommen dicke Eier als Strukturprinzip oder als letzte Antwort auf das Geheimnis des Universums vor.

Ha!

07.03.2019 16:55 • x 1 #872


Joshu

Joshu


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So, vielleicht können wir jetzt wieder zum Leitgedanken dieses Forunms zurückkehren!
Wie schon der Name sagt: Trennungsschmerzen. Die uns wohl alle, die wir uns hier gelegentlich einfinden, beschäftigen, egal, ob Frau oder Mann.
Woher sie komnen, diese Schmerzen. Was sie uns sagwn wollen. Wie wir damit umgehen wollen. Wie wir uns ein wenig stützen können, um sie, wenn nicht zum Verschwinden zu bringen, sie aber doch ein wenig erträglich zu machen und besser damit leben zu können.

Zimindest ist das der Grund, warum ich hier bin.

07.03.2019 19:24 • x 1 #873


Küstenperle

... bin der festen Überzeugung dass die "Trauerkurve" ihre eindeutige Berechtigung hat (bei allem, was uns im Leben an Verlusten und Schmerzhaftem widerfährt, nicht "nur" eine Trennung)

nach dem Schock, der Verwirrung, der Abwehr, der Verdrängung (bei Trennung, der Suche nach einem schnellen Ersatz ) und all dem, was das menschliche Hirn/Seele oder wasauchimmer an Mechanismen anstellt, um eben nicht in die tiefe Trauer zu geraten und sich beim akzeptieren und hingeben dieser Trauer der Gefahr auszuliefern noch viel viel mehr als eh schon zu leiden -

äh, Schachtelsatz -

jedenfalls, ich glaube, man muss da durch. Punktaus. Aufschlagen mit all dem Leid. Und je resilienter man als Mensch ist, desto eher schafft man das auch. Leiden und Schmerz annehmen. Und durchleben.
Und aus diesen Löchern wieder rauszukommen und zu wissen, danach bin ich stärker und glücklicher, noch mehr mit mir eins, als jemals.

Ich persönlich glaube nicht, dass Gedichte, kluge Ratgeberbücher oder ähnliches diese eigene Lebenserfahrungen kompensieren, oder einem weiterhelfen - Für mich persönlich ist das "hohl" - aber ich bin auch kein Maßstab, ich bin da eher zynisch (bodenständig ist das "nettere" Wort) veranlagt.

Und dann erweist es sich, in Krisen, vor allem aus überstandenen, aus welchem Holz man eigentlich geschnitzt ist. Wie man aus einer solchen Situation herauskommt. Menschen sind verschieden, Gottseidank, aber ich wundere mich manchmal, was Menschen alles an Energie aufbringen, um Trauer zu vermeiden. Um alleine sein zu vermeiden. Um schlechte Gefühle nicht aushalten zu müssen.
Das aushalten ist schwer, aber der "Erfolg" ist, aus dieser Trauerkurve wieder rauszukommen und nicht zu verharren im abwehren.

Das war das Wort zum Sonntag

07.03.2019 20:04 • x 1 #874


Joshu

Joshu


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Damit durchaus einverstanden, Frau Perle.
Mit Trauvermeidung (Zerstreuungen, Esatzbeziehung, Alk. usw.) sperrt man seine eigene notwendige Entwickung ab, man drückt den Schmerz unter die Wasseroberfläche - und die Energie, die man auf Dauer aufbringen muss, um die Trauer und alle damit verbundenen Gefühle wie Angst und Wut unten zu halten, ist ein hoher Preis, der zu Abstumpfung, Ausgebranntsein, innerer Leere, mindestens aber zum Entwicklungsstillstand führt.
Nein, die Trauer muss durchlebt werden, ich gehe für mich sogar so weit, zu sagen, dass ich ein werden muss mit dieser Trauer, sie als Teil von mir ab jetzt zu akzeptieren, sie irgendwann wie einen "Freund" zu begrüßen, um velleicht etwas Gutes darin zu sehen, eine Kraftquelle. Einen anderen Weg sehe ich jedenfalls nicht.
Und einen Weg, ihr mit offenenbAugen zu begegnen, ist das Niederschreiben der Gedanken dazu und der Austausch (deswegen auch meine scharfe Reaktion auf den growapair-Beitrag, aber geschenkt, jetzt schreibst Du ja was ganz anderes).

Es ist aber dir Frage, wie mit der Trauer unzugehen ist. Außer dem Zulassen von allem, was da hochkommen mag, immer wieder, und der achtsamen Selbwahrnehmung gibt es auch individuelle Formen, die nicht für jeden gelten:
Zum Beispiel Musik, die die Kraft hat, eigene Gefühle sowohl kraftvoller und plastischer als auch milder erscheinen zu lassen oder auch gute Literatur, die zum Auseinandersetzen mit dem Inhalt und zum Selbstdenken anregt, und dazu gehören auch Gedichte, deren lyrischer unmittelbarer Ausdruck uns unmittelbar zu erreichen vermag und an Tiefen in uns zu rühren vermag, für den, der heute noch Gedichte richtig lesen kann.

Deswegen, Küstenperle, akzeptiere ich Deine Aussage über Gedichte und (Ratgeber-) Literatur natürlich als Deine persönliche Regel aber keinesfalls als allgemeingültig. Aber das schreibst Du ja auch selbst. Für mich zum Beispiel trifft sie ganz und gar nicht zu. Ein bisschen schade, dass Du sowas "hohl" findest.
Sowohl Musik als auch Literatur kann voller Leben sein.

