Danke für eure vielen Antworten! Da einige meine langen Labertexte so mögen, hier der Megathread mit allen Antworten
😍 hehe
Dass es so weit kommen konnte, dass es mich so fertig macht, da muss sich dringend was ändern. Ich sitze hier echt mit zitternden Händen. Ich peile ein finales Gespräch mit Chef und Monika in 2 Wochen an, früher geht nicht. Morgen habe ein Gespräch mit einem Coach.
Ich werde mit dem Coach zum einen besprechen, wie es mir wieder gut gehen kann und zwar dringend. Und wie ich aus einem zweiten Schlammassel rauskomme: Ich hab die Arbeit übernommen, die der Chef machen müsste, zusammen mit Monika. Wir wollten den Laden nicht verlieren, weil wir dran hängen, ist eben ein besonderer Ort, kann man mal versuchen. Wegen dem Chef ist der Laden letztes Jahr fast vor die Hunde gegangen. Und jetzt zieht der sich weiter raus, wir sollen alles komplett alleine organisieren. Kein guter Chef würde das so machen, man kommt sich wie ein Bittsteller vor. Während er jammert, wie viele finanzielle Verluste er wegen dem Laden macht.
Danke für eure klaren Worte:
Zitat von Schutzengel: Du bist mit der Leitung eines Projektes vertraut, das einem Verein, zusätzlichen Gewinn zuführen soll.
Zitat von ElGatoRojo: Kann da dem Schutzengel nur zustimmen - du werkelst da freiwillig. Also take it easy. Du musst da nichts auf Krampf beweisen.
Zitat von Lumba: Und wenn das nicht Deinem Wesen entspricht - was ok ist - dann geh. Es ist nichts auf der Welt wert, dass Du Dich so schlecht fühlst auf Dauer. Glücklichsein und Zufriedenheit - das sind die Ziele.
Von glücklich und zufrieden bin ich Lichtjahre entfernt nach den letzten Wochen. Lumba, statt glücklich gehts mir völlig bekloppt! Ich fühle mich als wäre ich in einem Kampf? Und ich kenns halt bisher so, dass man sich lieber aufopfert als nach sich selbst zu schauen, aber das muss sich ändern, meine Prios sind da verdreht. Vielleicht hat das mit nicht hinterfragtem Verantwortungsgefühl zu tun?
Zitat von E-Claire: Wenn er sagen würde, ah du meinst du hast es da raus, bitte… sein nicht hinterfragtes Verantwortungsgefühl, macht erst möglich, dass sie sich gegen angebliche Autorität auflehnt. Statt sich selbst zu beweisen, auflaufen lassen, wäre mein zunächst erster Gedanke.
Auch wenn alles spitze laufen würde, ich finds megaschwer, den Laden loszulassen. Weil sich sonst niemand kümmert.
Zitat von Ella: Ist diese Art zu denken nicht ein wenig überheblich?
Wenn ja, wäre irgendwie auch gut, weil das hieße ja, dass der Laden auch mit anderen am Laufen gehalten werden kann! Win-win für alle, mir inklusive, ich könnte mich ausruhen. Aber wenn nicht, werde ich mich fragen ob ich wirklich alles versucht habe, ob es an mir lag. Ich übersehe einfach, wie schlecht es mir geht. Und dass man sich auch rausziehen darf. Ich nehme das mit in das Gespräch morgen, danke!
Zitat von Wolfstanz: Mache klar, daß Du nach dieser Teamversammlung davon ausgeht, daß alles was zwischen Kolleginnen und Kollegen klemmt bereinigt ist. Biete an, daß Deine Tür offen steht, wenn jemand Sorgen hat und mache klar, daß der Fortbestand des Projektes im wesentlichen darauf gestützt ist, daß Ihr als Team wie ein Team zusammenarbeiten könnt...
Echt gute Ratschläge, danke! Solche Wortbilder sind toll! Die Aussprache mit Monika sollte uns auch vom "über" zum "miteinander" zurückbringen. Da wir das nicht mal mehr in unserem zweier-Team hinkriegen, sehe ich da wenig Möglichkeiten.
