Zitat von Aibhlin:Hallo zusammen, darf ich mich hier einklinken?
Kurz zu mir, ich hatte es an anderer Stelle hier im Forum schon erwähnt: ich bin 39 Jahre alt und wurde im Januar nach 16 Jahren von meinem Freund verlassen. Ich habe ihn wirklich geliebt, habe aber in der Partnerschaft viel zurückstecken müssen. Und erkenne im Nachhinein, dass er mich nie so geliebt hat, wie er mich.
Das tut einfach nur weh. Ich bin gekränkt. Ich bin in den Grundfesten meiner Lebensplanung erschüttert (wir hatten immer darüber gesprochen, ein Haus zu kaufen, das war mein großer Traum - das kann ich jetzt wohl knicken). Ich wollte immer heiraten, er nie. Bei allem was ich tue muss ich daran denken, dass ich jetzt allein bin und breche in Tränen aus. Ich will das aber alles nicht. Ich will nach vorne blicken, aber ich drehe mich gerade einfach nur im Kreis. Vielleicht kann ich mich ja hier etwas austauschen und ablenken...
Guten Morgen Aibhlin,
das kann ich mir gut vorstellen, dass du in deinen Grundfesten erschütterst bist. Gut aber, dass du Grundfesten hast. Schau doch mal, was an deinen Grundmauern noch da ist. Für mich liest du dich zwar erschüttert an, aber nicht zerstört. Halte nur weiter an dem Gedanken fest, dass " du (in der Partnerschaft) viel hast zurückstecken" müssen, das ist sehr hilfreich.
Wie du bei den anderen Betroffenen hier lesen kannst, sind die Emotionen das große Problem nach der Trennung. Der negativ emotionale "stream of consciousness" ist es, der das Leben so schwer macht ("das Drehen im Kreis"), obwohl er in weiten Teilen nur ein Hirngespinst, eine Konstruktion eines Teils unseres Gehirns ist. Mit der Realität hat er meist wenig zu tun.
Man kann diesen negativen Bewusstseinsstrom stoppen, man kann die negativen Gedanken drehen in neutrale (die die vermeintliche Gefahr aus der Situation nehmen , z. B. ängstigt auch dich ja das alleine Sein, obwohl objektiv betrachtet du a) vorher auch alleine warst und b) alle alleine sind und c) alleine Sein auch nicht gefährlicher ist als zu zweit zu Sein) oder gute Gedankendreher, das sind die, die aus den negativen Gedanken respektive Emotionen, positive ableiten können.
Anders als viele Glauben, ist man dem negativen Bewusstseinsstrom nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann den stoppen und drehen. Das ist eine rein kognitive und bewußte Entscheidung.
Profis, Sportler z. B., aber auch andere Menschen die in Situationen sind, in denen unerwünschte Emotionen aufkommen können, schaffen es allein mit ihrem Willen, dieses Aufkommen zu unterdrücken, oder besser, umzudeuten. Und sich damit ganz auf das zu konzentrieren, was in der spezifischen Situation notwendig ist. Z. B. Ruhe bewahren und klar zu denken.
Deinen Haustraum z.B. ... warum solltest du den jetzt knicken? Ok, vielleicht mit ihm ... Aber in ein paar Monaten triffst du einen Mann, der schon ein Haus hat und es gerne mit dir teilen will, weil er sich in dich verliebt hat ... Und nun?