07.03.2019 21:11 • #875


Küstenperle

(ja - grow a pair war wirklich einer "Momentaufnahme" geschuldet - und Respekt - ich kann mit jeglicher Kritik umgehen, ich wusste beim schreiben schon, na, das ist nicht wirklich passend aber egal)

Musik war mein bester (und einziger) Therapeut. Wenn es kaum mehr aushaltbar war.
Gedichte, Kunst, oder prädikat wertvoll Veranstaltungen, da bin ich raus - ABER wie schon gesagt - da hab ich selber einfach keinen Zugang zu. Wenn ich Dich frage, meinen Pferdestall auszumisten, sagste auch, ja genau

all the best

Zitat von Joshu:
den, der heute noch Gedichte richtig lesen kann


ja, konnte ich nie - aaaaber ich lese sehr gerne! Aber wie liest man Gedachte richtig? Außer Wort für Wort.

Die ganze Katastrophe - lesetipp!

07.03.2019 21:19 • x 1 #876


Joshu

Joshu


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Zitat von Küstenperle:
Musik war mein bester (und einziger) Therapeut. Wenn es kaum mehr aushaltbar war.


Das versteh ich sehr gut. Wenn gar nichts mehr geht, hilft Musik!

Zitat von Küstenperle:
Wenn ich Dich frage, meinen Pferdestall auszumisten, sagste auch, ja genau


Oh, sag das nicht. Ich weiß solch ehrliche Arbeit und deren Wert für die Seele durchaus zu schätzen.

Zitat von Küstenperle:
ja, konnte ich nie - aaaaber ich lese sehr gerne! Aber wie liest man Gedichte richtig? Außer Wort für Wort.


Das ist jetzt schwer, einen Grundkurs über das Lesen von Gedichten zu veranstalten, würde den Rahmen huer sprengen.
Nur als Grundsatz; Nicht versuchen, alles zu verstehen, wie man dir Handlung oder den Gedankengang in Prosa verstehen will. Versuchen, den Rhythmus, die Melodie, die Stimmung des Gedichts zu erspüren, Phantasie zu aktivieren, die Bilder, die Klänge oder Gerüche, die aufsteigen mögen zuzulassen.
Und mit leichten, "schönen" (nicht alle Gedichte sind klassisch schön) anfangen.



Zitat von Küstenperle:
Die ganze Katastrophe - lesetipp!


Eheroman, frühe 90er, ja? Danke.

07.03.2019 22:00 • #877


Küstenperle

also ehrliche Arbeit ist körperliche Arbeit?

07.03.2019 22:03 • #878


Joshu

Joshu


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Nicht jede körperliche Arbeit ist ehrliche Arbeit. Und es gibt ehrliche Arbeit, die nicht körperlich ist.
Aber 'n Stall ausmisten ist ehrliche Arbeit. Frag Herakles.

07.03.2019 23:18 • #879


Küstenperle

Du bist niedlich, Du zitierst häufig alte Menschen, die längst tot sind
es ist gut, das es Menschen gibt, die deren Weisheiten aufrecht erhalten. Erzähl mir was von Jesus?

(und ja, es gibt körperliche Arbeit, die alles andere als ehrlich ist - aber das älteste Gewerbe der Welt)

07.03.2019 23:44 • #880


Joshu

Joshu


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Zitat von Küstenperle:
Erzähl mir was von Jesus?


Nö - kannst Du leicht nachlesen, findeste alles in 'nen ziemlichen dicken Buch, das in vielen deutschen Haushalten zu finden ist.

Zitat von Küstenperle:
(und ja, es gibt körperliche Arbeit, die alles andere als ehrlich ist - aber das älteste Gewerbe der Welt)


Und was bitte ist an Fischerei, Jagd und Ackerbau nicht ehrlich?

Niedlich....pah.

07.03.2019 23:53 • #881


Küstenperle

bin ab und an und relativ regelmäßig in Hotels unterwegs - IMMER ist da ne Bibel ...
Niedlich !

Fischerei ist bäh (persönliche Meinung) Ackerbau - ach, als ob noch jemand hier einen Acker beackert - Jagd ehrlich? Ein Tier mit Waffe shooten

warum sollte ich Dich brauchen?

08.03.2019 00:02 • #882


Joshu

Joshu


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Zitat von Küstenperle:
bin ab und an und relativ regelmäßig in Hotels unterwegs - IMMER ist da ne Bibel ...
Niedlich !


Na siehst Du. Brauchst mich ja nicht.

08.03.2019 00:03 • #883


Küstenperle

achsooo, weil ich Dich gefragt hab - ok

08.03.2019 00:06 • #884


Joshu

Joshu


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Zitat von Küstenperle:
Fischerei ist bäh (persönliche Meinung) Ackerbau - ach, als ob noch jemand hier einen Acker beackert - Jagd ehrlich? Ein Tier mit Waffe shooten


Aber was hat denn Deine moralisch-ethische (Fischerei, Jagd) bzw. marginalisierte (übrigens nicht richtig, ich kenne einige praktizierende Ackerbeackerer) Bewertung mit der Rolle dieser Tätigkeiten als "älteste Gewerbe der Welt zu tun?

08.03.2019 08:56 • #885