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Beziehung mit Suizidgefährdeten möglich?

Sarina80

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Ich habe einen sehr sachlichen Beitrag zur minimalen Differenzierung in diesem Thread eingestellt. Unwissenheit hat nichts mit Abwertung zu tun. Es ist was es ist, fehlende Infos, habe ich in anderen Bereichen auch. Aber ich bleibe dabei, dass es sich hier um ein sehr ernstes Thema handelt und sich jeder User seiner Verantwortung bewusst sein sollte, was er/sie dazu schreibt, weil dies viele Menschen still lesen können. Und noch einmal - das Thema ist Suizid. Das sollte jedem klar sein. Davon rücke ich nicht ab.

08.01.2019 01:01 • x 2 #61


BrokenHeart

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Zitat von Sarina80:
Diese Diskussion auf diesem Niveau ist unerträglich für mich und das ist mein Problem. Werde mich hier nicht mehr äußern.


Das dazu ..... macht Dich glaubwürdiger :roll:

08.01.2019 01:07 • #62


EchtJetzt

Zitat von Sarina80:
Aber ich bleibe dabei, dass es sich hier um ein sehr ernstes Thema handelt


Danke für die Klarstellung.War niemandem bewusst

Zitat von Sarina80:
sich jeder User seiner Verantwortung bewusst sein sollte, was er/sie dazu schreibt, weil dies viele Menschen still lesen können.


Welcher User hat sich nicht verantwortungsbewusst geäußert?

Zitat von Sarina80:
Und noch einmal - das Thema ist Suizid


Und noch einmal - war niemandem bewusst

Zitat von Sarina80:
Davon rücke ich nicht ab.


Bei welchem User hattest du denn den Eindruck, dass er dich davon abbringen wollte?Es ist hier eher das Problem der Art und Weise.

08.01.2019 01:10 • #63


Vicky76

Vicky76

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In meinem Job , hab ich auch so manchen Selbstmord erlebt.
Auf Station, hat uns dann immer reden geholfen.
Und jeder hat sich anders geäussert.
Der eine war bedrückt,
der andere stinksauer,
der nächste hatte Respekt, vor dem Mut.
Jeder fühlt und denkt anders, bei dem Thema .So soll es auch sein, in einer modernen, freien Gesellschaft.

Ich erinner mich gut, daß ich auch Suizidgedanken hatte, in der ersten Zeit, nach der Trennung.
Geredet habe ich mit kaum jemanden darüber.
Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, wenn das Thema, etwas präsenter ist. Man sich, als Leidender, etwas mehr öffnen kann, in einer Welt, in der kaum noch jemand , nach rechts und links schaut.

08.01.2019 01:15 • x 1 #64


arjuni

arjuni

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Zitat von Vicky76:
in einer Welt, in der kaum noch jemand , nach rechts und links schaut.


Wenn ich - nur als ein Beispiel von vielen - hier im Forum so lese, wieviele Menschen anderen völlig Fremden helfen möchten, zuhören, konstruktive Kritik üben, trösten und Tipps geben, finde ich nicht, dass wir in solch einer Welt leben.

08.01.2019 01:20 • x 5 #65


Vicky76

Vicky76

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Zitat von arjuni:

Wenn ich - nur als ein Beispiel von vielen - hier im Forum so lese, wieviele Menschen anderen völlig Fremden helfen möchten, zuhören, konstruktive Kritik üben, trösten und Tipps geben, finde ich nicht, dass wir in solch einer Welt leben.

Da hast du sicherlich Recht. ( Wobei, in manchen Threads und Kommentaren, das nicht so zutrifft)
Ich dachte eher an die wahre Welt, in der wir leben.
Real life.......

08.01.2019 01:28 • x 1 #66


BrokenHeart

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In welcher Welt lebst Du denn? Ich habe jeden Tag das richtige Leben um mich herum ....
Mmh

gute Nacht an alle ...... ich habe in ein paar Stunden zu tun

08.01.2019 01:36 • #67


arjuni

arjuni

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Zitat von Vicky76:
Ich dachte eher an die wahre Welt, in der wir leben.


Hmmm. . . ist das hier keine "wahre" Welt? :kratzen:
Für mich schon.

Und außerhalb des Internets erlebe ich es nicht sehr anders - die wenigen Menschen, denen ich begegne, sind interessiert an mir und ich auch an ihnen. Aber das ist sicher abhängig davon, in welchen Kontexten man sich bewegt, bzw. (z.B. beruflich) gezwungen ist, sich zu bewegen.

08.01.2019 01:40 • x 3 #68


arjuni

arjuni

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Mir fällt gerade ein, dass es hier ja kürzlich einen thread gab, wo jemand von seiner "akuten Lebensmüdigkeit" berichtete.

Ich fand das sehr schön zu sehen, wie viele Menschen in kürzester Zeit mit der TE "in Beziehung" gegangen sind. Es hat sich dann offensichtlich auch in Kürze wieder entspannt und die TE war froh und dankbar und ging ebenfalls durch wertschätzende Kommunikation "in Beziehung" zu den vielen Forums-Mitgliedern.

