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Frau zieht nach 18 Jahre aus - keine Hoffnung mehr

Joshu

Joshu

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Verdammt. Es hat mich mal richtig erwischt mit Infekt, Kopfschmerz, leichtem Fieber und alles was dazu gehört.
Ich bin niemand, der über so was jammert, hab auch das Nötigste erledigt, eingekauft, aber jetzt geht nur noch Bett....
Und da fällt das Alleinsein (mein Sohn ist bei seiner Mutter) besonders ins Gewicht.
Ich kann mich schon versorgen, aber die Stille (kann grad nicht mal Musik hören) drückt schon arg.
Wie still das in der Wohnung geworden ist....
Dazu kam kurzfristig die Sorge um unseren Hund, auf den ich mich ja immer so freue, wenn er ein oder zweimal die Woche bei mir ist. Er konnte seit gestern fast gar nicht mehr laufen, und er ist ja nun schon alt, und wir dachten schon, es wäre vielleicht so weit.
Aber wie meine Frau am Telefon sagte, nachdem die Tierärztin den Hausbesuch beendet hatte, scheint es "nur" eine akute Stoßverletzung zu sein, die sich mit ein paar Spritzen wieder in den Griff bekommen lässt.

Gott sei Dank! Ich wünsche, mein lieber Hund wäre noch ein bisschen bei mir.

08.03.2019 20:13 • x 1 #886


Küstenperle

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Zitat von Joshu:
Aber was hat denn Deine moralisch-ethische (Fischerei, Jagd) bzw. marginalisierte (übrigens nicht richtig, ich kenne einige praktizierende Ackerbeackerer) Bewertung mit der Rolle dieser Tätigkeiten als "älteste Gewerbe der Welt zu tun?

weiß ich auch nicht, gesten machte es Sinn :-)

ich hoffe, das euer Hund noch ne gute Zeitlang bei euch bleibt !

08.03.2019 21:41 • x 2 #887


Mia2

Mia2

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Gute Besserung für Dich in erster Linie, aber auch für deinen Hund.

08.03.2019 21:46 • x 2 #888


Joshu

Joshu


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Danke Euch.

08.03.2019 22:14 • x 1 #889


Joshu

Joshu


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x minus 155 Tage.
Noch 45 Tage, dann sind die 200 Tage vorbei, nach dem dem ich mich aus diesem Forum zurückziehen wollte.

Was soll ich sagen? Fühlt sich gerade wieder alles nach Zurück auf Los an. Nullpunkt.
Geht nicht vor und nicht zurück.
Die Zeit heilt die Wunden nicht ,sie macht nur alles, die Wahrnehmungen, die Erinnerungen, die Vorstellungen, die Emotionen an die Zeiten, immer stumpfer.

Viel mehr wird hier auch nicht mehr für mich passieren. Eigentlich könnte ich mich schon jetzt zurückziehen.

Ich komme zurecht, schaffe meinen Tag und die Aufgaben, manchmal gibt es auch die eine oder andere nette kleine Überraschung, aber Freude kenne ich schon seit Jahren nicht mehr, und die Hoffnung darauf hab ich aufgegeben.

Für einen völlig neuen Lebensentwurf, der mir vielleicht helfen wollte, dazu fehlt mir dann doch die Kraft. Und aus dem Alter bin ich leider auch raus.

11.03.2019 17:41 • x 5 #890


williams

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Jetzt würde ich dir ja gerne so ein durch und durch einfältiges "lass dir Eier wachsen" zuwerfen...

Aber ich befürchte, dass dein Resümee auch das meine werden wird. Natürlich geht es irgendwie,
Disziplin etc. helfen dabei.
Wenn man aber schon "den Menschen" und "den Weg" für sich gefunden hatte und beides dann
verloren geht und man daran so gar nichts ändern kann, die Welt sich weiterdreht und man
selber aber so überhaupt nicht - ja, was dann eigentlich?

Wie hat sich denn die Beziehung/das Miteinander mit deiner Frau entwickelt, seit ihr nicht mehr zusammen wohnt?

11.03.2019 19:22 • x 1 #891


Joshu

Joshu


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Zitat von williams:
Jetzt würde ich dir ja gerne so ein durch und durch einfältiges "lass dir Eier wachsen" zuwerfen...


Und in diesem speziellen Fall jetzt hätte Du wahrscheinlich recht. Bin halt immer noch vom heftigen Infekt geplagt und komme nicht raus, kann keinen Sport noch sonst eine anspruchsvollere Aktivität auf mich nehmen derzeit, und dann neigen die Gedanken dazu, düster und larmoyant zu werden. Ich weiß selbst, dass das gerade meinem körperlichen Zustand geschuldet ist. Aber dieser dauer-dumpfe Kopfschmerz ist nicht wirklich schön....
Außer meinem Sohn für zwei Tage und meinem Hausarzt hab ich sonst niemanden zu Gesicht bekommen, wenn man von Begegnungen beim Einkauf absieht.

Mein Hund ist immer noch nicht richtig über den Berg, macht mir auch noch Sorgen.

