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Wie geht es nach der Affäre weiter?

paulaner

paulaner


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Zitat von Butterblume63:
Jetzt bin ich komplett frei für etwas Neues ohne irgendwas mit mir rumzuschleppen.

Ich weiß. Die Schwarm-Wissen-Dating-Queen

23.02.2021 16:57 • x 2 #316


Trust_him


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Zitat von BernhardQXY:
Wenn also der erste Ehepartner das dauerhafte exklusive Recht für S. behält, ist dann ein Ehebruch mit ihm in der zweiten Ehe Sünde?

Aus kirchlicher Sicht müsstest du, um Buße zu tun, zurück zum ersten Ehemann gehen. Vor der Kirche zählt die zweite nämlich nicht. Problematisch wird es, wenn man mit dem zweiten Kinder hat. Da will die Kirche nämlich nicht, dass man denen das antut. Insofern ist der wiederverheiratet Geschiedene mit Kind aus 2. Ehe aus Kirchensicht ein Sünder, der keine Buße tun kann. Somit schlechter gestellt als ein reuiger Mörder.

23.02.2021 18:26 • #317



Wie geht es nach der Affäre weiter?

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Martina76


Tja, zum Glück stellt sich die Frage nicht. Aber ich hatte glaube ich 2 intensive aber völlig unterschiedliche Lieben. Bzw. Die eine habe ich immernoch. Ja, in den AM war ich auch sehr verliebt auch wenn er das nie erwidert hat.

Heute weiß ich und akzeptiere ich, dass ich etwas ähnliches nie wieder erleben werde. Ich wäre zu misstrauisch. Meinem Mann aber vertraue ich blind. Selbst dann, wenn er doch noch den Wunsch verspüren würde mich zu verlassen, um mit einer anderen neu anzufangen. Ich weiß, er würde mir das sagen. Und ich weiß, er würde sich trotzdem noch weiter um mich kümmern. Mehr würde ich nicht verlangen.

23.02.2021 21:41 • x 2 #318


Tjaden

Tjaden


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Hallo!

Nachdem ich hier die ganzen Seiten gelesen habe, möchte ich auch noch eine (meine) Geschichte beisteuern. Und wenn es nur dafür ist, daß sie irgendwo niedergeschrieben ist
Ich hoffe, sie paßt in den Strang, aber es geht ja tatsächlich "weiter", zumindest glaube ich das mittlerweile.

Vielleicht nicht ganz so spektakulär, weil es nicht zum klassischen Ehebruch kam, es war nur nahe dran. Aber es reichte, um mein Leben komplett in Schieflage zu bringen. Ich entschuldige mich für den langen Text, aber ich kann es kaum kürzen.

Vorgeschichte. Seit ich 16 war, war ich mit einem Mädchen befreundet, nicht liiert. Nennen wir sie Simone. Sie ist ein Jahr jünger. Weil ich damals zu unerfahren war und sie wahrscheinlich in mir wirklich nur einen guten Freund sah, kamen wir nicht zusammen, obwohl ich in das Mädel verliebt war. Irgendwann so mit 19 Jahren kam das auch raus, sie war aber anderweitig gebunden, und es kam zu einer Aussprache. Sie gab mir damals mit: "warum hast Du nie etwas gesagt? Dann wärst Du heute vielleicht viel glücklicher".
Danach hielten wir etwas Abstand, blieben aber eng befreundet. Wir hielten 30 Jahre Kontakt, Anrufe zu den Geburtstagen, an Neujahr und bei sonstigen Ereignissen und verschiedene Briefe von ihr. Aber ihr "warum hast du nicht?" ging mir nie mehr aus dem Kopf.

Wir heirateten in etwa zeitgleich, Ende der 90er Jahre. Sie zog nach Norddeutschland, etwa 350km weit weg. Simone bekam eine Tochter, ich wurde Vater zweier Söhne (einer mittlerweile erwachsen, aber noch Schüler). Meine Frau ist zwei Jahre jünger als ich.
Simone und ich hielten immer Kontakt, sahen uns aber nur noch selten. Ihre Ehe zerbrach, eine zweite auch und sie zog wieder in meine Ecke, vielleicht 15km entfernt.