Manchmal können wohl solche Gedanken auch Momentaufnahmen sein, wenn die Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht. Und sind dann eben so schnell wieder verflogen, wie sie kamen. Aber leider natürlich nicht immer.

Ich denke auch, dass man bei dem Thema stark differenzieren sollte.

Ich kann mir auch vorstellen, dass der theoretische Gedanke an einen Suizid in einer schweren Krise, nach dem Verlust eines geliebten Menschen, dem finanziellen Ruin oder bei einer schweren körperlichen Erkrankung ohne Aussicht auf Heilung demjenigen auch eine Auswegsmöglichkeit bietet, die ihm ermöglicht, das Ganze besser durchzustehen. Also in dem Wissen, wenn es gar nicht mehr auszuhalten wäre, bliebe immer noch dieser Weg. Als Stütze, um das Leid besser zu ertragen.

Und ich kann mir auch gut vorstellen, dass einige sich in so einem emotionalen Tunnel befinden, dass sie es als einzigen Ausweg empfinden, ihre geliebten Angehörigen von sich und dem Leid und der Last, die sie glauben über ihre Angehörigen zu bringen, zu befreien.

Und ich kann mir noch jede Menge andere Gründe vorstellen. Alles sehr individuell eben.

Also jedenfalls glaube ich nicht, dass Menschen die einen Suizid in Erwägung ziehen, automatisch liebes- oder beziehungsunfähig sind.

08.01.2019 02:12 • x 3 #69


BrokenHeart

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Zitat von arjuni:
Und ich kann mir noch jede Menge andere Gründe vorstellen. Alles sehr individuell eben.


so sieht es aus ...... es ist alles individuell
leider sind manche Leute hier sehr verbissen und sehen nur sich selbst ....

08.01.2019 03:13 • #70


arjuni

arjuni

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"Suizidgefährdet" ist ja auch ein dehnbarer Begriff.

Ich meine, dass die meisten Psychologen und Psychiater jemanden nicht als suizidgefährdet einstufen, wenn er davon berichtet, sich gedanklich mit dem Thema zu beschäftigen. Sondern nur, wenn auch die Frage "Haben sie denn schon konkrete Pläne?" mit "Ja" beantwortet wird.

Eben habe ich mich so herumgegoogelt und eine Statistik gesehen, nach der sich angeblich 80% der Deutschen schon einmal gedanklich mit dem Thema beschäftigt haben. Da dachte ich erst "So ein Quatsch!" - aber wer weiß? Mir fiel erst dann wieder ein, dass ich mich in meiner Pubertät auch mit solchen Gedanken beschäftigt habe, allerdings eben ohne konkrete Pläne.

Im weiteren Sinne könnte man natürlich auch diskutieren, ob beispielsweise eine Patientenverfügung oder (in manchen Ländern gesetzlich erlaubte) Sterbehilfe im Falle einer tödlichen Erkrankung im Endstadium auch schon dem Begriff "suizidal" entspräche. Manche religiöse Gruppen würden das wohl so sehen.

08.01.2019 03:54 • #71


Alex11

Wie ich sehe, hat dieses Thema einen anderen Verlauf genommen als ich anfangs vermutet hatte. Nun, ich glaube, dass diese breite Fächerung schon eine Zwangsläufigkeit in sich trug, weswegen hier auch prinzipielle Thesen und Grundlegendes zur Sprache kam. Dass aber ebenso die Meinungen weit auseinandergehen, hätte ich zum Beispiel nicht erwartet. Würde man also eine persönliche Komponente hinzufügen, so würde sich die Schere vermutlich wieder schließen. Das typische Leben und deren Eigendynamik eines Forums eben.

Aber ich stelle mir eine Partnerschaft mit jemandem, der suizidale Gedanken hat oder schon einmal den Versuch unternahm, zwar nicht unmöglich, aber schwierig vor. Ich glaube, dass ich wohl versuchen würde, meiner Partnerin in erster Linie zu helfen, sprich das sie sich einer therapeutischen Behandlung unterzieht oder ähnliches. Schließlich möchte man ja auch selbst, dass das Leben für den Partner und im Ganzen als Partnerschaft sinnergebend wird. Mir ist aber auch klar, dass diese Menschen natürlich wollen und sich helfen lassen müssen, sonst macht das Ganze keinen Sinn, würde ich meinen.

Aber warum sollen diese Menschen nicht fähig sein, zu lieben? Immerhin sind sie genauso Menschen wie wir auch und haben Gefühle und Bedürfnisse. Die These, dass man zuerst sich selbst lieben muss, bevor man jemand anderen lieben kann, halte ich nebenbei auch für fragwürdig.

