Zitat von J_Eulenspiegel: Wieso stehen Frauen auf Bad Boys bzw. so A.lochtypen?
Diese Frage lässt sich am einfachsten mit einer anderen Frage beantworten:
Warum haben die größten Affen die meisten (oder überhaupt alle) Weibchen?
Das liegt einfach in der Natur der Sache, auch wenn der heillose Zivilisations- und Kulturstrander Mensch sich ja um die einfachsten Tatsachen herumwindet mit all seiner windigen Vorstellungskraft.
Je höher, kann man sagen, der (unter anderem über Pheromone erschnupperbare) Testosteronspiegel, umso Bad Boy, umso energischer, kriegerischer, wilder, primitiver, blödsinniger, anziehender, attraktiver, interessanter; je niedriger der Testosteronspiegel, umso Soft Boy, umso lieber, sanftmütiger, verträglicher, unanziehender, unattraktiver, langweiliger.
Anders gesagt: Der Bad Boy riecht nach Mann, nach Virilität, der Good Boy nach parfümierten Weihnachtskerzen, nach Feminität, wenn nicht Senilität.
An sich alles kein Problem, so läuft eben die natürliche Auslese. Allerdings ist dem Menschen als einzigem Lebenwesen eben der Mensch dazwischengekommen, und so ist die Natürlichkeit immer mehr von der sogenannten Kultürlichkeit, ein Konglomerat vielfältiger, oft not- und größenwahngeborener Einbildungen, kann man sagen, infiltriert und korrumpiert worden. Zudem dann auch noch die Kleinfamiligkeit (als es noch Sippen gab im eigentlich Sinne, hat sich dieses Problem noch gar nicht gestellt) und schließlich zu allem Überfluss die ja völlig widernatürliche und geradezu vollends übergeschnappte Forderung der säggsuellen "Treue", der Anspruch, ja zweitweise sogar das Recht darauf.
Nun ist es aber so, was immer der Mensch auch alles fordern mag, was immer er sich vorstellen mag, worauf immer er beharren, was immer als sein Menschenrecht ansehen mag usw. - so ganz ist die Natur doch nicht auszulöschen, und so wäre der übliche Zustand, der sich aus den natürlichen triebhaften Begehrlichkeiten einerseits und der (möglicherweise unnatürlichen) Notwendigkeit einer stabilen Beziehung (Kleinfamilie, Kinder, Gesellschaftszwang, Kulturvorgaben) andererseits ergeben hätte, schlicht und einfach: Für den Säggs (und fallweise vielleicht noch für den Dachstuhlabriss oder die Dieselreparatur) Bad Boys, für das Alltagsleben und allfällige Kuscheligkeiten und Freundschaftlichkeiten und höhere Hilfdienste der Good Boy. Also eine grundsätzliche, zudem völlig jeder Vernunft entsprechende Zwei- bzw. Vielgleisigkeit (Bad Boys haben ja ein oft schnelles Ablaufdatum, weil sie zumeist im gewöhnlichen Leben eben gar nicht auszuhalten sind) von Anfang an.
So läuft es aber im Allgemeinen und Gewöhnlichen eben auch nicht aufgrund der - sagen wir freundlich - erstaunlichen Einzigartigkeiten des Menschen, der aus restlos allem stets ein Gebet und ein Amen machen muss wie ein zwangsgestörter Heilsamateur, ein Drama, eine Sünde, ein Verbrechen, eine Pflicht, eine Schuldigkeit usw., und daher kommt es in jeder Hinsicht unvermeidlich zu völlig chaotischen und teilweise nichts als irren Zuständen. Die Frauen hätten sich nie das Heft aus der Hand nehmen oder vielleicht vielmehr es sich nicht entreißen lassen dürfen, hätten sich nie von diesem großmäuligen Lebensdilletanten Mann unterjochen lassen sollen, dann sähe es im Großen und Ganzen vermutlich so aus, wie es sinnvollerweise auszusehen hätte. Auf der einen Seite das Heim mit allem Drum und Dran, auf der anderen der Säggs. Zwei völlig verschiedene Angelegenheiten, die miteinander zudem auch kaum verträglich, ja durchaus mehr oder weniger gegensätzlich sind.
Jetzt könnte man noch einwerfen: Und wo bleiben dann all diese ja auch immer zahlreicher gezüchteten Good Boys, sollen sie denn nur am Herd stehen und die allfälligen Kinder hüten und die Fahrradhelme polieren?
Durchaus nicht. Es gibt ja auch wenig säggsualisierte Frauen oder mit der Zeit in diesem Sinne erschöpfte Frauen, denen alles Testosteron mehr oder weniger gleichgültig oder gar lästig geworden ist, und dann eröffnen sich allerlei Möglichkeiten für Good und Soft Boys, und sie können ihre Stärken und Vorzüge sinnvoll umsetzen, die eben kaum tierische sind, sondern mehr im Zierlichen und Ungewagten liegen. Und die einen und anderen milden Bettspielchen sind unter Umständen dann ja auch noch möglich als Nebenerscheinung. Säggs darf nur nicht, wie es an sich üblich ist, im Zentrum stehen, denn das kann nur zu endlosen Zwistigkeiten und Frustrationen und Ernüchterungen führen, die dann, mangels Einbekenntnis, auf allen nur möglichen Ebenen ausgetragen bzw. erlebt werden. Oder die Good Boys erweisen sich eben als tolerant und resilient genug, ihrer Zugetrauten (Zugemuteten kommt heute ja so gut wie nicht mehr vor) auswärtige Vergnügungen zu gönnen und sozusagen den wechselnden und ihnen in dieser Hinsicht ja krass überlegenen Rivalen das Bettfeld von vornherein zu überlassen. Kommt manchmal ja auch so vor, und vielleicht ist es sogar ein kleiner Hoffnungsschimmer für Hinkünftiges.
Und zum TE im eigentlichen Sinne: Da Du Dich selber sogar als besonders lieb und zuvorkommend und behütend usw. beschreibst, also so, wie Du selber Dir offenbar einen Traummann schlechthin vorstellst, wird es im Allgemeinen nicht für mehr als die Freundschaftsgebiete reichen. Solltest Du selber überhaupt an den Feuchtgebieten interessiert sein, sind das zwar keine besonders guten Aussichten, aber die Realität bleibt einem früher oder später ja doch nie erspart. Und zudem: Wie gesagt, es gibt ja auch Frauen, die von sich aus grundsätzlich wenig säggsuelles Interesse haben, und diese wären für Dich eben die idealen Kanditatinnen. Aber möglich, Du fühlst Dich Deinerseits nur von geschundenen Frauenseelen angezogen, denen Du dann Trost spenden kannst. Das ist ja auch schön von Dir, nur solltest Du dann eben nicht mehr erwarten.