Zitat von Agapia:Was hat ein Theologiestudium damit zu tun ob die Gemeinschaft/die Vorgesetzten einen zur Beichte drängen. Und warum soll das ganze nur eine Geschichte sein? Wie meinst du das?
Sakrament der Beichte.
Die Beichte ist ähnlich wie das Zölibat im Christentum nur bedingt ein Sakrament. Gemeinhin wird angenommen, daß nur die Katholiken beichten.
dies wiederum stimmt eben nicht.
Jeder Christ beichtet, insbesondere vor dem Abendmahl. Die wenigstens Christen allerdings tun dies mittelbar im Sinne der Katholiken, sondern unmittelbar (ohne weltlichen Vertreter dazwischen) direkt unter Aufforderung im Gebet.
Gleichzeitig, gibt es eben auch keinen Ablaßhandel, verzeih, aber drei Ave Maria und fünf Rosenkränze, ist schon eine Form des Verhandelns, sondern ein in die Sünde gehen und ohne Stimme aus dem OFF (Beichtstuhl), sofortige Handlungsanweisung und einem Menschen, der uns sagt, uns wird verziehen, vertrauen, bitten wir um Verzeihung, gehen in die Sünde und "glauben" (nicht hören) daran, daß uns verziehen wird.
Um es mal kurz zu machen: Das Verzeihen obliegt, theologisch gesehen Gott. Da im katholischen Glauben, die Annahme besteht, daß es weltliche Vertreter Gottes auf Erdboden geben kann, ist es also zwangsläufig auch möglich, daß ein bestimmter Mensch, geweiht etc, uns diese Botschaft übermittelt.
Anglikaner, Protestanten, Orthodoxe haben da differenzierende und divergierende Ansichten.
Unter Maßgabe der Katholiken, die Beichte von der Mehrzahl nicht mal geweihter menschlicher Vertreter Gottes auf Erden abhängig zu machen, aka wat die Gemeinde wohl sagt, ist unendlich menschlich, sehr nachvollziehbar in einem nicht theologischen Rahmen, aber schlicht und ergreifend ein Sakrileg.
Es nennt sich Bigotterie, im Volksmund auch gern Wein saufen, Wasser predigen genannt: Kein Typ der Welt, kann hingehen und sagen, mimimi, ich habe auf das Zölibat geschworen, deswegen, kann ich Dich nicht treffen, aber beichten tue ich nur, wenn es anderen drauf ankommt.
Das Zölibat ist ein Karo-Bube, kann man machen, die Beichte dagegen ist ein Herz Ar. (wird abgekürzt ich meinte das Spielblatt), wird nur getrumpft von Taufe (pik) und Abendmahl (kreuz).
Das ist schlicht und ergreifend ein Verstoß gegen Gebot eins und acht. Eins mag nicht allen so klar sein, aber das goldene Kalb können und sind eben die anderen. Acht ist klarer.
Da wir alle Menschen sind, darf man sich natürlich jederzeit augenzwinkernd auch mal rausreden, ich mag da nicht mal die Übermaßstäbe an Priester ansetzen (naja, einen leicht höheren schon).
ABER: Wenn (falls) die Emails so geschrieben wurden, wie von Dir zitiert
und ich sage nicht, daß die Geschichte per se nicht stimmt, ich schließe dann aber, daß es mehr Details gibt als Du im moment erzählen möchtest, was völlig ok ist.
dann hast Du nen Typen am Start, der Dir die Wichtigkeit des Zölibats erklärt und die damit verbundene Gewissensentscheidung, dem aber die Beichte nur optional also als Feigenblatt erscheint.
Warum sollst Du nichts im Ort erzählen, also Komplizin eines Sakrilegs sein, wenn Du Dich gleichzeitig an Sakramenten festhalten lassen sollst?
Theologisch ist das schon nicht stimmig.
Menschlich gesehen, sind wir ganz nah an Gaslightning.
Was ich versuche herauszufinden, die Frage bleibt ja bisher offen, ist, warum er?
Warum ist jemand der ganz offensichtlich Bigotterie betreibt, die vermeintlich heilige Liebe?
Also ganz provokant, warum willst du um jeden Preis ihm Glauben schenken.
Anstatt auf Gott zu vertrauen?