Fede
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Vorab: Bitte keine Ratschläge wie „Du brauchst professionelle Hilfe". Das bringt nichts. 3 mal versucht bei 3 verschiedenen Personen. Nur Problemanalyse, 3 verschiedene Meinungen und Zeitverschwendung. Sonst war nichts.
Nun zu mir. Ich bin seit über 23 Jahren verheiratet, wir haben 3 gemeinsame und 2 Kinder aus ihrer ersten Ehe. Mit Ende 20 hab ich mir schon meine Hörner abgestoßen gehabt und war bereit eine Familie zu gründen. Aufgrund ihrer Selbständigkeit hatten wir nur ein Problem mit der Kinderbetreuung, also haben wir beschlossen, dass ich das übernehme. Diese 7 Jahre waren für uns eine verdammt harte Zeit. Aufgrund finanzieller Engpässe hatten wir so manche Auseinandersetzung und mussten uns extrem einschränken. Nur noch ein statt 2 Autos, Ausgehen auf das absolute Minimum beschränken, Urlaube streichen, geringfügige Nebenjobs von mir meist nachts während alle anderen schliefen. Aber es funktionierte. Meine Freunde konnte ich nicht mehr treffen. Einerseits da ich keine Zeit hatte, andererseits weil meine Frau sie kategorisch ablehnte. Das sei kein Umgang für mich. Wir zogen von der Großstadt mitten in die Pampa. Ein Ort, wo 3 mal am Tag der Bus fuhr und du ohne Auto nirgendwo hinkommst. Gut. Es war aber auch an der Zeit endlich wieder Arbeiten zu gehen. Dur den Umzug und den dadurch bedingten Neuanfang hatten wir jedoch zeitliche Probleme. Die nächste Stadt war 30km entfernt und wir hatten nur 1 Auto. Da es 2 mal in der Woche gebraucht wurde, wurde es eng. Ich fand schließlich einen Job in der Gastronomie, wo ich einigermaßen gut verdiente und es sich zeitlich alles vereinbaren ließ. Für meine Frau ein absoluter „Nu**enjob", aber notwendig wenn du das Geld brauchst und nicht vom Arbeitsamt gekündigt werden möchtest, weil du die Arbeit verweigerst. Alle anderen Arbeiten hatte sie sowieso abgelehnt (Möbelverkäufer, Berufssoldat…). Abends wenn ich dann nach Hause kam (des öfteren nach einem 3 stündigen Fußmarsch vom Bahnhof nach Hause, weil Auto bekommst Du nicht, das brauche ich um die Kinder in die Schule zu bringen, die 1km entfernt ist), habe ich dann angefangen den Haushalt zu machen, sprich Küche putzen, Staubsaugen und Aufräumen. Nach einem Arbeitsunfall hab ich den Job wegen des langen Krankenstandes verloren. Kurz darauf musste ich wegen einer Behandlung ins Spital und durfte dann die 45km wieder nach Hause gehen. 1 Woche später fand ich nur 4km entfernt eine Arbeit. Hart verdientes Brot mit einem 16 Stunden Tag. Arbeitsbeginn war um 1 Uhr früh bis Ende. Zu Hause angekommen das übliche Lied. Küche, Staubsaugen, Aufräumen. Noch 1-2 Stunden schlafen, reload. Das ging ein paar Jahre so. Nebenher noch vorwürfe, dass man zu wenig mithelfe, sich nicht anständig um die Kinder kümmere uvm. Jetzt bin ich im Lager bei einer anderen Firma, weiter entfernt. Fahre täglich 1 Stunde mit dem Bus und gehe 30 Minuten bei Wind und Wetter auf der Freilandstraße zur Firma hin und retour. Eine Strecke die mit dem Auto in 11 Minuten im Halbschlaf zu bewältigen ist. Auto? Brauchst du nicht, können wir uns nicht leisten, aber Hauptsache jedes der Kinder hat eines bekommen. Haushalt noch immer das gleiche mit dem Unterschied, dass jetzt Fehler gesucht werden, ich am Wochenende immer Koche und immer noch der Vorwurf man mache zu wenig. Liebesleben? Fehlanzeige. Ein 13 jähriger hat da mehr zu berichten.
Zusammenfassend:
Geld: Verdienst ja, aber kein Zugriff. Freunde: keine, auch niemand mit dem ich reden könnte. Fahrzeug: keines, brauchst du nicht. Einmal hinsetzten und sich einen Film ansehen, der mich interessiert? Fehlanzeige. Liebesleben? Keines. Hobbys? Nur wenn es ihr gerade in den Kram passt. Zeit für Gemeinsamkeiten? Keine, denn man hat ja Kinder (wohlgemerkt das jüngste ist 18) Internet? Nein, wie kann ich es wagen, das brauchen die Kinder. Und, und, und.
Wie ihr seht bin ich so ziemlich weit unten angekommen. Ich denke weiter geht es nicht mehr. Die nächste Stufe wäre vermutlich die absolute Selbstaufgabe. Nachts kann ich einfach nicht mehr schlafen, 2 Stunden wenn es viel ist und um 5 muss ich auf. Ich bin fix und alle und will nur noch weit weg. Die Kinder hat sie auf ihrer Seite, da sie psychologisch verdammt gut drauf ist und ihnen erzählt wie böse ich bin. Jetzt ist guter Rat teuer. Was würdet ihr tun? Mit über 50 neu anfangen oder aufgeben?
