Na das ist doch schon was! Super dass du das heute durchgezogen hast, und such weiter wie du es vorhast. Du hast richtig erkannt, dass es um dich geht, um dein Leben, für das allein du die Verantwortung hast, du bist an einem Punkt, wo es sich zum Guten verändern kann. Ist das ein Einzelgespräch in 3 Wochen? Ja es ist krass, wie schwer man an einen Therapieplatz kommt.
Ich habe eine Einzeltherapie gemacht, auf Anraten, beinahe Drängen meines Ex-Freundes

, der meine Defizite heftig kritisierte. Heute muss ich darüber lachen, er kannte sich theoretisch so gut aus, wie eine Beziehung sein soll, konnte sich so gut ausdrücken, und das noch als Mann -sorry- ich war echt beeindruckt. Ich hatte ein ziemliches Problem mit Nähe/Distanz und Liebe, er schien keins zu haben

. Ja ich hatte selbst einige Bindungsängste, einen übertriebenen Freiheitsdrang, Probleme darüber zu reden und mich auszudrücken, Liebe und Gefühle zu zeigen, das habe ich in der Therapie bearbeitet, unter anderem. Es war nicht einfach für mich, ich habe mich vielem gestellt, der Anlass und Ansporn war er, unsere Beziehung. Ich habe so viel für ihn empfunden, es schien ja gegenseitig gleichermaßen intensiv, es schien mir das Geschenk meines Lebens zu sein, dass wir uns begegnet waren. Heute weiss ich, er konnte so gut seine eigenen massiven Probleme hinter meinen vergleichsweise schwächeren verbergen, obwohl diese mir schon früh hin und wieder entgegen kamen, in merkwürdigen Verhaltensweisen. Das verdrängt man dann schnell, das Positive überwog ja deutlich. Richtig extrem zu Tage kam alles bei ihm erst, als meine Therapie "wirkte"...vielleicht hat er ja nicht gedacht, dass sich bei mir so manches verändern würde. Also wenn ich zu dir sage, es lohnt sich, zieh es durch, dann auch aus eigener Erfahrung.
Mit Gruppentherapie habe ich keine Erfahrung, mir wäre das sicher nicht in den Sinn gekommen, da bin ich ehrlich. Was ich meiner Therapeutin erst nach und nach erzählen konnte, mit ihr bereden, das hätte ich nicht in einer Gruppe gesagt. Ich will das für dich nicht abtun, weil ich wiegesagt keine Erfahrung habe, ich kann es mir jedoch schon mal nicht vorstellen, dass du da die ganze Wahrheit sagst. Geh in dich und frag dich das mal. Vor allen fremden Menschen, die da sitzen. Und wie soll das gehen, da müssten schon alle dasselbe Thema haben, und die Zeit ist kurz. Das dauert ja sowieso, bis erst mal verschiedenes erzählt ist und schon ist die Stunde vorbei. Denk zudem an deine Fluchtimpulse und Verdrängungsstrategie, du wirst dich eh zusammenreissen müssen, jetzt erst mal einen passenden Therapeuten zu finden und dann durchzuhalten.
Deine Freundin macht das richtig, finde ich, wenn sie auf Distanz bleibt und dich erst mal machen lässt. Ich würde es genauso tun. Leider hatte ich keine Chance dazu, so wie es ablief. Er hat weder verstanden, dass er es für sich tut, noch ernsthaft den Versuch unternommen, etwas zu verändern. Das klingt hart, aber wie du selbst es beschrieben hast, so wird sein "Therapieversuch" abgelaufen sein, von dem er geradezu stolz und zufrieden berichtete, "hat alles nix gebracht". Toll, so was zu hören. Also weil dir ja echt viel an deiner Freundin liegt, und du dir bewusst bist, was sie dir jetzt an Stütze anbietet, bleib bitte auch deshalb dran.