08.01.2019 14:27 • #72


Kopfweide

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Hallo Alex11, ich war selbst an einer mittelschweren Depression erkrankt und so stark auf mich fixiert, dass ich bestimmt nicht lieben konnte. Nur meine Meinung!
Dann habe ich meine eigenen Bedürnisse kennengelernt. Diese versuche ich jetzt zu achten, das ist von Egozentrik weit entfernt, bin traurig, wenn eine Beziehung zu Ende geht, aber nie wieder zerstört.
Verstehst und siehst du den Unterschied

08.01.2019 17:39 • #73


Alex11

Also gut, ich gebe zu, dass dieser Beitrag doch auf einen Fall bezogen ist. Ich hatte mir durch diese hypothetische Fragestellung eingangs Rat erhofft, den ich auf diesen Fall ummünzen kann. Aber diese ganzen "neutralen" Aussagen brachten mir eben doch nicht die erhoffte Erleuchtung.

Entschuldigt bitte, dass ich nicht sofort mit der Sprache raus gerückt bin, denn aufgrund der Wichtigkeit und der Sensibilität dieses Themas war ich unsicher, ob ich diesen Fall im Internet wirklich preisgeben soll. Aber ich habe sonst niemanden, mit dem ich über diese Problematik reden kann, weshalb ich mir zunehmend ratlos vorkomme.

Das Thema ist, dass ich vor einiger Zeit von einer Frau (22 Jahre alt) angesprochen wurde. Wir haben uns nett unterhalten und als sich unsere Wege trennten, fragte sie mich noch nach meiner Handynummer. Da sie mir gefiel, gab ich sie ihr und zog weiter. Ich dachte mir nichts dabei, besser gesagt dachte ich nicht, dass sie sich melden würde. Diese Annahme bestätigte sich, weil sie sich an diesem Tag nicht mehr meldete und tags darauf auch nicht.

Irgendwann mitten in der darauffolgenden Nacht schaute ich zufällig noch einmal auf mein Handy und sah plötzlich eine Nachricht in den Benachrichtigungen stehen. Es war sie und wollte mit mir quatschen. Dabei war ich eigentlich drauf und dran, schlafen zu gehen, aber dieses Vorhaben legte ich schnell ad acta. Wir unterhielten uns und chatteten sogar per Video und machten so die Nacht zum Tag.

In den folgenden Tagen schrieben und chatteten wir weiter, bis uns klar wurde, dass wir uns wiedersehen wollen. Das setzten wir auch in die Tat um. Wir trafen uns und verbrachten ein paar schöne Stunden zu zweit. Mein Eindruck bestätigte sich, dass sie mir gefiel, denn an diesem Abend sah sie nochmal besser aus als bei unserem ersten Treffen. Es war ein Date, wie man es sich vorstellt: Keine Langeweile, keine miese Stimmung, immer irgendwas zum quatschen und lachen konnten wir auch. Für meine Begriffe hat es einfach gepasst.

Bei diesem Date mit ihr ging es sogar soweit, dass sie irgendwann damit anfing, sich mir anzunähern. Sie kuschelte sich an mich, nahm meine Hände und streichelte sie und irgendwann legte sie ihren Kopf auf meine Schulter und sah mich lächelnd an. Tief in die Augen schauend, küssten wir uns und konnten die Finger nicht mehr voneinander lassen. In der Bar, in der wir waren, folgten weitere Küsse, Umarmungen etc und wir wollten nicht, dass der Abend endet. Sie wollte nicht, dass ich wieder gehe, was ich aber irgendwann musste.

Als wir redeten, schnitt sie eben dieses Thema an, worum es hier eigentlich geht. Sie erzählte mir von ihren Gedanken und auch von dem Versuch, sich das Leben zu nehmen (ich sah ihre Narben auf dem Arm etc). Ich war schockiert und wusste nicht damit umzugehen. Aber warum sie sich mit diesen Gedanken quält und wie lange der Versuch her ist, hat sie mir nicht erzählt.

In den Tagen danach war die Resonanz von uns beiden, dass wir uns wiedersehen wollen, weil wir unser Date wunderschön fanden. Ich ließ mich irgendwann zu der Aussage hinreißen, dass ich größtenteils nur an diesen Abend denken kann, weil es der für mich persönlich schönste seit langem gewesen ist. Da lenkte sie dagegen und entschuldigte sich, dass sie das nicht könne.

Es geht darum, dass sie zwar an einem weiteren Kennenlernen interessiert ist, ich auch, sie aber ihre Zeit brauchen wird, um mit sich fertig zu werden. Ich verstand dies und sicherte ihr diese Zeit auch zu. Seit ein paar Tagen haben wir keinerlei Kontakt, was vielleicht auch gut so ist.

Irgendwie bin ich an einem Punkt, an dem ich glaube, dass es mit ihr nicht mehr weitergehen wird, aber mein Interesse ist da, das, was immer es zwischen uns ist, mit ihr fortzuführen.

Entschuldigt bitte nochmal, dass ich mit der Wahrheit nicht sofort raus kam, aber ich haderte damit, ihre Probleme hier offen zu legen, auch wenn das hier weitestgehend anonym ist.

10.01.2019 12:44 • #74




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