Bin nach 2 Stunden Schlaf aufgewacht, prompt ging der Kopf an.
Mir gehen die Gespräche mit ihm, die es kurz vor und nach der Trennung gab, nicht aus dem Kopf.
Ich weiß, dass ich nicht versuchen sollte ihn zu verstehen, aber die Gedanken, die immer wieder fragen, warum es passieren musste und warum so, die kommen immer wieder.
Und gerne dann, wenn sein Verhalten mal wieder daneben war.
Manchmal juckt es in den Fingern und ich würde der Neuen gerne eine Nachricht schreiben.
Natürlich mache ich das nicht! Es würde ja nichts bringen.
Aber ich frage mich wie man so handeln kann. Einen Mann, den man kaum kennt und der wahrscheinlich die bestehende Beziehung schlechter darstellt, als sie ist, darin unterstützen, sich zu trennen, um ihn für sich zu gewinnen? Diesen Mann trotz des Wissens um die Probleme
seines Jüngsten, für sich haben zu wollen und ihn so zu beeinflussen?
Fühlt man sich toll, wenn man es geschafft hat? Hat man dann gewonnen?
Ich weiß, zu der Geschichte gehören , wie beim Scheitern einer Beziehung, immer Zwei. Und den Grundstein dafür, dass sie das Gefühl hatte, es könnte etwas werden, hat er gelegt.Wie auch immer.
Wohlmöglich hat sie noch das Gefühl, sie hat ihn gerettet. (Er vielleicht auch.)
Ich sehe wie er sich verhält,wie er seinen Schritt rechtfertigt, was ihm hier alles egal ist und wie er sich andererseits ihr zuliebe Mühe gibt. Ich möchte , dass es mir egal ist, aber das ist es (noch) nicht.
Ich bin verletzt, meine Kinder leiden, auch wenn zwei schon groß sind.
Und darauf bauen die beiden ihr Glück auf?
Ich hätte mir gewünscht, dass er erstmal allein ist und mal wirklich hinterfragt, was schief gelaufen ist. Und zwar nicht nur, was ich alles falsch gemacht habe, sondern auch wo vielleicht seine Fehler waren.
Aber das ist für ihn ja nun unnötig.
Seine Aussage "learning by doing" finde ich voll daneben. Wahrscheinlich auch , weil ich Angst habe, dass das tatsächlich klappt.
Wobei es bei der Neuen natürlich auch leichter ist, denn frisch verliebt ist ja einiges möglich, aber die Grundvoraussetzungen sind natürlich im Moment dort auch besser. Denn für jemanden , der die Verantwortung und Probleme einer Familie nur als Belastung sieht, ist es bestimmt toll, sich nur noch auf eine Person einlassen zu müssen.
Da sind natürlich " Altlasten " einfach nur hinderlich.
Wenn er sich nicht gleich auf etwas Neues eingelassen hätte, vielleicht hätte man etwas retten können? Aber selbst wenn nicht, hätte sich das Ganze nicht so unfair angefühlt wie jetzt.
Seine Worte, dass er es sich auch anders gewünscht hätte, dass er sich gewünscht hätte, ich würde jemanden kennenlernen und mich trennen, verletzten zusätzlich.
Denn wie lange mag er schon so gedacht haben? Und war es ehrlich gemeint oder ist das auch nur wieder etwas, was in der Vorstellung das Ganze vereinfacht, wenn es aber wirklich passiert plötzlich anders empfunden wird?
Denn ist ist ja leicht gesagt, aber wenn es denn eintritt, merkt man ja vielleicht doch, dass man den Partner gar nicht hergeben will. Wie bei so vielen Sachen kann man doch im Voraus gar nicht wissen, was wäre wenn.
Sorry für den langen Text, habe versucht meine Gedanken zu sortieren.