Meine Ehe verlief harmonisch, es gab niemals Streit, wir ergänzten uns und hatten und haben viele gemeinsame Interessen.
Nur die Schmetterlinge waren irgendwann nach ca. 15 Jahren ausgeflogen, die Ero_tik irgendwann eingeschlafen. Da das schleichend kam, war ich mir dessen nicht so bewußt, auch steckte ich viel Energie in verschiedene Hobbys. Leider ist meine Frau ein Genußmensch und auch ein Frustesser. Das führte dazu, daß ihr Gewicht von etwa 65kg, als wir uns kennenlernten, irgendwann bis über den dreistelligen Bereich stieg. Wie sehr mich das belastete, wurde mir erst später klar, das konnte ich irgendwie ausblenden.
Außerdem war ich durch Personalabbau zunehmend unter Stress und irgendwann nahe einem Burnout.

Dann kam ein Zeitpunkt im Frühjahr vor drei Jahren, an welchem mich Simone zum Essen einlud - wir hatten uns zwischenzeitlich sechs Jahre lang nicht mehr gesehen. Meine Frau wußte natürlich von dieser Einladung, beide Frauen kannten sich ja seit Mitte der 90er.
War ein netter Abend. Vertraut, als wären wir gestern erst auseinander gegangen. Sie war nicht wirklich gebunden, hatte aber Absichten auf einen Mann von einer Dating-Seite, aber diese Beziehung kam von Seiten des Mannes nicht so recht in Gang.
Beim Abschied nahm man sich in den Arm, wie früher auch immer. Die "Haptik" war für mich sehr ungewohnt, mit ihren 63kg bei 1,78m hatte Simone noch die gleiche Statur wie Ende der 80er Jahre.
Dann begann eine Phase täglicher WA Nachrichten. Es war fast wie ganz früher. Sie lud mich zum Billardspielen ein, ich wollte aber nicht, da ich das zu Hause kaum hätte erklären können, auch war ich etwas eingebunden wegen verschiedener Termine.
Stattdessen schlug ich vor, sie abends auf dem Nachhauseweg von einem Freund, dem ich einige Reparaturen am Haus erledigte, auf eine Tasse Tee zu besuchen. War auch wieder schön, ich hatte ein paar Blumen dabei und wir betrachteten alte Fotos.
Beim Abschied gab sie mir einen Kuss in den Nacken, das legte in mir einen Schalter um. Damit begann eine Zeit der Schlaflosigkeit, über gute 13 Wochen mit maximal 2-3h. Simone ging mir nun nicht mehr aus dem Kopf.
Außerdem wurde mir schlagartig klar, wie eingefahren meine Ehe zwischenzeitlich war. Ich begann zu zweifeln, suchte förmlich die Haare in der Suppe
Unsere Nachrichten wurden intensiver, meine alten Gefühle für sie waren mit voller Macht wieder da, sie waren vielleicht auch nie ganz weg gewesen? Ich machte Simone gegenüber Andeutungen, daß sie mir nicht aus dem Kopf geht.
Etwa eine Woche später schrieb sie mir, daß sie "gerne ausgiebig mit mir frühstücken würde". Dazu kam es dann auch, drei Tage später. Sie empfing mich mit den Worten: "na? Hab' ich Dir den Kopf verdreht?" Sektfrühstück. Sie meinte: "ich habe Dich immer nur als Freund, aber nie als Mann gesehen. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, mit Dir zu schlafen". Danach knutschten wir wie zwei Teenager. Mußten dann aber beide zur Arbeit.
Für mich war klar, ich muß zu Hause reinen Tisch machen und schrieb das Simone in der folgenden Nacht, nach der Arbeit. Ihr wurde die Tragweite dadurch wohl erst bewußt. Sie schrieb daraufhin "mir geht es ja so schlecht, weil ich irgendwie Dein Leben zerstört habe". Ich antwortete "Du hast es nicht zerstört, nur verändert". Am gleichen Tag schrieb sie mir aber noch, daß sie jetzt erst einmal runter fahren müßte. Dann, wenig später, daß sie mir wohl sehr weh tun müßte, aber sich vom Kopf- und Bauchgefühl mehr zu dem Mann hingezogen fühlt, den sie vorher schon gerne als Partner gehabt hätte und daß sie hofft, mich als Freund nicht zu verlieren.

