Spannend!
Guten Abend @Agapia
Oder ist es nicht doch einfach die Agape? die göttliche Liebe, die bei katholischen Hochzeiten zu einem Empfang geworden (verkommen) ist, zu der das Brautpaar all diejenigen einlädt, die es nicht auf die Gästeliste der eigentlichen Feier geschafft haben?
Zitat von Agapia:Ja er herrscht, so kommt mir das vor. Ob aus eigener Verletzlichkeit oder Überheblichkeit.
Zitat von Agapia:für mich ist unsere Liebe heilig)
Zitat von Agapia: Mir ist nicht wichtig dass er das Amt verlässt. Aber mich stützen damit meine Psyche mich nicht in meinem Weg behindert. das wird er wohl nicht tun.
Zitat von Agapia:Er ist an der Leitung eines Frauenklosters beteiligt, zumindest mischt er da mit(hat es mit gegründet und ist dort ständig). Dort haben alle Frauen einen Doktortitel und durften an der Universität studieren (mit Hilfe der Kirche). Bezüglich Bildung für Frauen ist er nicht aus dem vorigen Jahrhundert!
Eine wohlüberlebte Auswahl. Da es ja dann doch immer auf den Austausch und die vorgegebenen Parameter ankommt, die Du für Dich ja auch brauchbar machen möchtest. Nein, ich liebe keinen Priester, ich liebte eine Pfarrerin.
Natürlich kommt es Dir so vor, als würde er herrschen. Das ist klassische Terminologie, der König Zebaoth. Der Herr, das Herrschen, das Heer, die Heerscharen. Dabei lässt sich entdecken, daß es das zweifache Auftreten eines Buchstaben braucht, wer könnte da nicht an die alten Griechen und die Kugelmenschen denken, welche Vollkommenheit (ebenfalls ein zentraler Begriff) erst erreichen durch die Vereinigung zweier.
Trotzdem ist das vertauschen des "r" mit einem "e" vermeintlich so bedeutungsschwer. Der Herr der über das Heer herrscht.
Es braucht für Dich von ihm nicht Bekenntnis, Du verlangst nicht Aufgabe seines Amtes oder seiner Berufung, professio, aber Unterstützung.
Sein tatsächliches Bekenntnis wird aber als Sakrament der Priesterweihe immer einer Unterstützung von Dir entgegen stehen.
Wir könnten argumentieren, daß dieses Sakrament nicht einheitlich ist, daß es weder für evangelische Geistliche, noch anglikanische noch orthodoxe besteht. Nur bei aller Unterstützung für Frauenbildung, hat er dann doch in seiner Berufung einen anderen Weg gewählt.
Nicht einfach der/einer Tradition folgend, sondern bewußt aus der evangelischen heraus in die katholische hinein. @hahawi hat es recht bildlich und profan auf den Punkt gebracht:
Zitat von hahawi:Sein Problem ist mE, dass er seinen strengen Ansprüchen an sich und seinen Glauben nicht erfüllen kann, und Dir, in bester katholischer Tradition die Schuld gibt. Für ihn bist Du eine Art Magdalena, die ihn mit Hilfe des Teufels verführt hat.
Und das meine ich völlig ernst.
Der Konflikt zwischen Maria und Magdalena. So lange Du ein Traumbild bleibst, eine Möglichkeit, die züchtige Verführung ohne Ansprüche bist Du Maria.
Ein Schritt auf ihn zu, wird aus Maria eben dann doch Magdalena, die zwar gut genug war ihm die Füsse zu waschen oder ihn vom Kreuz zu lösen, aber nicht gut genug (Dreifaltigkeit, alle sind einer, einer ist alle drei) jemals den Sohn zu gebären.
Das mag bei aller vermeintlicher intellektueller Frauenförderung nicht das Bild sein, welches er kraft Ratio wählt, aber es ist exakt das Bild, für welches er sich vor langer Zeit emotional entschieden hat.
Womit wir beim entscheidenden Punkt sind:
Warum er?
Natürlich ist eine Liebe, die per se keine Erfüllung finden kann, heilig.
Ich lese von Deinen Schwierigkeiten und von ihm, der heiß und kalt ist, der, der dich nicht in Ruhe lassen kann, deswegen muß dies Dein Schicksal sein.
