snowdrops
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ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.
Am Besten am Ende. Ich leide. Ich habe Trennungsschmerzen.
Vor vier Wochen habe ich meinem Partner eine Mail geschrieben und einen CUT ausgesprochen.
In dieser Mail habe ich auch alle … weil‘s aufgezählt, und warum ich so nicht mehr weitermachen kann.
Auch meine Liebe habe ich ihm dort hineingeschrieben. Also alles in allem eine sehr konfuse Mail.
Was ist passiert?
Ich kann nicht alles im Moment her aufschreiben, das würde den Rahmen sprengen und es würde mich auch zu sehr belasten.
Wir haben uns vor mehr als 5 Jahren kennengelernt. Seit 2018 sind wir dann zusammengezogen, als ich ein BurnOut und folgend eine Depression bekam. Ich hatte keine Energie mehr.
Durch eine Beziehung davor, die schon 2 Jahre her war, habe ich schon bin der Kennenlernphase den von mir benötigten "Beziehungsrahmen" abgesprochen, der bei ihm auf Gegenseitigkeit gestoßen ist, es war eine schöne Kennenlernphase. In der Beziehung davor war ich mich einem aggressiven Narzissten zusammen, die ich mit viel Eigenarbeit verlassen konnte. Jeder der eine solche Beziehung kennt, weiß wie schwer es ist.
Mein Partner schien komplett anders zu sein,
Was er jedoch nicht erwähnt hat, war, dass er rund um die Uhr arbeitete. Er hatte 2 Jobs, einen selbstständigen und einen in Anstellung. Ersteren wollte er beenden. Am Anfang, als ich dieses Pensum noch nicht kannte und wusste, hat er sich die Zeit wohl immer freigeschaufelt für mich. Nach einer Zeit allerdings wuchs ihm das ganze über den Kopf und ich habe das Ausmaß erkannt. Also habe ich ihn dabei unterstützt, ich bin in der Woche arbeiten gegangen und am Wochenende bin ich zu ihm gefahren und haben wir seine "Verpflichtungen" zusammen abgearbeitet. Es war immer weniger Zeit für das Aufbauen der Beziehung und das Ausleben der ersten Verliebtheit.
Irgendwie wurde es aber auch nicht besser. Nach einem Jahr ca. war der größte Anteil geschafft. In der Zeit gab es allerdings auch schon die ersten Auseinandersetzungen, da mir die Zweisamkeit und Aufmerksamkeit gefehlt hatte. Ich brachte immer wieder neues Verständnis auf.
Je weniger Pensum seine Selbstständigkeit in Anspruch nahm, um so mehr hat er sich in seine andere Arbeit reingekniet. Also mal kurz zusammengefasst, für mich wirkte es immer wie eine Arbeitssucht. Ich denke, dass ich damit auch richtig liege. Bis heute.
Als ich dann noch eine Weiterbildung anfing war mir das alles Zuviel und ich hatte keine Kraft mehr. BunOut-Depression waren die Folge.
In dieser Zeit bin ich zu ihm gezogen. (Vorher Fernbeziehung)
Ich habe mich selber wieder aus dem Loch geholt und 1 Jahr später eine Umschulung begonnen, in der ich nun die nächsten Monate meine Prüfungen absolvieren muss.
Es hat sich dann so entwickelt, dass ich die nach Zweisamkeit lechzende beziehungssüchtige war und er der distanzierte freiheitsliebende Mensch. Was sich ebenso nach einer gewissen Zeit gezeigt hat, war das Schweigen nach einem Streit, das nicht über Probleme reden könnende Schweigen und das sich immer wieder zurückziehende. Man nennt das auch Silent Treatment. Leider hat es mich getriggert, da ich das schon aus meiner Kindheit kenne.
Ich habe angefangen, um seine Aufmerksamkeit zu "betteln", indem ich mich ziemlich verbogen habe, nur um Auseinandersetzungen und dem drauf folgenden kalten Schweigen zu entkommen. Aber egal, wie ich es auch angestellt habe, es war nicht zu vermeiden. Ich habe mit allen Möglichkeiten um ihn gekämpft, er hat sich mit allen Möglichkeiten von mir zurückgezogen.
Das hat mich wahnsinnig gemacht und oft auch zu Reaktionen, die ich jedesmal bereut habe. Vorwürfe, Weinen, Verzweiflung etc. Ich wollte dieses Gefühl weghaben, nicht geliebt von ihm zu werden.
