AmericanSweety
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Zitat von AD46:
Du Liebe,
glaube mir, es wäre besser. Ich lebe zwar mit den Kindern allein, aber er ist ständig hier. Weil seine Wohnung eine Betreuung dort noch unmöglich macht. Und ich weiß, wie ich mich fühle, wenn er präsent ist. Es ist furchtbar. Ist er mal 1 bis 2 Tage am Stück nicht hier, geht es mir wesentlich besser. Es ist wie eine Karotte, die man einem Esel vor die Nase hält, damit er weiter läuft. Er kann sie nie erreichen. Du hast ihn um Dich, aber das, was Du Dir am meisten wünschst, bekommst Du nicht.
Abstand ist wirklich das Einzigste, was jetzt hilft. Du brauchst Zeit, um Deine Gedanken zu sortieren, Dich um Deinen Schmerz zu kümmern. Und bitte, wenn Du Dinge wie Gewicht oder anderes ändern willst, tue es. Aber tue es für Dich. Gehe erst einmal nicht davon aus, dass es etwas an der Situation ändert. Sonst kommst die in eine verhängnisvolle Spirale aus Hoffnung und Erwartungen. Und was passiert, wenn Du Deine Ziele erreichst und er kommt trotzdem nicht zurück? Dann bist Du keinen Schritt weiter. Gib auf Dich acht. Sieh auf Dich. Und ich weiß, dass das schwer fällt. Ich kann das auch nicht und verfange mich immer wieder in unrealistischen Gedankenspielen.
Deine Tochter ist 9, oder? Jung genug, um eine Mutter-Kind-Kur zu beantragen. Ich fahre Anfang Februar und zähle jetzt schon die Tage. Ich wollte unbedingt ans Meer, weil ich weiß, dass mir der weite Horizont und die Luft gut tun werden. Du kämpfst so hart, irgendwann werden Deine Akkus leer sein. Aber Du hast ein Kind und sie braucht Dich gerade jetzt so sehr. Und ja, es ist ungerecht, dass wir uns nicht immer nach Wunsch verkriechen können, weil uns die Kinder brauchen. Manchmal möchte ich auch einfach schreiend hier raus laufen. Andererseits merke ich auch immer wieder, wie sie mich in die Realität zurück holen und das ist gar nicht so verkehrt.
Guten Morgen, danke für deine Zeilen!
Ich weiß, dass Abstand für uns beide nicht verkehrt wäre. Aber dazu durchringen kann ich mich (noch) nicht. Ihm scheint es nichts auszumachen...Wie schon beschrieben, zieht er selbst keinerlei Grenzen bezüglich Privatsphäre (Türe zu beim duschen, sich nicht mehr vor mir umziehen). Aber ich glaube, da sind Männer sowieso ganz anderst...
Unsere Tochter wird 15...Da fällt das mit der Kur raus. Über die Feiertage geht es nicht, aber in den nächsten Ferien möchte ich wenigstens paar Tage mit ihr wohin.
Klar hab ich Hoffnungen. Ich würde lügen, wenn ich das abstreite. Mir ist aber auch durchaus bewusst, dass ich ihn gar nicht mehr erreichen werde und es tatsächlich keine Chance mehr gibt. Zwar versuche ich das zu verdrängen, aber ich weiß, dass es diese Möglichkeit gibt.
Das schwierige an der ganzen Sache ist, dass das meiste, was er bemängelt hat, Sachen sind, die nicht schwer zu ändern sind. (Zb dass er gerne nach Hause kommt... die letzten Monate waren aufgrund Pubertät etc schwierig und gab immer wieder Konflikte am Abend)
Und das mit den Gefühlen... liegt definitiv daran, dass ich mich selbst aufgegeben hatte, fast schon depressiv war und ihn dadurch auch vernachlässigt habe. Liebevoll war meine Art und Weise definitiv nicht mehr wie früher...Dann eben dass keine körperliche Nähe mehr stattgefunden hat... Da kommt eben die mittlerweile fehlende Anziehung ins Spiel...
Deswegen macht mich das alles so fertig... Man könnte wenigstens all das ändern/verbessern und schauen, ob da noch was ist. Aber aktuell ist er nicht offen dafür und sieht keinen Sinn darin. Wie ich schon erwähnt hatte, vielleicht auch, weil es so einfacher ist (seine Worte).
Ich versuche, mich um mich selbst zu kümmern und mal schauen, wie es in ein paar Wochen ist... Ob ich dann selbst noch einen Sinn/Hoffnung sehe, um ihn/uns zu kämpfen.
Heute Vormittag kämpfe ich schon immer wieder mit den Tränen... Aber das wird wieder. Morgen hab ich Fahrschule und wenigstens ein bisschen Ablenkung...
Ich weiß, jeder hat hier ein schweres Päckchen zu tragen...ich danke euch von Herzen, dass man sich hier ausschütten und austauschen kann! Das ist im Moment ein kleiner Rettungsanker...
Viel Kraft wünsche ich euch allen!
