Hase87
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ich (M, 30) möchte mir gern ein paar Meinungen anhören, wie ich mit folgender Situation umgehen sollte:
Mein seit mehr als 20 Jahre bester Freund (M, 30) wurde nach einer langjährigen Beziehung, aus der auch ein Kind (1 Jahr, mein Patenkind) hervorging, im vergangenen September von seiner Freundin verlassen.
Im Dezember hat er den Kontakt mit einer Bekannten von ihm intensiviert, die er schon durch die ,,Freundschaft'' der Eltern ewig kennt. Zwei Monate (!) nachdem die beiden dann offiziell verkündet haben, dass sie zusammen sind, haben die Eltern den beiden mitgeteilt, dass sie vermutlich Halbgeschwister sind, da ihre Mutter neun Monate vor der Geburt von ihr eine Affäre mit dem Vater meines Freundes hatte. Der erste Schock bei allen saß natürlich tief, der zweite allerdings noch tiefer, denn ein Vaterschaftstest hat dieses Ergebnis bestätigt.
Vorgestern hat mein Freund mir dann - zwei Wochen nach dem Ergebnis - verkündet, dass er und seine Halbschwester trotzdem zusammen bleiben wollen. Die rechtliche Lage sieht seiner Meinung nach so aus, dass die beiden ,,nur'' nicht heiraten oder Kinder bekommen dürfen. Auch der Beischlaf an sich ist verboten, aber ansonsten dürften sie tun und lassen was sie wollen.
Meine Meinung ist klipp und klar: Für mich ist es moralisch und ethnisch absolut nicht vertretbar diese Beziehung zu unterstützen. In meinen Augen betreibt er Inz. und verschließt wie so oft die Augen vor der Realität. Seine Meinung ist:,,Wo kein Kläger, da kein Richter'' und dass die beiden ja niemandem damit schaden. Er ist der Meinung, dass es ok geht und dass er darüber hinweg sehen kann, weil die beiden ja nicht zusammen aufgewachsen sind und er sie daher nie als Schwester ansehen wird. Zudem scheint der Freundeskreis von ihr die beiden sogar darin zu bestärken, dass es doch egal ist, was das Ergebnis aussagt.
Ich möchte natürlich, dass er glücklich ist, aber für mich geht das nicht klar. Für mich ist es abstoßend und inzestuös. Wir haben den gleichen Freundeskreis. Ich bin der einzige der davon weiß und er ist offenbar nicht gewillt meinen Rat anzunehmen das Ganze professionell aufzuarbeiten und dann den Kontakt mit ihr als Freundschaft weiterzuführen.
Jedliche Art von sachlicher Argumentation schlägt bei ihm fehl.
Wie soll ich mich verhalten?
Sehe ich das Ganze falsch?
Was kann ich noch tun?