SabineWien
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Ich habe hier ein Thema eröffnet vor 4 Monaten wegen meiner plötzlichen Trennung.
Ich habe viel gelitten, aber voll akzeptiert das es vorbei ist und vor allem das es wirklich überhaupt nicht meine Schuld war.
Nun habe ich mir aber eine Gesprächstherapeutin gesucht weil ich mit der Kälte dieser Trennung nicht klar komme. Wir reden dort aber Hauptsächlich über mich und nicht ihn. Dennoch hat sie gemeint ich soll mich über Borderliner erkundigen, sie hört hier viele Züge heraus.
Nun hab ich ein bisschen gegoogelt und wirklich viele Züge entdeckt.
Kann mir jemand sagen ob diese "Ferndiagnose" vielleicht wirklich stimmt? Folgendes war nämlich bei meinem Ex das für mich nun zu diesem Bild passt:
- er hatte ca. 40 Frauen in seinem Leben. Auch mal eine längere Beziehung aber eben auch diese vielen davor. Und er wollte nie drüber reden. (Er ist 43 Jahre)
- er hatte immer wunde Finger. Blutige Fingerkuppen. Er hat behauptet das ist eine Hautkrankheit, aber wenn wir länger zusammen waren hab ich gesehen er tut ständig an den Fingern rum. Aber wehe ich hab das angesprochen! Hat er immer gemeint er macht gar nix, das ist eine Krankheit und nicht seine Schuld.(kein Arzt konnte ihm aber helfen)
- er hat keine wirklichen Freunde. Freundschaft bedeutet ihm nichts.
- zur 2 Geschwistern Kontakt gebrochen. Zur Mutter schonmal Jahrelang keinen Kontakt und plötzlich alles eitle Wonne
- er hat nach der Trennung gesagt er kann nicht wirklich lieben
- wenig Selbstwertgefühl, aber überspielt es
- in der Beziehung sehr viel Nähe gebraucht wenn er da war, sexuell sehr ausgelebt und dominant. Das ist auch seine Stärke und darauf stützt sich sein Selbstbewusstsein. er sagt selber: ich bin nicht sehr klug aber das kann ich
- aber unbedingt auch Freiraum gebraucht und zb gemeint: ich würde niemals heiraten!
- beruflich fühlte er sich immer missverstanden
- wütend war er aber nie. Aber wenn er jemanden nicht mag dann zeigt er das mit aller Härte
- genauso war es nach der Trennung: völlig eiskalt, ein komplett anderes Gesicht. Und sofort die Nächste gesucht. Er meint er will alleine sein, aber er kann überhaupt nicht alleine sein. Er sucht immer sofort jemanden, schämt sich aber dafür und hält es lange geheim vor anderen
- in der Beziehung auch "love bombing" gemacht und manchmal "du gehörst mir " gesagt
- Auf seinen Sohn projiziert er alles, aber auch beim Sohn will er nie in die Tiefe schauen wie es dem Sohn wirklich geht (Mutter des Kindes depressiv). alles wird verdrängt, dem Sohn geht es bestens meint er immer. Nur nicht ansprechen das etwas nicht ok ist mit dem Sohn, da blockt er ab. Der Sohn sehr abhängig vom Papa, von der Mama nicht.
Nun meine Frage:
Wie denken/fühlen Borderliner nach einer Trennung? Denn ich hab mich immer gefragt wie er nur alles hinschmeißen konnte und vor allem alles vergessen konnte. Aber das hat er wirklich! Er hat komplett eiskalt abgeschlossen nach einem Streit und sieht jetzt überhaupt keinen Sinn mehr freundlichen Kontakt zu halten. Sein Bruder sagt das macht er tatsächlich immer so.
Mir persönlich ist es jetzt nicht wichtig eine Diagnose über ihn zu haben. Aber es hilft mir nur zu erklären warum ein Mensch sich plötzlich um 180 Grad anders verhält.
Wie erleben Borderliner eine Beziehung? Wie erleben Sie sich selber im Altag? Und vor allem wissen sie, dass etwas nicht mit ihnen stimmt oder nicht?