Zitat von froschweg:Er ist 49. Und ich habe angenommen, dass Bindungsängstliche oft dazu neigen, ihre Angst eben nicht zu erkennen und sich dem nicht zu stellen. Ich habe es auch so verstanden, dass die Nummer mit dem Leidensdruck auch nicht so ohne weiteres eintritt, weil der plötzliche Gefühlstod eben auch keinen Leidensdruck zulässt. Wie dem auch sei, sei des die "lauwarme Nummer" oder eine echte Bindungsangst. Trennung ist hier das einzig richtige. Deine Sichtweise, Leilani, bestärkt mich allerdings dazu, dass ich ihm nichts weiter "erklären" brauche und rigoros abtauche.
Bin keine Therapeutin und habe dementsprechend kein wirkliches Fachwissen. Allerdings weiß ich, dass gerade psychische Erkrankungen sich in vielen Fällen durch den Leidensdruck, den sie auslösen definieren.
Ich kann nur von mir sprechen und dem, was ich erlebt habe.
Bei mir war es so, dass ich sehr gerne eine feste Beziehung wollte, mich einige Male heftig verliebt hatte, mich aber nicht einlassen konnte, weil die Ängste einfach zu krass waren. Ich war dann völlig gelähmt - konnte nicht mehr essen, arbeiten usw. Bis ich die Beziehung beenden musste, um mein eigenes Leben zu schützen, im Sinne von Job, gelebter Alltag, Lebensfreude. Der sich anschließende Liebeskummer, der zu verarbeiten war, blieb ein Klacks im Vergleich zu den Ängsten, die die Beziehung auslöste.
Die Männer waren in den meisten Fällen gute Partner, die bereits langjährige Beziehungen hatten - sie traf keine Schuld.
Die haben aber auch an meiner Bindungsphobie Null gezweifelt, weil sie meinen inneren Kampf ja mitbekamen und auch sahen wie ich körperlich zusehends abbaute.