Zitat von Schutzengel: Heißt ja eben nicht hinterschwänzig.
Zitat von Wolfstanz: Du hast sie angebaggert, sie Dich ebenfalls oder Ihr Euch und dann wieder zurückgezogen.
Wir haben nie angebändelt. Ich kann von meiner Erfahrung bisher nicht sagen, dass Frauen so hinterdingsig sind. Ich kenne das eher von Typen, die sich breit machen und keiner Frau Platz lassen - das erlebe ich immernoch viel zu oft. Ein Beispiel: Monika wäre vom Chef (Mann) nicht in die Leitung gelassen worden, wenn nicht ein weiterer Mann (ich) auch drin wäre.
Danke Lumba, dass du darauf nochmal eingegangen bist:
Zitat von Lumba: Wenn Dich jemand in der Emotion kontaktiert, dann ist nicht die Zeit in Ratio zu reagieren. Er wird sich, wie hier passiert, übersehen und abgewiesen fühlen. Du hättest in das Gespräch gehen sollen und dann, mit Abstand, umschalten sollen.
Zitat von Alduin: Menschen, die derartig schnell beleidigt sind (und das im Arbeitsverhältnis ausleben) werden meistens gefeuert oder gegangen.
Mein Bauchgefühl sagt mir, dass auch wenn ich auf eine emotionale Aussprache mit Brigitte eingegangen wäre, trotzdem alles genauso hinter meinem Rücken gelaufen wäre. Mein Alarm ging da ja schon an. Sonst hätte ich auch nicht im Forum geschrieben.
Zitat von Woelkeline: Ausschlaggebend war, dass ich die wenige Freizeit mit meinem Pferd nicht mehr genießen konnte. Ich hab nur danach geschaut, mit wem sie zusammen steht und mich gefragt, ob sie wohl gerade über mich reden. Das hat mich enorm gestresst.
Danke Woelkeline (und cooler Name), dass du das so offen hier teilst. Ich finde es gehört Mut dazu, sich in solchen Situationen nicht klein zu fühlen oder zu machen. Durch dein Beispiel fühle ich mich jetzt weniger blöd oder allein. Am Anfang schrieb ich, dass ich mich nicht in die Abwärtspirale reinziehen lassen will, jetzt ist alles komplett voll von Negativität und Misstrauen. Du hast das sechs Monate ausgehalten, ich keine zwei Wochen.
Zitat von Ella: Frieden kam in dem Augenblick, wo ich dies erkannte. Dann ging es nur noch um Abgrenzung und das auf einer vollumfänglichen Weise. Ich habe dann die Gruppe auch verlassen, solange meine Wahrnehmung nicht der Wahrnehmung der anderen entsprach.
Ich fühle mich wie einem Kampf mit dem ich gar nichts zu tun habe. Dass ich das Vertrauen meiner besten Kollegin Monika verloren habe, ist vielleicht ein guter Ankerpunkt um sagen zu können:
- ohne Vertrauen geht es nicht weiter
- Aussprache brachte nichts
- ich trete von meiner Position zurück, denn die geht nur mit Vertrauen
- die Gemeinschaft schützen und schauen, was die Leute für die Zukunft brauchen (je nachdem welche Änderungen entschieden werden)
- die Gemeinschaft motivieren, selbst die Organisation zu übernehmen (obwohl ich dann dazu sagen muss, dass alle ihre Grenzen vorm Chef wahren sollten und sich nur auf klare Absprachen einlassen..)
- mir sagen, dass ich alles versucht habe, und in Ruhe drauf schauen, warum ich mich so schlecht lösen konnte
Das wünsche ich mir für jede nächste Begegnung, danke @Ella und alle!
Zitat von Ella: Ich bin viel achtsamer heute im Umgang mit neuen Leuten und eher freundlich distanziert am Anfang, bis mir der Charakter meines Gegenübers bekannt wird. Und ich habe mich von der Vorstellung distanziert, ich müsste mit jedem können.
Liebe Grüße in den Montag, hoffe ihr habts gut!
Jan