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Brauche Kraft durch Euch

EmmaPee

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Du machst das schon richtig. Glückwunsch!

Den Rest - Wohnung, Möbel etc - müsst ihr noch klären, da kommt ihr nicht drum rum. Und das wird noch einmal weh tun. Aber versuche, das so bald wie möglich hinter Dich zu bringen.

Zitat:
Ich sagte dass das nicht wichtig ist, das sie jetzt ihr Leben hat und ich meins. Sie solle schauen dass es Ihr gut geht und ich schaue das es mir gut geht.


Dann kannst Du das nämlich auch leben. Wird nicht einfach werden, da ist ja noch vieles zu verarbeiten. Aber dass das "kein oder so wenig Kontakt wie möglich", für Dich besser ist, hast Du ja schon gemerkt.

11.12.2019 14:42 • x 1 #61


Amatheus

Amatheus


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Fahre gerade mit einem Freund und dessen Sohn zu einem 500km entfernten Fussballspiel. Werden da auch übernachten.

Heute morgen bin ich ziemlich traurig.
Mir kommen ständig unsere gemeinsamen Ausflüge in den Kopf und dass das nie wieder passieren wird.

Morgens ist das bei mir eh immer am schlimmsten.
Versuche mir die negativen Dinge von ihr vorzustellen, aber das hilft gerade nicht.

Wohnung sollte ich haben, Selbstauskunft muss ich noch einreichen und dann sollte es los gehen.

Kontaktsperre halte ich strikt ein.

Wünsche allen ein schönes Wochenende, viel Kraft und Durchhaltevermögen.

14.12.2019 09:04 • #62


Amatheus

Amatheus


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Das Wochenende war, trotz der schönen Ausfahrt sehr traurig für mich. Ich empfand einen extrem tiefe Traurigkeit. Ich denke, es war einfach die Erinnerung an unsere vielen gemeinsamen Ausfahrten und der Gedanke, dass die so nie wieder stattfinden werden.

Gestern, als ich wieder daheim war, war es richtig schlimm. Habe schnell meine Tasche gepackt und bin ins Fitnessstudio.

Heute ist mein Zustand ganz ok, bin zwar traurig und unruhig aber bei weitem nicht so wie am Wochenende.

Wünsche allen eine gute Woche.

16.12.2019 13:02 • x 1 #63


EmmaPee

EmmaPee


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Zitat:
Ich denke, es war einfach die Erinnerung an unsere vielen gemeinsamen Ausfahrten und der Gedanke, dass die so nie wieder stattfinden werden.

Hey Amatheus, diese Gedanken sind schlimm. Nach einer Trennung gibt es für praktisch alles ein erstes Mal, das man früher zusammen gemacht hat und ab jetzt allein macht. Das erste Mal das gemeinsame Lieblingsessen allein zu essen, man kommt in den Supermarkt, in dem man immer zusammen eingekauft hat und hat immer wieder den Gedanken, dass das alles nie wieder sein wird. Das piekst ganz ordentlich.

Ich hatte diese Gedanken anfangs so oft... Nie wieder Und regelmäßig bin ich zusammen gebrochen, es tat so unendlich weh. Aber als ich eben Deinen Beitrag las, fiel mir auf, dass ich das schon lange nicht mehr hatte. Und auch, dass diese Gedanken schon recht früh nachließen. Man kämpft ja nach einer Trennung fast ums Überleben oder um das zurück ins Leben. Da treten irgendwann ganz andere Gedanken in den Vordergrund, die viel wichtiger und das hier und jetzt betreffen. Und irgendwann fällt einem gar nicht mehr auf, dass man das, was man gerade tut, sonst immer mit der früher so geliebten Person zusammen gemacht hat. Sie werden zum Alltag.

Im Sommer 2018 war ich noch recht häufig abends mit meinem Mann am Strand. Wir haben da draußen in der Sonne gesessen und an einem Imbiss Pommes gegessen. Das war noch kurz bevor er gegangen ist. Im Sommer diesen Jahres war ich auch häufig am Strand, habe aber diesen einen bestimmten Strand gemieden. Das musste ich mir nicht geben. Kiel hat genug Strände, so dass man immer ausweichen kann. Aber irgendwann werde ich durch einen Zufall oder vielleicht auch geplant an eben diesen Strand, an dem bestimmten Imbiss landen. Noch bin dazu aber nicht bereit.

Du kannst also auch versuchen, den Situationen, wo Du weißt, dass es hart wird, erstmal aus dem Weg zu gehen. Und darauf zu vertrauen, dass dieses Gedanken weniger werden und es irgenwann auch weniger weh tun wird, bis es Dir gar nichts mehr ausmacht.

Wünsche Dir auch eine gute Woche - Kopf hoch

16.12.2019 14:54 • x 1 #64


Amatheus

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Danke @EmmaPee

Da war deine Trennung also Ende Sommer 2018?

Wie weit bist du jetzt und wie geht es dir soweit?

