Zitat von Sanctuary:ihr war Vertrauen und Treue ja immer sooo wichtig und zack wen interessiert das Geschwätz von gestern?
Als sie die Aussagen in Sachen Vertrauen und Treue traf,
hat sie das
in dem Moment auch so
gemeint. Wenn sie
jetzt von Geschwätz redet,
meint sie das
auch so.
Sie lügt Dir da nichts vor.
Sie
empfand es damals ja tatsächlich völlig anders als jetzt.
Für uns Außenstehende ist es eine Zumutung, damit umzugehen.
Niemand will gern zum Spielball werden.
Aber auch für sie als Betroffene ist der Umgang damit sehr schwer.
Sie erlebt diese Stimmungsschwankungen ja
an sich selbst - und auch die negative Reaktion ihres Umfelds darauf.
Vielleicht geht das schon so lange, daß sie es gar nicht mehr anders kennt als so.
Es ist schwer, sich "normal" zu benehmen, wenn man nicht mal mehr einzuordnen weiß, wie man sich "normal" fühlen sollte.
Teilweise wird ihr das bewußt sein, aber vielleicht nicht vollständig.
Und eben da kann eine professionelle Therapie - idealerweise eine stationäre - hilfreich sein.
Schon allein durch das Beobachten von ähnlich Betroffenen könnte sie sehr viel über sich selbst lernen.
Sie könnte sich Übungen aneignen, wie sie mit den Schwankungen umgehen kann.
Sie könnte einen Notfallplan erarbeiten, für Tage, an denen es besonders schlimm wird.
Alarmzeichen notieren, Personen in ihrem Umfeld darüber informieren, ab wo es "gelb" (= kritisch) und "rot" (= höchste Not) wird, damit die sie unterstützen können.
Es ist schade, daß sie sich dieser Möglichkeit beraubt.
Auch, daß sie es so negativ sieht.
Natürlich ist sie nicht "verrückt".
Sie ist psychisch beeinträchtigt, was hat das mit Intelligenzschwäche zu tun?
Das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.
Du wirst ihr keine Behandlung aufzwingen können.
Sie ist erwachsen, es ist ihre Entscheidung, diese Möglichkeit
nicht wahrzunehmen.
Mit den Folgen (hier: Eure Trennung) muß
sie dann aber eben
auch leben.
Vielleicht wird ihr irgendwann in ein paar Jahren nachträglich klar, was sie jetzt, hier und heute damit verspielt, sich dagegen entschieden zu haben. Das wird dann aber ihr Problem sein; was Dich betrifft, so kann ich Dir nur empfehlen, jetzt sorgsam auf Dich selbst zu achten und dafür zu sorgen, daß es Dir gut geht. Als Partner bist Du der Letzte, der ihr mit dieser Störung helfen kann; letztlich wird es ihr auf Dauer nichts bringen, wenn Du ebenfalls krank wirst über diesem Versuch und dann - auch für sie - nicht mehr funktionierst.
Ich wünsche Dir trotz allem noch einen guten Sonntag und alles Gute für die kommende, sicher nicht ganz einfache Zeit.