Das traf mich sehr. In einer Kurzschlußreaktion kam es zu einer sehr unfairen Aussprache mit meiner Frau. Irgendwie hatte ich den blödsinnigen Gedanken, mir mein bisheriges Leben irgendwie wieder hinzubiegen. Ich glaubte ja zu wissen, warum ich überhaupt in diese Sackgasse kommen konnte. Ich fragte sie, ob sie mit dem Zustand der Ehe eigentlich noch zufrieden wäre. Und wegen ihrem Gewicht machte ich ihr Vorhaltungen. Auch wenn es mich wirklich gestört hat, schäme ich mich heute noch für diese Aktion. Schließlich hätte ich ja beizeiten moderat "eingreifen" können. Aber irgendwie ging mir das vorher nicht auf. Aber diese Holzhammermethode war falsch, ungerecht und überhaupt nicht hilfreich.

Ich blieb mit Simone in Kontakt, schrieb ihr auch von dem "Gespräch" mit meiner Frau.
Etwa drei Tage später schrieb mir Simone "Du schreibst immer so viel und so schön. Ich würde Dich auch gerne sehen, aber es ist gefährlich". Ich fragte irritiert "wieso denn gefährlich?" Sie darauf "für mich gefährlich"
Am nächsten Tag war ich morgens wieder zum Frühstück bei ihr. Schon im Treppenhaus machten wir da weiter, wo wir beim letzten Frühstück aufgehört hatten. Nach dem Frühstück sagte sie "ich bin froh, daß meine Tochter da ist. Sonst wären wir wohl jetzt schon im Bett. Und dann kämen wir ja garnicht mehr von einander los". Da mit dem Auftauchen der 17 jährigen Tochter ständig zu rechnen war, blieb es beim knutschen. Gegen Mittag mußte ich wieder los. Mein Auftreten war bestimmt sehr unsicher. Erstens fühlte es sich falsch an, wegen meiner Frau und Familie, außerdem war ich wegen des Stimmungsumschwungs von Simone noch verwirrt, auch ihr Kommentar, daß wir sonst garnicht mehr voneinander los kämen verunsicherte mich.

Wir sahen uns dann erst knappe zwei Wochen später. Zwei Tage vor meinem Geburtstag. Das "Geschenk" dazu sah so aus, daß sie die Sache beendete. Sie sagte "ich hab Dich wirklich sehr gern" ich vervollständigte "aber es reicht nicht?" Sie verzog das Gesicht und schwieg. Daraufhin ging ich, einen klaren Gedanken zu fassen gelang mir nicht. Auf eine WA Nachricht von mir erläuterte sie noch: "damit Du etwas Klarheit bekommst in Deinen Kopf - ja, da war mehr in den Tagen vor Ostern. Aber danach wurde mir klar, daß ich Dich als Freund, aber nicht als Partner möchte".

Dann folgten drei furchtbare Jahre. Ich kam gedanklich einfach nicht mehr von Simone los. Wir trafen uns noch öfter, schrieben weiter fast täglich, obwohl sie zeitnah mit ihrem damaligen "Traumprinz" zusammenkam, diese Liaison ging etwa ein Jahr. Zwischenzeitlich legte ich ein halbes Jahr Kontaktpause ein, sollte eigentlich für immer sein, wie ich ihr in einem mehrseitigen Brief schrieb, weil mich die Nähe zu ihr zunehmend kaputt machte und ich irgendwie doch hoffte, zu meiner Frau zurückzufinden. Ich hielt nicht durch und wir trafen uns dann wieder.

