Mirandaa
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Zitat von Jane_1:Davon abgesehen: Ich freue mich, dass du im Forum bist. Du schreibst sehr offen und reflektiert, ich lese dich gerne, erkenne mich in manchem wieder und finde das oft spannend, was du schreibst. Danke.
erstmal vielen Dank für diese aufbauende, persönliche und sehr wertschätzende Kompliment bzw. Rückmeldung, über das ich mich sehr freue! Ich bin insgesamt ein sehr unsicherer Mensch und alleine die Anzahl der Dankeschöns unter den Posts, die kommen oder nicht, machen schon etwas mit mir und das ist nicht nur was Gutes.... 🙄
(Ich denke, auf andere kann ich auch sehr selbstsicher wirken bzw. einen sehr straighten Eindruck hinerlassen, ist aber nur ein Teil des Ganzen...vielleicht kennst du das ja auch)
Zitat von Jane_1:Schon als Kind habe ich Phasen des Alleineseins geradezu gebraucht wie die Luft zum Atmen.
Typischerweise strotzen dysfunktionale Elternhäuser oft auch mit Übergriffigkeit und die ist dann für die berechtigt entstandene Bindungsangst verantwortlich 🙄
Zitat von Jane_1:Aber zu wissen, in einem anderen Raum der Wohnung atmet ein Mensch, den ich liebe...das war schön.
Ich hatte immer ein Zimmer mit meiner Schwester zusammen (und trotzdem als Kind/Teenager Panikattacken). In meinem ersten Studentenzimmer dachte ich dann, ich ersticke. Und hab ziemlich schnell gelernt, dass romantischer Besuch mit körperlichen Zärtlichkeiten das einzige war, was mein Nervensystem beruhigen konnte. Am besten war, jemand blieb über Nacht. Also hatte ich mein Mittel der Wahl gefunden. Auf diese Weise habe ich auch die größeren Anstrengungen in meinem Leben gemeistert. Immer in den Zeiten, in denen ich in Beziehung war, waren so normale Sachen möglich wie Prüfungen etc.; single war ich zu sehr mit den hochkommenden Ängsten beschäftigt und ausufernden Süchten, die ich zur Kompensation einsetzte (u.a. Bulimie)
Zudem habe ich dann vermehrt in WGs gelebt, weil das Alleine-Leben für mich unangenehm schien (bis vor 15 Jahren)
Zitat von Jane_1:Dennoch würde ich gerne irgendwann wieder mit einem geliebten Menschen zusammen wohnen.
Mit einem Partner würde ich tatsächlich nicht mehr gerne zusammenwohnen. Ich sage immer: eine Trennung ist für mich eine Katastrophe, ein Umzug ist für mich eine Katastrophe, beides zusammen überleb ich nicht.
Ich hab da aber auch eine große Hemmschwelle mit definitvem finanziellen Aspekt, weil ich 20 Jahre sehr krank war und eben gar nicht mehr die nötige Kraft dazu gehabt hätte. Auch jetzt bin ich heilfroh, dass ich "nur" die letzte Trennung verkraften muss und nicht noch existentielle Nöte durch einen Umzug.
Zitat von Jane_1:Ich versuche neben dem Aushalten zu verstehen, wo das herkommt. Ist das was aktuelles, hat es mit dem Menschen, den ich verloren habe zu tun? Oder ist es etwas altes? Das erkennen lindert bei mir schon oft das Ausmaß.
Ja, das hört sich stimmig für mich an und hilfreich! Mir geht es derzeit ja oft im Laufe des Tages schlechter. Ich glaube, ich bin dann zu stark und oft getriggert durch Gedanken (hier war ich schonmal mit dem Ex, und hier auch und hier auch und dies und das erinnert mich jetzt wieder an ihn usw.), was mit dem Verlust zusammenhängt und dann hängen sich die Gedanken dran "warum um Himmels Willen bin ich jetzt single? das wollte ich doch nicht! jetzt bin ich allein! ich werd immer älter! alt und allein!...." und das sind dann so Trigger aus der Vergangenheit die sich ausbreitende Ängste nach sich ziehen wie die Farbe weiß beim Pawlowschen Hund.
Vorhin hab ich versucht die Work zu machen "ich fühle Schmerz - ist das wirklich wahr?" und entweder das hat geholfen oder das Kramen im Speicher, das mich ins Hier und Jetzt zurückgeholt hat. 🤔
Ob ich im Aushalten (meiner Gefühle) gut bin? Hm. Ich würde eher sagen: nein. Ich habe eine Emotionsregulationsstörung, denke ich. Ist natürlich viel besser geworden. Aber womöglich halte ich unangenehme Situationen in meiner Umgebung übermäßig lange aus. Auch das ist besser geworden. Je mehr ich es eben mit mir selber aushalte, umso weniger abhängig bin ich von anderen Menschen. LG!