Ich habe schon schnell meinen negativen Anteil von mir bemerkt, aber ich habe es nicht in den Griff bekommen. Jedesmal, wenn er sich wieder zurückgezogen hat und hinterher so getan hat, als wäre nichts passiert, als hätten wir keinen Streit gehabt o.ä. fühlte ich mich schlecht.
Mein Selbstwert und -vertrauen war im Keller.
Er suggerierte mir aber immer, dass er mit mir zusammen sein möchte. Es war ein seltsames "Spiel", aus dem es wohl kein Entrinnen kam. Ich habe 100 Lösungen vorgeschlagen, Ideen entwickelt, wollte einfach, dass es wieder gut ist. Er hat alles mitgemacht, nur eben keine eigene Verantwortung für diese Beziehung übernommen.
Im letzten Jahr wurde es dann sehr schwierig. Er lebte fast nur noch für die Arbeit. Auch wenn er am Wochenende zuhause war, irgendwas war immer. Vorbereitungen, Bereitschaftshandy etc. Wir haben kaum mehr was miteinander gemacht. Wir waren nicht böse miteinander, haben aus den paar Minuten versucht, das Beste zu machen. Aber unterschwellig grollte es. Dann haben wir den ersten Urlaub nicht verbringen können, weil Arbeit. Dann unser großer Urlaub, er wollte ihn getrennt verbringen.
Eine neue Kollegin, er war begeistert und abgelenkt. Viele Streitereien, Auseinandersetzungen und Tränen meinerseits. Mein Vorschlag, ich suche mir eine eigene Wohnung und wir beide machen in der Woche unser Ding und am WE bauen wir unsere Beziehung wieder auf. Er fand das gut und willigte ein. Im Herbst traf er sich mit einer alten Jugendliebe, die er 40 Jahre lang nicht mehr gesehen hat. Er belog mich, was das Treffen anging, er wollte es mit als Klassentreffen verkaufen. Daraus wurde dann jedoch ein Einzeltreffen. Mir war das Zuviel und ich bin für 1 Woche in ein Appartment gezogen.
Körperlich lief bei den beiden nichts, aber gefühlsmäßig ist mein Partner echt abgedriftet. Sie ist wieder zurück in ihre Heimat geflogen und er hielt per Handy Kontakt zu ihr. Ebenfalls heimlich.
Dann tat ich etwas, was ich bislang nie getan habe, es aber einfach ein Zwang war. Ich schaute in sein Handy. Und da las ich dann die vielen liebevollen gefühlsbetonten und sehnsuchtsvollen Worte an diese Frau.
Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen.
Im Dezember habe ich mir eine Wohnung gesucht und mit seiner tatkräftigen körperlichen Unterstützung, für die ich dankbar bin, bin ich umgezogen.
Kein Weihnachten mehr zusammen, kein Silvester. Er hat täglich bei mir angerufen. Hat auch geweint, was er sonst nie tat, aber wenn ich mit ihm reden wollte über das Geschehene: Schweigen.
Anfang Januar habe ich ihm dann die am Anfang erwähnte Mail geschrieben. Ich konnte nicht mehr. Nicht mehr kämpfen, nicht mehr hoffen.
Er wollte sich nicht festlegen, weder für mich gegen mich, also habe ich, wie immer, die Entscheidung getroffen.
Das ist jetzt fast 4 Wochen her. Eine Antwort kam nie, auch kein Kontakt von ihm. (So wollte ich es ja auch irgendwie). 4 Wochen innerer Schmerz und Leiden. Es wurde nicht besser.
Heute Morgen habe ich vor der Haustüre ein Brett und einen Brief erhalten. Der Brief war von einer Behörde, das Brett ist für ein Regal, was er mir zugeschnitten hatte.
Ohne ein Wort, ohne eine Mitteilung. Das tut so weh!
Ich habe geweint und war völlig fertig. Dann habe ich ihm eine kurze Mail geschrieben, dass ich die Sachen erhalten habe und dass ich traurig bin, dass er mir keine Nachricht hinterlassen hat oder mich sehen wollte.
Und nun sitze ich hier und weine.
Bis zuletzt hat er mir gesagt ich sei etwas besonderes.
Und ich liebe ihn.
Was er für Gefühle hat das weiß ich nicht. Darüber hat er sowieso selten geredet, am Ende gar nicht mehr. Wir hatten noch so viele Dinge, die wir zusammen machen wollten.
Ich habe euch nun viel geschrieben aber doch fehlt noch so viel.
Ich habe noch nicht mal mehr Hoffnung. Und doch tut es einfach nur weh. Und ich bin verzweifelt.
Vielleicht könnt ihr mich unterstützen?
Eure snowdrops