Neben der Belastung am Arbeitsplatz entwickelte ich durch das Vergangene eine Depression, alle Hobbys und alles, was mir früher mal wichtig war, brach weg, wurde bedeutungslos. Ein Selbstmordversuch. Psychosomatisch kam ein Hörsturz mit anschließender Hörminderung und ein Magengeschwür mit Magendurchbruch dazu. Auch mit Nebenwirkungen der Antidepressiva hatte ich weitere Last, innerhalb dreier Wochen wurde ich dadurch weitsichtig.
Ich machte täglich und ausufernd Sport bis zur Erschöpfung - um überhaupt ein Ziel zu haben und um nicht ganz verrückt zu werden.
Hatte sich also "gelohnt", diese Verirrung in die Jugend.

Zuhause entwickelte sich eine Art Wohngemeinschaft. Dazu muß ich ausführen, daß in meiner Familie eine Ausprägung aus dem Autismusspektrum vorherrscht. Ich bin betroffen, beide Söhne in unterschiedlicher Variation auch. Das hat zur Folge, daß besonders der eine Sohn nur schwer mit plötzlichen Veränderungen klar kommt. Da das Abitur in Sichtweite ist, fürchtete ich sehr um das Weiterkommen der Beiden, hätte ich den Schlußstrich gezogen. Daß wollte ich nicht auch noch kaputt machen

Dann, ich war gerade in einer Klinik, brach der Kontakt zu Simone plötzlich ab. Sie schrieb am letzten Tag, daß es ihr gerade nicht gut geht und sie sich morgen oder die Tage wieder meldet. Ich meinte "das tut mir Leid, es liegt hoffentlich nicht an mir?", sie antwortete "ich denke schon, zumindest zum Teil".
Dann war Schluß, keine weitere Erklärung. Wenige Tage später zeigte ihr WA Profilbild sie zusammen mit einem mir unbekannten Mann, aber aus vorherigen Erzählungen wußte ich aber, daß es ein "guter Freund" (wohl älter und verheiratet) war, den sie im Fitnessstudio kennenlernte. Ich hatte ihr Krafttraining empfohlen, wegen Problemen an ihrer Hüfte. Daraufhin spürte ich deutlich, daß ich wohl überflüssig geworden war und Tage danach löschte ich ihre Kontaktdaten und alle Nachrichten.

Fast genau ein Jahr war Sendepause. Bis zu meinem Geburtstag. Sie wünschte mir alles Gute - von ihr und ihrem Freund. Das traf mich wie ein Blitz. Ich merkte schlagartig, daß ich bislang überhaupt nichts verarbeitet hatte.
Im vergangenen Jahr wurden meine Gedanken, Simone gegenüber, immer negativer. Jeden Tag, vor allem beim Sport, verfolgten mich die Gedanken in die Richtung "hätte sie mich doch damals einfach in Ruhe gelassen. Wir könnten heute noch eine Freundschaft haben wie 30 Jahre zuvor. Hätte sie ernsthafte Gefühle gehabt, ok, kann ja passieren. Aber so hatte sie einfach kein Recht, mir mein Leben an die Wand zu fahren und aus mir ein Wrack zu machen."

Entsprechend fiel meine Antwort aus und ich schrieb ihr, was mir ein Jahr lang durch den Kopf ging.
Sie antwortete ein paar Tage später pikiert und meinte sinngemäß, daß ich ihr nicht die Schuld für mein monotones Leben geben könne. Ich solle sie loslassen und Mut zeigen - und einen anderen Weg suchen - sie hätte ihren Weg gefunden. Womit sie wohl meinte, ich solle mich von meiner Frau trennen.
Weiterhin schrieb sie, daß ich respektieren soll, daß wir nur eine freundschaftliche Beziehung haben können und daß sie das schon mehrmals gesagt hätte. Ich antwortete, einigermaßen neutral.

Erst bei mehrfachem Lesen ihrer Zeilen in den Tagen danach stutzte ich.
Hm, mehrfach gesagt? Nein - das hast Du nicht! Nur damals, direkt vor meinem Geburtstag, ja, einmal. Aber in den Jahren darauf, blieb sie stets vage. So meinte sie beispielsweise einmal "das hätte doch nur ein paar Wochen gehalten". Damals dachte ich mir, da wär ich mir nicht so sicher, das müßte sich doch erst noch zeigen. So blieb ich immer hoffend

Aber genau diese absolute Aussage hatte mir wahrscheinlich gefehlt, auch deshalb konnte ich einfach nicht loslassen.
Ich suchte gezielt alle Dinge zusammen, die ich von ihr hatte. Alle Briefe, Fotos, Geschenke der letzten 33 Jahre verbrannte und vernichtete ich. Ich wollte diesen Alptraum endlich irgendwie hinter mir lassen und mußte ein paar Tage um Fassung ringen.

