Zitat von Sanctuary:Sie müsste doch selbst erkennen, dass diese Gefühlsschwankungen absolut kontraproduktiv sind und einem glücklichen Leben im Wege stehen.
Ja, aber bis dahin kann der Weg weit sein.
Völlig anderes Beispiel:
Ich hatte seit meiner Jugend depressive Verstimmungen, leide unter einer bestimmten Zwangshandlung und bin ständig angespannt (Druck und Engegefühl im Brustbereich). Es kommen noch ein paar Symptome hinzu, aber das führt jetzt zu weit. Je älter ich wurde und je mehr ich unter (zeitweise extremen) Berufsstress geriet, desto schlechter ging es mir damit. Zwar suchte ich Ärzte auf, doch so richtig helfen konnte mir keiner.
Bis ich dann irgendwann Artikel über Mangelerscheinungen las und von selbst auf den Gedanken kam, mal den Vitamin D-Spiegel prüfen zu lassen. In der Tat war er viel zu niedrig, also begann ich mit der Einnahme (inzwischen plus Vitamin K2, Magnesium und Calciumcitrat). Eine Woche später
erlebte ich zum ersten Mal in meinem Leben (!) was es
heißt, tiefenentspannt zu
sein und sich von innen heraus glücklich zu
fühlen, ohne daß jemand in meiner Nähe war.
Kein Qi Gong, kein Yoga, keine Meditation oder Mindfulness-Übung hatten
das je bewirkt - trotz vieler Stunden über Stunden, die ich mir für all diese Dinge gestohlen habe. Und nun
fühlte ich mich plötzlich buchstäblich wie neu geboren!
Alles, was meine Krankenkasse dafür hatte abdrücken müssen waren rund Euro50 für den extra Labortest und das Rezep gewesen. Inzwischen nicht mal mehr das, weil ich lieber Tropfen einnehme und die dann halt selbst zahlen muß. Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings auch bereits 2 Therapien hinter mir, für deren Kosten manch einer ein volles Jahr arbeiten gehen muß. War zwar eine interessante Zeit und insofern möchte ich sie nicht missen, aber kosteneffizienter wäre gewesen, die Ärzte hätten bei der Blutuntersuchung einen etwas holistischen Ansatz gefahren und sich auch mal die Mühe gemacht, über das Standardprogramm hinauszuschauen.
Erst seitdem
weiß ich, wie "Entspannung" oder "Glück" sich
anfühlen. Vorher
kannte ich beides schlicht nicht. Dafür mußte ich es erst mal selbst
erleben dürfen und auch wenn dieser Zustand leider nicht völlig anhielt, so danke ich bis heute meinem Schöpfer auf Knien, daß auch mir dies nun endlich vergönnt worden ist. Seither
bin ich nicht mehr dieselbe!
Exkurs:
Zugleich war es für mich unglaublich entlastend zu wissen, daß ich eben
keine psychische Störung
habe, mir den ganzen Zeitaufwand für meditative Übungen etc.
sparen kann und vor allem auch
völlig richtig lag, als ich den Einsatz von Psychopharmaka rigoros ablehnte. Im übrigen steht für mich seither fest, daß die moderne Medizin vor allem eines ist: Ein
Riesengeschäft, in dem auch gern mal versucht wird, den Patienten passend für die Diagnosen zu machen, die man sich ihm zu stellen zutraut - sofern man ihn nicht gleich mit dem Gefühl ziehen läßt, ein Simulant zu sein. Eben alles: Nur nicht
sich auch als Arzt mal etwas mehr Mühe geben... aber wen wundert's, in einer neoliberalen Welt, wo man Patienten immer mehr "Eigenverantwortung" an ihrem Zustand
rüberzudrücken sucht?
Zitat von Sanctuary:egal ob Borderline oder nicht, ich habe es nicht verdient so verarscht zu werden.