Ich lese von Liebe, die sich für ihn bereit ist zu opfern. Das aber ist Abraham der nicht Sarah also die partnerschaftliche Liebe, sondern Isaac, also die Eltern-Kind-Liebe, ist, bereit aufzugeben.
Es ist nicht Maria, die an Josef festhält, sondern es sind die Hirten die dem Stern folgen, weil sie diesen brauchen.
Und es ist eben auch nicht Magdalena, die ein eigenes Leben führte und sich aus diesem heraus für Jesus entschied.
Schau alttestamentarisch kannst Du nicht Leah's Bedingungen stellen, aber wie Rahel geliebt werden wollen.
Also klar, kannst Du schon, nur dann bleibt es eben dann doch nur Jean Austen und nicht die Bibel.
Im Moment dreht sich alles um ihn, um seine Ambivalenz. Die finde ich unter Maßgabe des Universums Katholizismus bis hin zu monotheistischen Weltreligionen nachvollziehbar.
Deine Ambivalenz allerdings nicht.
Zitat von Agapia:Und der andere Beitrag später ich soll mich in 30 Sekunden entscheiden weil jemand was geschrieben hat kommt wohl tatsächlich aus der Vorstellung Gefühle wie Liebe steuern zu können.
Ähm, wie wäre folgender Gedanke, reines Spiel, was wäre, wenn sich Liebe doch steuern ließe? Also wenn die Prämisse falsch ist?
Warte einen kleinen Moment, ich spreche der Liebe nicht die Kraft, Bedeutung und die unendliche Güte ab.
Aber die Psychologie, mit der auch Glauben wirtschaftet, und die inzwischen eine anerkannte Wissenschaft ist, besagt, daß wir durch Prägung, Erfahrungen und eben auch Traumata Muster entwickeln können, welche nicht völlig irreversible sind, sondern die sich teilweise auch verändern lassen können.
So wie wir Darwin und Gott und einen Hut bringen können. Auch die Psychologie ist in diesem Sinne durch Gott (im weiten Sinne, wenn man dieser Argumentation folgt) geschaffen.
Denk an die Geschichte von Zacharias, Jesus hat sich nicht dem zugewandt, was ihn anzog, was ihm folgte, sondern dem, was allem, wofür er stand, gegenläufig war.
Das konnte er, weil er die göttliche Kraft der Selbstliebe besaß, weil er nicht brauchte (!), weder Bestätigung noch Anerkennung, weder Ermutigung noch Antrieb. Ihn ihm war kein Mangel.
Dein Priester ist kein Zacharias, dein Priester scheint eher eine griechische Mythologie, die Beweise erbringen muß (und sei es nur dich und die Berufung zu vereinen).
Womit wir bei der Frage wären, warum es einen Halbgott braucht, damit Du die göttliche Kraft der Liebe beschwören kannst.
Das Liebes, ist nichts weiter als die Suche nach dem Gottesbeweis in Gestalt der neuen Religion 2.0, der Liebe.
Davon würde ich, persönlich, abraten. Aus verschiedenen Gründen, aber fürs erste bleiben wir mal bei den (vermeintlich) theologischen und folgen dem neuen Testament.
Der Gott des neuen Testaments ist keiner des Zorns oder Leidens, die Erbsünde ist beglichen. Der Gott des neuen Testaments ist einer der Hoffnung, der Liebe und vor allem der Erlösung.
Heutzutage scheint es mir so, als würden wir dies von der partnerschaftliche Liebe erwarten. Es ist nur, "ihr Kinderlein kommet" eine väterliche Liebe, die uns zu teil wird.
In der griechischen und römischen Mythologie findest Du Ehemänner, man denke an die ständig untreue Pappnase Zeus, die monotheistischen Weltreligionen machen aber eben (nur) die elternliebe brauchbar.
So wäre also mein Standpunkt: ich liebe einen Priester? Die heilige Liebe von der Du sprichst, wäre dann die einer Mutter zu ihrem Sohn.
Sagt die, die eine Pfarrerin geliebt hat, manchmal mehr als sich selbst.
Sagt eine Tochter.