Nach ein paar Tagen ging mir aber auf, daß auch diese negativen Gefühle ein Loslassen unmöglich machen. Man konzentriert ja trotzdem alle Energie auf die Person, die man unbedingt loslassen sollte.
Ich schrieb ihr daher, daß ich seither nachgedacht habe und immer mehr zu dem Schluß gelange, daß Zorn und negative Gedanken nicht alles sein soll, was nach 33 Jahren Freundschaft übrig bleibt und daß ich akzeptiere, daß jeder einen anderen Blickwinkel auf die Sache hat, bzw. haben muß. Und es vielleicht irgendwann möglich ist, an die Zeit vorher anzuknüpfen. Sie braucht darauf nicht zu antworten, kann es einfach mal so stehen lassen.

Seither gelingt es mir tatsächlich besser, Gedanken an sie und diese Episode abzuwürgen, das Gedankenkarussell anzuhalten.

Auch zu Hause ist es seither besser, ich bin für meine Frau wieder erreichbarer. Mittlerweile denke ich sogar, daß ich es vielleicht tatsächlich zurück schaffen kann.
Ich möchte aus schon genannten Gründen keine Trennung. Außerdem war Simone wohl meine große Liebe, sie war aber für mich nicht vorgesehen. Wenn ich jemals eine Chance hatte, habe ich sie vergeigt. Sie ist und bleibt für mich aber nicht austauschbar und ich strebe auch keine weitere Katastrophe mehr an, ich hab genug.

Nachsatz: ja, meine Frau hatte eine Ahnung. Ich hatte ihr aber mit Bestimmtheit und der Wahrheit entsprechend gesagt, daß ich mit keiner anderen Frau im Bett war, niemals. Damit war sie erst einmal zufrieden, seither gab es auch keine weiteren Gespräche diesbezüglich mehr

Stolz bin ich auf meine "Leistung" nicht. Besonders für das Leid, was ich meiner Frau angetan habe und dafür, daß ich ihr gegenüber nicht ehrlich war. Es heißt ja, "die Auslassung ist die hinterhältigste Lüge".
Aber ich konnte einfach nicht anders agieren, es ist wohl ein besonders Beispiel für kognitive Dissonanz.
Im Leben bekommt man aber alles zurück - im Guten wie im Schlechten. Daher nehme ich alles an, was diesem unnötigen tête-à-tête folgte.

Grüße,
Tjaden

17.05.2021 01:11 • x 5 #319


grünemaus


Krasse Geschichte @Tjaden . Meine Einschätzung ist, dass Simone dich warmhalten und in schlechten Zeiten aus dem Hut zaubern wollte. So ganz richtig in dich verliebt war sie aber wohl nie. Es ist ein Drama dass sie dich so dermaßen verunsichern konnte. Wie geht es dir denn jetzt mit deiner Frau. Gehts nur um die Kinder oder ist da mehr? Was müsste passieren, damit ihr wieder zusammen findet? Möchtest du mal ein eigenes Thema eröffnen?

17.05.2021 17:51 • x 4 #320


Tjaden

Tjaden


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Hallo grünemaus,

danke für Deinen Beitrag.

Ja, ich denke, daß Du völlig richtig liegst mit Deiner Einschätzung. Meine Vermutung geht auch in die Richtung, daß ich damals vor Ostern nur dazu da war, Simones angeknackstes Selbstwertgefühl zu reparieren, weil ihre damals angestrebte Partnerschaft nicht in Gang kam.

