Zitat von Herz87: Jetzt fühlt es sich schon was besser an. Ich lass sie jetzt paar Wochen in ruhe und dann melde ich mich nochmal und dann mal schauen
Hör auf Dich und Dein Inneres. Es wird Dir sagen, wenn es so weit ist, dass Du Dich wieder mit dieser traurigen Angelegenheit befassen kannst. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie auch Dich das auslaugt.
Du bekommst es ungefiltert mit und mahnst und redest, aber es ist umsonst, denn sie geht freiwillig auf die Schlachtbanki. Und Du kannst absolut nichts machen, denn außer Worten hast Du nichts zu bieten.
Jeder hat das Recht, seine eigenen Erfahrungen zu machen, denn ohne Erfahrung wird der Mensch nicht klüger. Und die Aussagen von Außenstehenden werden zwar gehlört, kommen aber nicht an, weil der Blick der Betroffenen verstellt ist.
Du hast ihr jedenfalls sehr lieb und fürsorglich geschrieben und Dir auch Deine Grenzen der Belastbarkeit aufgezeigt. Sie scheint wohl jetzt doch ins Nachdenken zu kommen, aber der Verstand ist das eine und die Gefühle und inneren Mechanismen sind die andere, meist mächtigere Instanz.
Was ist mit ihr passiert, dass sie ein Opfer eines solchen Mannes wird, der sie offenbar voll im Griff hat. Es ist, als ob er ihr trotz allem etwas gibt, was sie sonst nicht bekommt. Jedenfalls greifen die nomalen Mechanismen wie Selbsterhaltungstrieb, Schadensabwendung, Selbstschutz, Achtsamkeit mit sich selbst und vor allem Erkenntnis nicht, weil das Andere mächtiger ist. Sie neigt zur Selbstaufgabe und so was hat immer Gründe, die in ihrer Persönlichkeit liegen.
Du kannst jetzt nur abwarten und hoffen, dass ihre Einsicht in seine manipulativen Verhaltensweisen doch noch die Oberhand gewinnt, Sie spricht von einem Wunder, auf das sie hofft. Wunder sind in solchen Beziehungskonstellationen allerdings äußerst selten.
Pass auf Dich auf und lass Dich nicht davon zermürben. Es ist auch nicht schön von ihr, dass sie Dich, wenn sie gerade wieder eine halbwegs erträgliche Phase mit ihm erlebt, links liegen lässt und Du dann wieder an der Reihe bist, wenn es ihr schlecht geht. Kein feiner Charakterzug.
Die betroffenen neigen auch dazu, die halbwegs normal erscheinenden Phasen emotional überzubewerten und ihnen einen Wert beizumessen, der nicht da ist. Gerade das, was man nicht zuverlässig bekommt, wird gnadenlos hochstilisiert und glorifiziert. Dabei sind es oft nur Dinge, die man in einer normalen Beziehung erwarten könnte.
Und dann folgt gesetzmäßig wieder die Leidensphase. Und auch dieses emotionale Auf und Ab kann einen süchtig machen, denn wie dröge ist denn ein Leben ohne dieses "Gefühlssensationen"? Wie alltäglch, wie berechenbar und auch das lässt die Betroffenen am Manipulator festhalten, denn nur ER beschert ihr neben viel Traurigsein und seelischem Schmerz auch wieder ungeahnte Höhenflüge.
Sie spricht von Verantwortung, aber wo ist die Verantwortung gegenüber ihrer eigenen Person geblieben?