16.12.2019 15:22 • #65


Amatheus

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Habe gerade erfahren, dass ich die Wohnung die ich gerne haben wollte bekommen habe

Heute 15.30 werde ich den Vertrag unterschreiben, danach schon anfangen mit malern und einrichten. Da bin ich über die Weihnachtstage gut vertan.

Danach habe Abends nicht mehr die Trigger wenn ich in unsere gemeinsame Wohnung muss. Obwohl sie das wirklich respektiert, dass ich keinen Kontakt möchte, wird es dann einfacher sein.

Kraftvollen Tag euch allen.....

17.12.2019 11:58 • #66


EmmaPee

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Erstmal einen herzlichen Glückwunsch zur Wohnung!

Zitat von Amatheus:
Da war deine Trennung also Ende Sommer 2018?

Wie weit bist du jetzt und wie geht es dir soweit?

Ja, mein Mann hat sich Mitte August 2018 getrennt und ist Mitte September ausgezogen.

Ich habe extrem gelitten. Mein Mann ist diagnostizierter Borderliner. Die Diagnose und noch ein paar zusätzliche wurde ca. 1 Jahr bevor er ging, gestellt. Ich möchte hier nicht zu weit ausholen, denn was eine Trennung von einem Borderliner bedeutet, kann man überall nachlesen. Die ist für den, der durch den Borderliner verlassen wird, noch mal ein hoch² auf eine "normale Trennung". Stichwort "starke emotionale Abhängigkeit". Obwohl er mich zigmal betrogen hat (ich rede hier wirklich von einer zweistelligen Zahl), wollte ich ihn zurück.

Er hat sich auch immer wieder gemeldet. Einerseits war er um mich besorgt und andererseits auch durch die Persönlichkeitsstörung. Er konnte auch nicht loslassen, obwohl er ging. Wir hatten aber auch eine wirklich sehr sehr intensive Beziehung.

Nach 7 Monaten war ich so am Boden, dass ich ihn trotz aller Sucht nach ihm und trotz dem Wunsch, er möge zurück kommen, von mir aus bat, mich nicht mehr zu kontaktieren. Nur bei Notfällen. Das verstand er, hielt sich ein paar Wochen dran. In diesen Wochen fing es an, mir besser zu gehen. Auch durch andere Umstände - angefangen mit einem Antidepressivum, einen Roller gekauft, so dass ich endlich wieder mobil war usw.

Er fing dann irgendwann wieder an, mich zu kontaktieren. Die Gründe waren keine wirklichen Gründe. Also nichts, wo es zwingend notwendig war, mich zu kontaktieren. Durch den Abstand, den ich inzwischen gewonnen hatte, fing ich an, das auch zu sehen. Ich antwortete freundlich, aber kurz. Kontaktierte ihn nie von mir aus. Je weniger Kontakt wir hatten, umso besser ging es mir. Nicht gut, aber besser

Mittlerweile sind knapp 16 Monate vergangen. Mir kommt es immer noch vor, als wäre die Trennung erst gestern gewesen. Gesehen habe ich ihn das letzte Mal vor ca. 4 Monaten - zufällig beim Einkaufen. Es war nicht schön - einerseits vertraut und andererseits fremd. Eine Freundin hat ihn vor kurzem gesehen und sagt, dass er nicht glücklich aussah. Aber klar, mit so einer Diagnose muss es auch schwer sein, sich glücklich zu fühlen. Und ich weiß ja auch, dass es ihm nicht gut geht.

Mittlerweile habe ich mir wieder einen guten Kreis mit Freunden und auch Bekannten aufbauen können. Er meldet sich noch, aber weniger oft. So alle 4 Wochen mal. Es piekst noch immer, aber es zieht mich nicht mehr so runter. Das Loch, das sein Weggang in mein Leben gerissen hat, konnte ich bis heute nicht füllen. Es ist wie eine Amputation.

Aber es geht mir erheblich besser und ich führe wieder ein Leben. Auch, wenn ich sehr viele, insbesondere finanzielle Abstriche machen musste und noch immer muss. Ich hatte mich ein paar Monate vor der Trennung selbstständig gemacht und rutschte zeitgleich mit der Trennung ins ALG II. Er verdient nicht genug, so dass er mir Unterhalt zahlen müsste. Durch das Jobcenter habe ich viel Hilfe erfahren - nicht finanzieller Art! Ich bekomme keine Zuschüsse. Aber sie stehen hinter mir und meinem Gewerbe. Mein Gewerbe trägt sich, das ist alles. Manchmal bleibt auch ein wenig für mich hängen. Aber so, dass ich sagen könnte, jeden Monat kommt so und so viel rein, ist es nicht. Das liegt auch daran, dass ich erst im Mai diesen Jahres das erste Mal wieder fähig war, überhaupt ans Arbeiten zu denken. Mein Gewerbe lag also fast ein Jahr brach.

Tja, so ist es. Die Trennung hat mir nicht nur von der Trennung her stark zugesetzt sondern auch noch einige andere Baustellen aufgetan, an denen ich arbeite. Und das alles mit halber Kraft. Denn die Depression hat es echt drauf, mich immer wieder mal ohne Vorwarnung so richtig aus der Bahn zu werfen.Aber ich arbeite dran!