Ist ja das Verrückte. Man erkennt es klar und glaubt nicht dran. Und kommt so aus der Sache nicht raus und reitet sich immer tiefer rein. Bescheuert

Damals waren tatsächlich die Jungs für mich die treibende Kraft (und ein weiterer familiärer Punkt).
Mittlerweile habe ich Hoffnung, daß sich auch der Rest wieder einrenkt. Derzeit sieht es zumindest so aus. Seit einem Monat kriege ich meine Gedanken wieder eingefangen, meine Frau merkt das deutlich und das Miteinander ist wieder viel vertrauter.

Ist noch früh - aber nicht hoffnungslos

Grüße,
Tjaden

17.05.2021 22:57 • x 4 #321


Tjaden

Tjaden


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Noch eine Ergänzung, im Eingangsbeitrag ging es ja auch darum, was hilfreich war.

Mir haben folgende Dinge geholfen:

1.) ein Antidepressiva um nach 13 Wochen irgendwie wieder schlafen zu können. Schlaftabletten waren wirkungslos, einschlafen ging - nach 2h war die Nacht dann rum.
Aber: der Preis war für AD war hoch. Als Nebenwirkung bekam ich sehr schnell Probleme mit der Nahakkommodation der Augen. Auch nach dem Absetzen blieb mir das, hat die Altersweitsicht wohl beschleunigt "hergeholt".
Auch Gewichtszunahme, weswegen ich das zeitnah wieder abgestellt habe. Schlaf ist zwar nicht mehr wie er mal war, aber ich komme zurecht.
Fazit: nur bedingt und temporär empfehlenswert. Besser die Ursachen angehen (sagt sich leicht, ja).

2.) Sport, besonders. Ausdauersport. Habe ich früher gehasst, mittlerweile kann ich mir ein Leben ohne ihn nur noch schwer vorstellen. Hinterher ist der Kopf frei und man wird stabilisiert. Außerdem kann man sich selbst ein Ziel setzen um an irgendetwas festhalten zu können.
Ohne Sport hätte ich nicht überlebt, da bin ich mir sicher.

3.) Gespräche mit den engsten Freunden. Hilft auch um eigene Ansichten und Verhaltensweisen zu hinterfragen und nötigenfalls zu korrigieren.
Besonders eine Anmerkung half mir: "das Gegenteil von Liebe ist nicht Haß. Weil man immer noch alle Energie in die andere Person investiert und verpulvert. Das Gegenteil ist Gleichgültigkeit". Das ist verdammt wahr. Merke ich seit einem Monat sehr deutlich.

4.) Eine Reha. Von allem mal Abstand zu haben hilft, die Gespräche mit anderen, die ihr Päckchen zu tragen haben, hilft auch.
Und man erkennt Einsparpotentiale, z.B. im Beruf. Und kommt so von der "roten Linie", welche man bei einer Depression überschritten hat etwas weg. Hier konnte ich im Nachgang viel ändern, was mir Kraft gab, die ich an der "anderen Front" nun gebrauchen kann. Meistens führen ja mehrere Punkte zu einer Depression. Irgendwo muß man dann beginnen, die Brechstange anzusetzen.

Grüße,
Tjaden

17.05.2021 23:33 • x 3 #322


Tjaden

Tjaden


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Noch vergessen

5.) Glück. In meinem Fall: a.) zwei Arbeitskollegen, die gemerkt haben, daß ich eigentlich nicht arbeitsfähig war. Sie haben mir ungefragt und ungebeten einen Großteil meiner Arbeit abgenommen, als ich nur noch auf der Felge lief.
b.) daß meine Frau in den drei Jahren nicht irgendwann einfach aufgegeben hat. Hätte verstanden, wenn sie schon längst die Reißleine gezogen hätte.

