Blanca
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Zitat von Sanctuary:Ich weiß, dass es nichts bringt, aber es würde für mich manches erklären.
Dann google den Begriff und schau Dir die Symptomatik an. Bleib Dir aber bitte bewußt dabei, daß nur Ärzte sowas abschließend diagnostizieren können.
Zitat von Sanctuary:Rational gesehen sollte ich die Beine in die Hand nehmen und weit weglaufen. wenn da nicht diese verdammten Gefühle für sie wären. Die Hochs sind unglaublich schön und ich fühle mich extrem wohl und angenommen. dafür treffen mich die Tiefs umso härter und komplett unvorbereitet.
Google auch mal nach "Push & Pull" ("PUA") und was es mit den Betroffenen macht (unabhängig von Borderline & Co.).
Zitat von Sanctuary:Wie kann man Liebesbekundungen abgeben, sich mehrfach dafür entschuldigen, dass man einen so verletzt hat und währenddessen die ganze Zeit weiterhin auf Tinder sein? Sie weiß doch selbst, dass es so keinen Sinn macht.
Psychische Störungen führen zur Selbst(be)schädigung. Eben drum bedürfen solche Menschen einer fachärztlichen Behandlung. Kämen sie auch ohne klar, würden sie sich nicht ständig wider besseren Wissens so verhalten.
Diese Frau ist eine psychisch Getriebene. Natürlich rechtfertigt das nicht alles, aber es so zu sehen, macht ihr Verhalten ein Stück weit nachvollziehbar. Du sollst und mußt sie dafür also nicht hassen, allerdings wäre es IMO Dein größter Fehler, ihr keine Grenzen aufzuzeigen. Das hilft ihr nicht.
Sie muß erkennen, daß sie ein Problem hat, das sie nicht allein in den Griff bekommt und sich dann professionelle Hilfe dafür suchen. Die gibt es ja auch.
Sie muß leider auch erkennen, daß ihr Problem keines ist, das man kurzfristig oder komplett beseitigen kann. Vielleicht läßt sich die Symptomatik lindern, aber sie wird wohl immer wieder ein Verhalten an den Tag legen, daß die Grenzen anderer überschreitet und diese insofern vor den Kopf stößt.
So wenig wie sie selbst dafür kann, diese Störung zu haben - so wenig können aber auch andere (wie Du) etwas dafür. Und die anderen (hier: Du) müssen sich auch nicht ständig von ihr vor den Kopf stoßen und so in ihrem Selbstwertgefühl reduzieren lassen, nur um am Ende dann eh von jetzt auf gleich entsorgt zu werden von ihr. Sowas ist nicht zumutbar und sollte daher auch klare Konsequenzen haben, Punkt.
So hart es ist: Ähnlich wie Menschen, die von klein auf mit schweren physischen Schäden ausgestattet sind, wird auch Deine Borderlinerin akzeptieren müssen, daß sie ein Problem hat, das nicht nur behandlungsbedürftig ist, sondern ein Stück weit immer auch ihr Sozialleben beeinträchtigen wird. Wie sehr genau, daran kann sie arbeiten - aber bitte mit fachkundiger Unterstützung.
Sowas nennt sich "extremes Pech im Leben" und ja: Es ist unfair. Wir sind nun mal nicht alle gleich geboren, mit denselben Möglichkeiten ausgestattet, oder wachsen in einem ähnlich sicheren Umfeld auf. In ihrem speziellen Fall hier könnte aber nicht mal ein kommunistisches System daran jetzt noch etwas ändern. Deshalb ist es vor allem für Außenstehende müßig, in diese Richtung auch nur zu denken und sich genötigt zu fühlen, auch selbst eine Mitverantwortung dafür zu übernehmen. Daß man als unmittelbar Betroffene mit dieser Ungerechtigkeit des Lebens hadern kann, ist hingegen verständlich. Aber ändern wird auch das nichts.
Es ist leider nun mal, wie es eben ist.