18.12.2019 15:45 • x 2 #67


Amatheus

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Zitat von EmmaPee:
Ich habe extrem gelitten. Mein Mann ist diagnostizierter Borderliner. D


Oh, da kann ich gut mitreden. War 4,5 Jahre mit einer Borderlinerin zusammen. Sie hat keine Diagnose, aber das passt zu 1000%. Hatte damals soo viel gelesen darüber.
Es waren gefühlte 1000 Trennungen. Ich bin ihr 3x hinterher gezogen. Dann haben wir ein gemeinsames Kind.

Ich konnte mich erst lösen, als ich völlig ausgelaugt am Boden lag und mit letzter Kraft in eine andere Stadt zog.

Bei ihr geht´s immer so weiter. Nach mir bestimmt 20 oder mehr Partner, keine Beziehung hält länger als 3 Monate, Wenn sie Arbeit hat, auch nie länger als 6 Monate und mit Freunden ist es genau so.

Mich schaltet sie auch immer noch auf schwarz/weiß, so wie sie es immer gemacht hat, nur kann ich da mittlerweile nur drüber lächeln.

So eine B-Beziehung ist etwas besonderes, nochmal 25% drauf gegenüber einer "normalen" Beziehung.....

18.12.2019 16:09 • #68


Amatheus

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Ich habe nun meinen ersten Tag in meiner neuen Wohnung verbracht und es fühlt sich gut an 

Gestern durfte ich noch sehen, wie ein Luftfrachtbrief mit 200Euro Retoure kam, was sie ihrem Loverboy gesendet hat. Die ist echt sooo naiv mit ihren 48 Jahren!

Sie hat micht gestern zugetextet, was ich nicht alles vergessen soll aus der Wohnung mitzunehmen. Habe sie da da fast komplett ignoriert. Außer einem Satz, dass sie mich nun in Ruhe lassen soll. Danach kamen Vorfürfe, dass man ja mit mir eh nie vernünftig reden konnte, blablabla. Es triggert mich fast gar nicht mehr, habe in 5 Wochen viel geschafft, die Kontaktsperre war sehr hilfreich, die Trauer zulassen und hier das Lesen und Schreiben.

Allen ein angenehmes Silvester, viel Kraft und ein starkes, gesundes neues Jahr.

31.12.2019 07:53 • x 2 #69


EmmaPee

EmmaPee


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Oha, dann ist sie ja voll drin in dem Bezness-Programm. Sie kann einem irgendwie leid tun.

Komm auch Du gut ins neue Jahr! Und melde Dich zwischendurch mal wieder. Wäre schön zu lesen, dass es Dir immer besser geht

31.12.2019 15:56 • x 1 #70


Amatheus

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Zitat von EmmaPee:
Wäre schön zu lesen, dass es Dir immer besser geht




Nun sind es über 7 Wochen seit der Trennung. Seit dem 31.12. wohne ich in meiner neuen Wohnung. Vom 2-6. Januar waren Tage voller Traurigkeit, so stark wie nie zuvor. Ich denke, es war das bewusste Loslassen von ihr, halt durch die neue Wohnung verschuldet.

Aber seit dem geht es mir viel besser. Die starke Traurigkeit ist weg, doch schon einige Momente wo ich mich glücklich fühle und mich auf mein bevorstehendes Leben freue.

Klar sind immer noch Momente mit Traurigkeit vorhanden, auch muss ich ab und zu noch weinen, aber es wird immer weniger.
Mein Appetit ist wieder da, Lust zu kochen auch. Am Freitag gehe ich mit Freunden zu einer Tanzveranstaltung.

Die Kontaktsperre halte ich ein, habe gar kein Bedürfnis mehr ihr zu schreiben. Sie schrieb immer mal, belangloses Zeug, worauf ich nicht reagierte. 2x habe ich ihr geschrieben, weil das wichtig war. Aber dann wirklich nur eine Antwort auf das Thema basierend, ohne "Wie geht es dir", oder "was machst du schönes". Das sehe ich somit auch nicht als Bruch der KS, weil es völlig emotionslos geschrieben wurde.

Ins Fitnesstudio gehe ich regelmäßig und einen Bekanntenkreis bin ich mir am aufbauen.

Also ich bin wirklich sehr zufrieden mit meiner Entwicklung.
Auch das viele Lesen hier im Forum hat mir sehr geholfen.

15.01.2020 12:42 • x 4 #71


Sabine72


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7 Woche ist ja noch gar keine lange Zeit! Respekt wie Du das so schnell durchgezogen hast! Weiter so!

15.01.2020 12:54 • x 2 #72


Amatheus

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Zitat von Sabine72:
7 Woche ist ja noch gar keine lange Zeit! Respekt wie Du das so schnell durchgezogen hast! Weiter so!


Danke Sabine.

Durch die Trennung von ExEx, wo ich fast alles falsch gemacht habe was man falsch machen kann, habe ich schon etwas Erfahrung.

Denn so lange leiden wollte ich nie mehr.

15.01.2020 13:06 • x 2 #73




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