Zitat von 123letzteChance:Aber ich verstehe einfach nicht, warum er sich jetzt so distanziert? Diese Frage stelle ich mir die ganze Zeit. Vorher war doch auch alles entspannt. Nur weil man S. miteinander hat, muss man auf Sparmodus stellen?
Sind Männer so? Vielleicht sollte ich aufhören, zu versuchen, Männer zu verstehen....
Das ist nämlich oft das Problem mit dem zu frühen S. - dass DU dann hinterher verzweifelst, weil Du als Frau darauf gepolt bist, Sicherheit und Vertrauen zu brauchen, um mit einem Mann S. haben zu können. Diese hast Du aber natürlich noch längst nicht, und je nach Sicherheitsbedürfnis fängt es für Frauen dann an, anstrengend zu werden. Kompliziert sind hier eher die Frauen und nicht die Männer, denke ich
Ich finde den Mann sehr normal und einfach. Er hat ein Ziel verfolgt - S. mit Dir zu haben. Das hat sich für ihn früher erfüllt, als er selbst damit gerechnet hat, also lehnt er sich danach zurück (macht man halt so, wenn man ein Ziel erreicht hat - erstmal ausruhen und entspannen). Wäre es "richtig herum" gelaufen, hätte er sich erstmal ins Zeug gelegt, um Dich zu überzeugen, Du wärst erst mit ihm ins Bett gegangen, wenn Du Dich mit ihm wohl und sicher gefühlt hättest, und dann würdest Du nach dem S. auch nicht so rumhirnen, weil Du Dir ja schon sicherer gewesen wärst. Dann hättest Du Dich danach entspannt zurückgelehnt und nicht das Bedürfnis gehabt, ihm hinterher zu laufen. Dann entwickelt sich alles weiterhin entspannt, auf beiden Seiten.
Außerdem tickt bei vielen Männern im Hinterkopf: wir hatten S., jetzt will sie bestimmt eine Beziehung (ist auch normal, da biologisch bedingt - schließlich hätte der S. normalerweise zu Nachwuchs führen können, was eine Bindung erzeugt hätte). Und da distanzieren sich viele Männer, wenn der S. zu früh passiert ist oder wenn für ihn klar ist, dass es nur um S. ging, um der Frau keine falschen Hoffnungen zu machen. Vor allem dann, wenn die Frau sich danach verhält, als wäre sie auf eine Beziehung aus (indem sie sich meldet und Sicherheit sucht, oder indem sie irgendwas von sich gibt, was darauf schließen lässt - und da reicht oft schon eine Kleinigkeit).
So oder so ist die "richtige" Reihenfolge eigentlich diese - der Mann will in erster Linie erstmal S. und legt sich dafür ins Zeug. Die Frau prüft, ob der Mann der Richtige dafür ist (ist er verlässlich, kann sie ihm vertrauen, gibt er ihr genug Sicherheit?). Wenn die Frau dann mit dem Mann ins Bett geht, ist das "Beziehungsprüfprogramm" also schon durchgelaufen. Der Mann fängt aber erst nach dem S. (wenn der gut war

) an, überhaupt darüber nachzudenken, ob die Frau für mehr taugt. Und so entsteht das (ganz natürliche) Hin und Her und die Unsicherheit in der Anfangsphase.
Wenn Du da eingreifst und an dem seit Jahrtausenden erprobten System was veränderst, verändert sich natürlich auch die gesamte Dynamik danach. In diesem Stadium sind wir in der heutigen Zeit, weil sich durch Verhütungsmittel, Emanzipation (die wenigsten Frauen "brauchen" noch einen Mann zum Überleben) und Tinder & Co an diesen alten Systemen was verändert hat. Womit dann im Endeffekt keiner von beiden umgehen kann

und dann gibt's Chaos. Denn Deine jetzige Unsicherheit ist auch biologisch bedingt. Schließlich hätte bei dem S. ja Nachwuchs entstehen können, und was macht die Frau, wenn der Erzeuger einfach abtaucht und verschwindet? Deine Instinkte wissen halt nicht, dass Ihr Kond. benutzt habt oder dass er jederzeit per Handy erreichbar wäre
Kurz gesagt: Männer finden unbewusst Frauen komisch, die sich auf S. einlassen, ohne eine Beziehung zu wollen bzw. den Mann genug auf Beziehungstauglichkeit geprüft zu haben. Und Frauen finden Männer komisch, die über eine Beziehung mit ihnen nachdenken, ohne erstmal S. mit ihnen gehabt zu haben. Weil das eben nicht "natürlich" ist und sich deshalb auch nicht natürlich anfühlt.