Zitat von blackqueen: Konmarie verfolgt den gleichen Ansatz mit Does it spark joy, das verfängt aber bei mir aus irgendeinem Grund nicht.
Naja, die hat schon Recht, man hat schließlich selbst Lieblingssocken und Lieblingsunterhosen, und welche, die man nicht so gerne anzieht. Oder immer die beiden Messer, die man nimmt, weil sie halt am besten schneiden und besser in der Hand liegen als die anderen.
Die Kunst ist, das eine vom anderen überhaupt mal zu unterscheiden.
Beim Buchregal würds bei mir jetzt nicht notwendig sein, weil die passen alle (noch) rein. Aber gestern stellte ich auch (wieder) fest, dass es viele Bücher ein freudloses Dasein fristen, weil ihre menschliche Freundin sie nicht mag und ich sie nie im Leben (mehr) lesen werde. Und dann suchen muss, was ich doch gern lesen würde. Wird also auch noch in Angriff genommen.
Im Shintoismus, von dem Marie Kondo geprägt ist, spricht man Objekten eine Seele zu. Machen wir ja bis zu einem gewissen Grad auch, die aber bewusster. Dinge nicht loslassen zu können, die man nicht mag, ist so gesehen fast genauso unmoralisch wie eine Pflegemutter, die ihre Kinder nicht liebt, aus finanziellen (und anderen) Gründen zu viele davon hat, und sich allein schon deswegen nicht richtig um sie kümmern kann. Aber freilassen und ein anderes (nächstes) Leben ermöglichen will sie sie auch nicht. Was sie selbst dann aber auch immer gestresster und unglücklicher macht. Und die „Kinder“ natürlich auch, die schreien dann immer lauter.
Wir glauben ja eher, man tut den Dingen und sich selbst einen Gefallen, wenn man auch die ungeliebten vernachlässigten Dinge nicht weggibt. Ich glaube aber mittlerweile, im Shintoismus sieht man das richtiger.