Zitat von desiderium:Das könnte ich nicht offen legen. Es würde extrem verletzen und ich sehe eigentlich auch nicht wirklich einen Vorteil darin. Ich würde als Mann auch nicht darauf warten wollen, dass sich meine Partnerin entliebt (wie lange soll das dauern...) und sich dann irgendwann wieder mir zuwendet. Wie kann ich das umgekehrt dann erwarten? Sehr schwierig.
Puh, doch. Ich denke, dass Offenlegen wirklich die Grundvoraussetzung für einen Neustart wäre. Beide müssten mit komplett offenen Karten spielen, sonst kann das aus meiner Sicht nichts werden.
Zudem: Die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwann ohnehin herauskommt, ist sehr hoch - und dann wäre für mich als EF ein Wiederannäherungsprozess fast unmöglich.
Ich versetze mich jetzt mal in die Lage Deiner EF, auch wenn natürlich nicht alle Menschen gleich ticken:
Wenn mein Ex mir das mit der Fremdverliebtheit gesagt hätte und dazu gesagt hätte, dass er sich aber eigentlich keine Beziehung mit der AF vorstellen kann, sondern sich einen Neustart unserer Beziehung wünscht, wäre das für mich ein gangbarer Weg gewesen. Ich hätte vermutlich selbst vorgeschlagen, einen klaren Cut zu machen (also, zumindest temporär, eine Trennung, auch räumlich - verbunden mit einer Beschränkung der Kommunikation auf das Nötigste), in der er sich sortieren und über seine Gefühle klar werden, ggf. auch "entlieben" kann. Er hätte mir dann signalisieren können, ob/wann er bereit für einen Neuanfang gewesen wäre und wir hätten mit offenen Karten und ergebnisoffen an unserer Beziehung arbeiten können. Das Warten hätte mir nichts ausgemacht - ich hätte selbst die Zeit genutzt, um mich zu sortieren und zu reflektieren. Hätte ich in der Zeit jemanden anderen kennengelernt, mit dem ich eine Beziehung hätte haben wollen, wäre das dann halt auch so gewesen - d.h. ich hätte nicht zugesichert, zu "warten", sondern mit meinem Leben weitergemacht.
Hätten wir allerdings direkt "Beziehungsarbeit " gestartet, was m.E. ohnehin nicht gelingen kann, wenn die Fremdverliebtheit verschwiegen wird - und diese Tatsache wäre irgendwann im Prozess herausgekommen, dann wäre es für mich glaube ich das Ende gewesen (s.o.).
Obwohl bei uns im Gegensatz zu Euch von Anfang an klar war, dass es keine Beziehung 2.0 geben wird, fand und finde ich es mit am schlimmsten an der Trennung, dass mir ständig Dinge verschwiegen werden, um mich zu "schonen". Diese kommen dann oft Monate später heraus (gerade erst gestern wieder geschehen) und das ist viel furchtbarer, als wenn einem die entsprechende Sache gleich gesagt worden wäre.