Grüße,
Tjaden

18.05.2021 00:04 • x 2 #323


Munzl


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Hallo Tjaden,
Deine Geschichte tut mir leid zu lesen. Ich finde Simone in all dem wie sie du sie beschreibst leider sehr egoistisch. Sie ruft dich wenn es ihr gerade nicht so gut geht, sobald sie sich wieder gut fühlt lässt sie dich wieder fallen und stößt dich ab.
Sie spielt mit dir und deinen Gefühlen und dabei nutzt sie deine starken Gefühle total aus ohne sich darum zu scheren, was das in deinem Leben anrichtet. Die Gefühle scheinen mir über all die Zeit in einem starken Ungleichgewicht zu stehen, namlich deine immer stärker als ihre. Und das weiss sie!
Nehme Abstand von dieser Person, sie hat so viel schon bei dir kaputt gemacht immer an sich gedacht ohne Rücksicht auf Verluste. Löse dich von ihr und von dem Gedanken einer Freundschaft. Das klappt nicht mehr. So ein Verhalten legt kein Freund an den Tag, wenn es wirklich ein echter Freund ist.
Wenn sie sich noch einmal meldet, sag ihr klipp und klar klar dass sie dich in Ruhe lassen soll. Auch wenn es dir schwer fällt. Die Hoffnung die dann kurz in dir aufflammt, versuche sie weg zu schieben.

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft. Konzentriere dich auf dich und deine Familie. Lasse dich nicht wieder blenden und zurück ziehen in diesen endlosen Kreisel.

19.05.2021 12:36 • x 1 #324


Tjaden

Tjaden


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@Munzl,

vielen Dank für Deine Zeilen.

Ja, ich glaube mittlerweile auch, daß Du recht hast. Ich glaube auch nicht, daß es ein "zurück" zu der Zeit vor der Episode noch geben kann. Es tut mir sehr Leid, weil die Zeit zwischen ca. 1996 bis 2018 wirklich sehr freundschaftlich war. Und Freunde findet man nunmal nicht an jeder Ecke
Aber mit dem Überschreiten der "roten Linie" damals ist das nun verbaut. Da ich jederzeit rückfällig werden kann, muß ich dieses Kapitel abschließen

Danke nochmal, l.G.,
Tjaden

19.05.2021 22:26 • x 1 #325


Butterblume63


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@Tjaden wie geht es deiner Frau? Du hast ihr immens viel zugemutet. Mich hat es erschüttert wie gefühllos du ihr gegenüber warst. Ich glaube du hast erkannt,dass diese mehr emotionale Affaire nicht das Schwarze unter dem Fingernagel wert war.

19.05.2021 22:59 • x 1 #326


Tjaden

Tjaden


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@Butterblume63,

ja, ich weiß

In meinem direkten, engsten Freundeskreis gab es vier so ähnlich gelagerte Fälle in den letzten 15 Jahren. Immer mit Kindern im Hintergrund, drei Männer, eine Frau, jeweils um die > 40+. Jedesmal dachte ich mir "was zur Hölle machst Du da? Du hast doch alles! Was soll dieser Quatsch?". Ich konnte das nie begreifen. Mittlerweile verstehe ich, daß man manche Dinge einfach nicht steuern kann.

Du kannst versichert sein, daß ich das nie wollte.

Zurück zu Deiner Frage: derzeit geht es ihr sehr gut. Seit zwei, drei Wochen hatten wir wieder eine Vertraulichkeit, wie seit ca. sechs Jahren nicht mehr. Wie ich weiter oben schon schrieb, denke ich, daß wir wieder zueinander finden.

Und nein - es war nicht das Schwarze unter den Fingernägeln wert. Es hat fast meine Frau und meine Familie zerstört. Und aus mir psychisch und physisch ein Wrack gemacht. Ich bin nicht mehr die gleiche Person, die ich 2017 noch war.

Ich bin mir sicher, ein Problem im Vorfeld war auch, daß wir in 22 Jahren niemals gestritten haben. Irgendwie wurden alle Probleme und Störfaktoren stets ausgeblendet, aber nie geklärt, angegangen oder bewältigt. Auf lange Sicht macht dann jeder irgendwann "sein" Ding und schleichend, nach Jahren, ist es nur noch ein Nebenher, ohne Höhen und Tiefen - und schrecklich eintönig
Möglicherweise macht das anfällig für Einflüsse von außen. Wäre alles toll gewesen, hätte eine andere Frau wohl keine Chance gehabt.

