Hallo liebe Foris,
ich möchte mal ein Update zu meiner Situation geben.
Ich bin immer noch fast schon demütig dankbar, dass der Liebeskummer schon seit einiger Zeit vorbei ist. Trotzdem hatte ich das Bedürfnis nach einer persönlichen Konfrontation mit dem Ex-Frosch. Ein sh. t-Test am eigenen Leibe?!

Meine EST-Erklärung stand an, die hat er die letzten 2 Jahre für mich erledigt. Also habe ich den Frosch angeschrieben und gefragt, ob er mir ein letztes Mal dabei helfen würde. Er sagte ohne Zögern zu und kurz darauf war der persönliche Termin vereinbart. Ich stellte beruhigt fest, dass mich die Kontaktaufnahme keine Überwindung kostete und die nahende Begegnung keine große Aufregung verursachte.
Am Tag der Begegnung bekam ich interessante news: demnächst zieht er mit seiner Freundin (zu der er nach mir vor über 6 Monaten warm gewechselt hat) in eine neue gemeinsame Wohnung und die Hochzeit ist terminiert. Erstes Zusammenziehen in eine gemeinsame Wohnung und erste Hochzeit in seinem Leben - nach fast 49 Lebensjahren und unzähligen kurz- und mittellangen Beziehungen davor.
Als ich ihm (und indirekt wahrscheinlich auch mir selbst) dann sagte
Alles gut; du hast alles richtig gemacht, begann der Frosch kurz über unsere vergangene Beziehung zu sprechen. Ich hätte in diesem Moment aufsatteln können, um auch nochmal mit ihm gemeinsam zu reflektieren. Habe ich nicht. vielleicht war ich überrollt von diesen Neuigkeiten. vielleicht wollte ich auch einfach nicht. Ich hatte ihm einfach nichts mehr zu diesem Thema zu sagen. Ich blieb äußerlich cool, habe ihn beglückwünscht und meine allerbesten Wünsche für die Zukunft ausgesprochen - wie ich heute erfuhr, kam das scheinbar nicht so ganz authentisch rüber

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Mein Ego und mein Selbstwertgefühl haben jedenfalls nach diesen Neuigkeiten kurz gekränkt aufgeschrien:
Es ist gar nicht so, dass er grds keine Nähe kann er konnte und wollte nur nicht mit MIR!
Er hat mich nie geliebt er hat mich einfach nicht gewollt; nicht, dass er es aus Bindungsangst nicht KONNTE; er hat es schlicht nicht gewollt MIT MIR nicht gewollt!
Zwischenbilanz: Verletztes Ego und angeschlagener Selbstwert! Nicht mehr! und nicht weniger! Wenn man das durchschaut, hat es nicht so viel Macht über einen. Und deswegen ging es auch schnell vorbei.
Schon einen Tag später wurde ich sauer (auf die Welt), weil:
-ich diese Packung, die mir da (vom Universum) verabreicht wurde, doch etwas zu heftig fand!
- ich es ätzend fand, dass mir so eine absurde und höchst seltene happy-End-Story präsentiert wurde! 3 Wochen nach einer Trennung! 2. Datepartnerin beim Onlinedating nach der Anmeldung und dann gleich die Frau fürs Leben?! Verrückt!
Aber auch die Wut war einen Tag später weg. Und dann war es gut. Dabei fiel mir dann auch wieder ein: in der Anfangszeit unserer Beziehung legte der Frosch auch mit mir relativ schnell den Fokus auf den Masterplan gemeinsame Wohnung und das Thema Heiraten /Hochzeit. Ich bekam zunehmend das Gefühl, das ist ein globaler Lebenstraum von ihm: Hochzeit und gemeinsames Häuschen. Aber nicht speziell mit mir. Mit irgendwem, der ins Konzept passt! In mir wuchs mit der Zeit der Eindruck, der Frosch folgt einem großen Plan, einem Drehbuch. Und ich spielte nicht wie gewünscht mit! Ich war nicht bereit, mich so kurz nach der Scheidung perspektivisch mit einer in Zukunft denkbaren Hochzeit zu beschäftigen! Ich war nicht bereit, die nächsten Jahre meine Wohnung und mein Wohnumfeld zu verlassen!
Der Frosch sagte selbst an dem Tag, als ich die Trennung aussprach zu mir:
Wenn die Umstände anders gewesen wären, wären wir zwei heute schon ganz woanders! Mag sein. Entscheidend ist aber: es mindert nicht meinen Wert und muss mein Ego wirklich nicht tangieren! Diese Sichtweise verschaffte mir wieder schnell meine innere Ruhe.
Am Rande beschlich mich das Gefühl, dass er es sich selbst jetzt beweisen muss und es ihm eine große Genugtuung war, mir diese Neuigkeiten zu präsentieren (das vermute ich immer noch. erst recht nach heute - siehe weiter unten). Denn ich habe ihm nach Trennung gesagt, dass er meiner Meinung nach unter Bindungsangst leidet. Demzufolge Gefahr läuft, von einer gescheiterten Beziehung in die nächste zu stolpern, wenn er sich dieser Angst nicht stellt.
Mittlerweile, drei Wochen nach dieser letzten Begegnung und den Neuigkeiten von Hochzeit & Co., bin ich komplett ausgesöhnt (und mein Herz ist offen für einen anderen Mann). Das wurde mir heute in folgender Situation klar:
Der Frosch hat sich heute wieder unter einem Vorwand gemeldet, um mir mitzuteilen, dass er annimmt, dass mich seine Zukunftspläne ganz schön geschockt haben. Eine Nachricht von ihm versetzt mich nicht mehr in Aufregung. Gestaunt habe ich aber, und ich musste schmunzeln. Ich habe ehrlich geantwortet, dass mein Ego kurzfristig beleidigt aufgeheult hat; sich das aber binnen eines Tages aufgelöst hat. Ich habe ihm an dieser Stelle nochmal versichert, dass ich ihm sein Glück gönne und ihm alles Gute für die gemeinsame Zukunft mit seiner Verlobten wünsche.
Und dass ich das tatsächlich so meine und fühle, wie ich es geschrieben habe, macht mich sehr glücklich. Denn nun bin ich frei. Dieses Forum hat mich auf diesem Weg begleitet - vielen Dank an alle, die mir direkt (durch direkten Austausch) und indirekt (durch das Mitlesen) dabei geholfen haben.
Ich hoffe, ich schlage nicht so bald mit einem neuen Thema hier auf