Meine Frau - wir sehen uns sehr selten derzeit. Kommunizieren nur, wenn es was zu regeln gibt. Oberflächlich freundlich, kein Streiten mehr, wir regeln auch jetzt immer noch alles prima, wir wir das schon zu Ehezeiten getan haben, aber von menschlicher Nähe keine Spur.

Wie sieht´s denn bei Dir aus, williams?

11.03.2019 19:29 • x 2 #892


williams

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Glaube ich gerne, dass der Infekt und die unerbetene Ruhe noch zusätzlich zehren....
Bei mir sieht es notgedrungen zweischneidig aus. Nach außen muss ich natürlich funktionieren, da duldet
der "Job" keine Ausfälle. Innen - ja, da tanzt das Chaos.... Wir sind jetzt bei Tag X+9, haben 2x telefoniert,
auch sie muss sich erst an die Situation gewöhnen. Dabei ist mir echt nicht klar, warum ich mich erst mühsam an etwas
gewöhnen muss, was ich selber wollte. Aber, who cares, ich möchte nicht deinen Thread kapern.

11.03.2019 19:58 • x 2 #893


Joshu

Joshu


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Du kaperst nicht, meinen thread, williams, ich hab Dich ja gefragt. Und ich sehe das hier durchaus als Austausch-Forum.
Und helfen hilft im übrigen! ;-) Weil dabei viel über sich selbst zu erfahren ist.

Ich weiß ja wenig von Dir, aber Du hast die Trennung offenbar gewollt, aber dennoch wart ihr ja auch lange (wie lange?) zusammen, denke ich. Die hypothetische Vorwegnahme der Trennung im Kopf ist ja dann doch noch einmal etwas ganz anderes als die tatsächlich erfolgte. Auch Du musst mit einer ganz neuen Situation - und einem Verlust zurechtkommen.

11.03.2019 23:38 • x 2 #894


williams

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Da habe ich (zu) wenig erklärt.

Wie du wohl auch, habe ich die Trennung kein bisschen gewollt.
Wir kennen uns schon über 23 Jahre, damals waren wir aber noch anderweitig
vergeben. Dann ein paar Jahre aus den Augen verloren, wiedergesehen, ich war
gerade wieder frei und sie mittlerweile verheiratet aber schon mit Trennungsgedanken.
Ab da waren wir ein Paar, immer froh über die zweite Chance, die wir bekommen haben.
Es passte einfach alles, in jeder Hinsicht.

Die letzten eineinhalb Jahre waren kräftezehrend, berufliche Neuorientierung, etc.
In dieser Zeit war der Druck entsprechend hoch, für sie wohl irgendwann zu hoch. So ist dann dann
wohl der Gedanke aufgekeimt, sich zu trennen. Ab einem bestimmten Zeitpunkt hat sie die
Situation nicht mehr mit mir zu lösen versucht, sondern sich mit einem Teil des Freundeskreises besprochen.

Ab da hat sie sich (aus meiner Sicht) um 180 gedreht. Sie hat die Trennung mitgeteilt, Gespräche über Organisatorisches hinaus
waren nicht mehr möglich, wie auf Autopilot.

Deinen Thread hier lese ich auch deshalb gerne, weil ich mich in einigen Facetten eurer Geschichte wiederfinde
und auch unser Zugang zum Thema wohl mit "lass dir Eier wachsen" nicht ganz hinreichend beschrieben ist.

12.03.2019 08:08 • x 3 #895


Joshu

Joshu


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@williams:
Okay, sorry, nach deiner letzten Nachricht hatte ich verstanden, die Trennung sei von Dir ausgegangen.
In der Tat, ich erkenne strukturell vieles wieder von dem, was mir auch widerfahren ist.
So gar das anderweitig vergeben zu Anfang haben wir gemeinsam.
Und den Autopiloten.auch......

Ich denke, wir müssen uns gar nichts mehr wachsen zu lassen. Sensibilität hat nichts mit Weicheierei zu tun.
Tag für Tag erobern und aus Rückschlägen lernen, dann finden wir schon ins Leben zurück.

12.03.2019 12:29 • x 3 #896


Candice50

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Zitat von williams:

Deinen Thread hier lese ich auch deshalb gerne, weil ich mich in einigen Facetten eurer Geschichte wiederfinde
und auch unser Zugang zum Thema wohl mit "lass dir Eier wachsen" nicht ganz hinreichend beschrieben ist.