Hinzu kam wohl, daß ich das Thema "Simone" nie abhaken konnte, mir das seit früher Jugend immer nach ging. Nicht ganz ohne Grund hatten wir viele Jahre einen gewissen Abstand, ich glaube , sie war immer eine Gefahr für meine Ehe. Ich hatte immer im Hinterkopf "was wäre gewesen, wenn ich 1988 einfach mutiger gewesen wäre?" War ich aber nicht. Ein Korrekturversuch nach 30 Jahren war bescheuert und endete in einer Katastrophe.

Erklärungsversuch, keine Entschuldigung. Bitte nicht mißverstehen.

Viele Grüße,
Tjaden

20.05.2021 00:32 • x 2 #327


Gorch_Fock

Gorch_Fock


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Hey Tjaden, mit Simone hast Du halt ganz krass das Phänomen Jugendliebe kennengelernt. So "schlimm" finde ich sie übrigens gar nicht, da sie Dir sehr deutlich die Defizite in Deiner Ehe aufgezeigt hat. Und so kritiklos musst Du auch die Essstörung Deiner Partnerin nicht hinnehmen. Wie ist denn da die Reaktion Deiner Frau? Tut sie aktiv auch wieder etwas für ihre Attraktivität? Für mich bleibt der schale Geschmack, dass Du weiter nun ein S. Darsein in der Ehe-WG führst, damit das schmucke 70er Jahre Vorstadtideal keine Risse bekommt. Kinder sind auch groß, also lebt man nur noch nebenher. Das ist doch auch nicht richtig so. Daher war Simone glaub ich eine wichtige Erfahrung.

20.05.2021 05:25 • x 2 #328


Butterblume63


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Naja,ob Simone eine wichtige Erfahrung war?
Was mir hier öfters auffällt,dass viele hier schreiben:" Bei uns war es harmonisch,wir haben selten bis nie gestritten usw.!" Ich Frage mich innerlich dann immer wieder:" Sind das lauter Scheintote,oder steckt doch noch a bisserl leben in ihnen?" Ich würde daran ersticken. Denn ein Streit muss nichts schlechtes sein.....im Gegenteil! Diese Konfliktscheue führt eher zum Tod einer Ehe.
@tadjen,danke für deine Antwort. Ich hoffe dir ist klar,dass viele Frauen dich verlassen hätten. Ich wäre zu 100% weg gewesen. Falls du noch irgendwas an Gefühle für deine Frau hast und nicht nur aus Bequemlichkeit ( sorry den Eindruck habe ich) bei ihr bleibst,dann hast du die nächsten Jahre sehr viel gut machen an ihr.
Ich als Frau wäre mir zu schade bei einem Mann zu bleiben der eine andere liebt und immer geliebt hat.
Anscheinend hat dies deine Frau immer gespürt und es sich sprichwörtlich rein gefressen. Viele Erkrankung sind psychosomatischen Ursprungs. Unbewusst hat sie zumindest gespürt,dass sie nur zweite Wahl für dich ist.
Du hast die letzten Jahre nur um dich gekreist und sorry,wenn ich es so hart sage wegen einer Frau krank geworden die nur ein bisschen mit dir gespielt hat.....
Nun kreise du um deiner Frau und zeige ihre jede Sekunde am Tag wie wertvoll sie für dich ist.Wenn du so nicht empfindest dann trennt euch sauber und gebt euch beiden eine Chance anderweitig glücklich zu werden.
Alles Gute wohin euch der Weg auch führen wird.

20.05.2021 06:33 • x 1 #329


Tjaden

Tjaden


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Hallo!

@günemaus
@Munzl
@Gorch_Fock
@Butterblume63

Zunächst noch einmal danke für die bisherigen Beiträge. Ich denke es macht Sinn, meinen Strang hier abzukoppeln. Ansonsten geht es zu sehr an der Grund-Idee vom Eingangspost vorbei und verwässert das Ganze.
Ich werde daher meinen ersten Beitrag kopieren und separat einstellen:

jugendliebe-holte-mich-nach-jahrzehnten-ein-t64184.html#p2521398

Grüße,
Tjaden



Grüße,
Tjaden

20.05.2021 07:52 • x 1 #330



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