Ich finde mich teilweise auch in diesem Thread wieder, nur aus der anderen Perspektive. Ich reflektiere meine Beziehung mehr als in der Vergangenheit und bin mir wirklich bewusst, dass es auch hätte anders ausgehen können. Das mit dem Autopiloten trifft es ganz gut. Jeder blieb auf seiner Seite im Feld ... Ich erinnere mich, dass ich mehrere Wochen nicht/kaum mit meinem Mann gesprochen habe und ich innerlich gedacht habe, spätestens, wenn die Kinder groß sind, bist du weg. Irgendwie hat dann doch einer den ersten Schritt gemacht und wir haben das dann sukzessive aufgearbeitet.
Zu den Eiern: Ich schätze einen starken Mann an meiner Seite und das meine ich nicht auf das Körperliche bezogen. Allerdings finde ich Sensibilität ebenfalls sehr anziehend. Mein Mann konnte sich in der Vergangenheit sehr schwer emotional öffnen. In letzter Zeit gibt er mehr von sich Preis und dieses Zugeben von Ängsten und Zeigen von Gefühlen bringt ihn mir näher. Aber manchmal macht es mir auch Angst, da er mir in der Vergangenheit vermittelt hat, es wird alles gut bzw er sorgt dafür, dass alles gut wird. Ich hoffe, ihr versteht mich.

@ Joshu und @ williams, ich mag eure Art zu Schreiben und die Selbstreflektion sehr. Ich wünsche euch, dass ihr wieder glücklich werdet, in welcher Form auch immer

12.03.2019 14:31 • x 3 #897


williams

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Zitat von Candice50:
Aber manchmal macht es mir auch Angst, da er mir in der Vergangenheit vermittelt hat, es wird alles gut bzw er sorgt dafür, dass alles gut wird. Ich hoffe, ihr versteht mich.


Ich denke ja. Sobald man versteht, dass der andere selbst Zweifel, Ängste usw. hat, kostet das auch etwas
von der eigenen Zuversicht, er oder sie könne das im Zweifel für beide lösen.

Da denke ich an zwei Menschen, alleine in einem Wald, die sich verlaufen haben.
Was möchte frau/man dann lieber: dass sich beide gegenseitig bis zur Verzweiflung ihre Orientierungslosigkeit
reflektieren oder das einer den anderen bei der Hand nimmt und sagt: "Auf gehts´, ich bringe uns jetzt hier raus"?

12.03.2019 17:47 • x 1 #898


Candice50

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Ja so empfinde ich das auch. Eines unserer Kinder war vor etlichen Jahren sehr krank. Ich war mehr als verzweifelt, es war eine Akuterkrankung und ich hatte schlimmste Szenarien vor Augen. Wenn mein Mann ebenso gewesen wäre, das wäre schrecklich gewesen auch für unser Kind. Er war unerschütterlich positiv, meine Nachfrage, ob er sich keine Gedanken über einen eventuellen schlechten Ausgang gemacht hat, hat er vehement verneint.
Es ist wohl ein bisschen widersprüchlich, ich möchte das nicht für alle Frauen verallgemeinern, aber ich wünsche mir einerseits eine gleichberechtigte Beziehung auf Augenhöhe. Tief in mir drin ist dann aber auch eine romantische verklärte Sehnsucht nach Geborgenheit, Hingabe, Anlehnen an den anderen. Wenn ich jetzt mein Geschreibsel so lese, denke ich, dass mein Mann es schwer hat mir recht zu machen. Gibt es einen Königsweg?

12.03.2019 18:26 • x 1 #899


Mayla

Mayla

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Zitat von williams:
dass sich beide gegenseitig bis zur Verzweiflung ihre Orientierungslosigkeit
reflektieren oder das einer den anderen bei der Hand nimmt und sagt: "Auf gehts´, ich bringe uns jetzt hier raus"?


Ich möchte weder das eine noch das andere Extrem.
Ich möchte weder handlungsunfähig sein, noch möchte ich die Verantwortung kompett an meinen Partner abgeben. Ich bin eine erwachsene Frau, kein hilfloses kleines Mädchen, das gerettet werden muss.
Was ich möchte, ist, in erster Linie selbst die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen. Wenn mein Partner und ich uns im Wald verirren, sollten wir die doppelte Chance haben, wieder herauszukommen, weil wir gemeinsam doppelt so viele Fähigkeiten haben. Die Fähigkeiten sollten sich ergänzen.

Zitat:
Sobald man versteht, dass der andere selbst Zweifel, Ängste usw. hat, kostet das auch etwas
von der eigenen Zuversicht, er oder sie könne das im Zweifel für beide lösen.


Das beschreibt für mich einen natürlichen Reifeprozess im Erwachsenenalter. Als junge Frau sucht man sich als Partner oft den Beschützer und Macher. Je selbstbewusster und stärker man wird, desto mehr verschieben sich diese Rollenbilder. Es kann sein, dass die Frau nicht mehr beschützt und/oder bevormundet werden möchte. Oder der Mann möchte nicht mehr der Macher und der Starke sein. Meiner Erfahrung nach ist das genau der Punkt, an dem es schwierig werden kann, nämlich dann, wenn einer seiner Rolle entwächst, während der andere seinem "alten" Fremd- und Selbstbild anhaftet. Das führt dann entweder zu einer kompletten Neuausrichtung in der Partnerschaft, meist begleitet von schweren Krisen, oder zum Bruch.
In einem guten Buch habe ich mal sinngemäß den Satz gelesen, dass dieselben Gründe, aus denen man den Partner wählt, später die Trennung herbeiführen. Ich denke, da ist etwas dran.

12.03.2019 18:37 • x 1 #900