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Club der nach langjähriger Beziehung Verlassenen

Taleja
Zitat von Sagan:
Ich habe mich entschieden so nah dran zu bleiben, damit die Kinder es nicht so weit zur Schule und zur Kita haben. Außerdem ist die Wohnung für 4 Zimmer recht günstig.
.
Es ist ja auch okay! zwinkern
Nur ich für mich konnte und wollte das nicht. Bin aber nun auch nicht in eine andere Stadt gezogen oder so, sondern nur in eins der Dörfer in der Umgebung, weil der Kleine, der ja bei mir lebt, wenigstens die Schule mit seinen Freunden besuchen sollte. zwinkern

#556


Simone79
Zitat von AmericanSweety:
Du bist jedenfalls nicht alleine!

Das ist zwar kein wirklicher Trost, aber du kannst dir hier alles von der Seele schreiben und Unterstützung bekommen!


Also ich spreche natürlich nur für mich. Für mich ist das ein ganz großer Trost zu sehen, dass ich nicht alleine bin und hier eingecheckt alles loswerden kann es mich bedrückt und Verständnis dafür zu erleben.

x 4 #557


A


Club der nach langjähriger Beziehung Verlassenen

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Molly65
Guten morgen,
Es ist schwer, solch eine schwere Zeit ohne Blessuren / Schäden zu überstehen - es bleibt immer was "hängen"...... (Die Weihnachtszeit setzt noch einen drauf)

Man fühlt sich betrogen, verraten um sein Leben, seine Zukunft, dass er/sie nun mit einem anderen führt und keinen Gedanken mehr an einen verschwendet in seinem neuen Glück/ Liebe.

Manchmal wird mir heute noch brechend übel, wenn ich an die erste Zeit des " Überleben " denke......und ich weiss , dass da einiges zerbrochen ist - für immer.

Ich wünsche Euch aus tiefstem Herzen, dass Ihr die kommenden Tage einigermaßen übersteht und NICHT VERGESST, wie wertvoll & liebenswert wir doch sind
Da "draussen" wartet sicher wieder etwas Schönes auf uns - irgendwann......

Drücke Euch ganz fest ....
GLG

x 5 #558


AD46
Die Frage, die ich mir stelle, ist einfach die, warum er mich nicht einfach loslassen kann. Ich meine, er hätte doch gestern Abend nicht noch einmal herkommen müssen. Ich hatte damit gerechnet, dass er gestern zu ihr fährt. Aber dann taucht er um 21 Uhr hier auf, angeblich wegen der Kinder. Muss er doch gar nicht. Die sind freitags um diese Zeit eh mit Daddeln beschäftigt. Aber nein, er schreibt gegen 8 eine Nachricht, er käme noch mal. Dass ich kurz bevor er dann hier war mit seiner Schwester telefoniert habe, konnte er nicht wissen. Er hätte einfach sein Büro zuschließen und wegfahren können. Aber er kommt hierher, setzt sich hier mit mir hin. Und fährt dann zu ihr. Warum tut man so etwas? Er hat sich gegen uns entschieden und trotzdem gibt er mir keine Chance zum Durchatmen. Ich verstehe das eInfach nicht.

Und jetzt ist auch noch mein Wäschetrockner kaputt. Klingt so fürchterlich banal, aber kann nicht einfach mal irgend etwas funktionieren? Habe die Kundendiensthotline aber gleich angerufen und der Reparaturdienst kommt am 24. morgens noch. Hoffe, der kriegt das wieder hin. So alt ist das Gerät noch nicht. Die Spülmaschine hatte auch kurz nach der Trennung Macken, aber die konnte ich selbst reparieren. An den Trockner traue ich mich nicht ran. Und so einen sch. brauche ich nicht noch zusätzlich im Moment.

Ich will endlich mal hier raus, aber bis Anfang Februar und meiner Kur scheint noch eine Ewigkeit zu sein.

x 2 #559


AmericanSweety
Zitat von Simone79:

Also ich spreche natürlich nur für mich. Für mich ist das ein ganz großer Trost zu sehen, dass ich nicht alleine bin und hier eingecheckt alles loswerden kann es mich bedrückt und Verständnis dafür zu erleben.


Klar, für mich auch! So meinte ich das eigentlich nicht...Hätte es anderst formulieren sollen...
Es nimmt einem halt leider nicht den Schmerz...

Würde uns das Forum nicht helfen, wären wir ja alle nicht hier...

#560


B
Zitat von aufstehen:
Ich wünschte, ich wäre so stark wie @balko43. Er kommt heute und möchte Weihnachtsgeschenke bringen. Wozu?


Das hat nur bedingt etwas mit Stärke zu tun und Du kannst das auch. Wenn sich jemand entscheidet sich zu trennen, dann ist das für ihn/sie ein Prozess. Der findet nicht von heute auf morgen statt, sonder über Wochen und Monate, vielleicht Jahre. Schneller geht es nur bei denen, die sich neu verlieben. Die haben aber dann auch wieder dieses Kribbeln im Bauch, was wir in langjährigen Beziehungen durch Geborgenheit, Vertrauen, Wertschätzung ersetzen.
Wird nun von ihm/ihr die Trennung ausgesprochen, möchte er/sie nicht mehr mit uns zusammen sein. Wir stellen praktisch keinen oder nur noch einen geringen Wert für ihn dar. Dadurch das wir ihm jetzt auf die Pelle rücken, ihm Briefe schreiben oder WA Nachrichten tun wir zwei Dinge. 1) Wir zeigen ihm wie schwach wir sind. 2) Wir zeigen ihm egal was er getan hat, er kann jederzeit zu uns zurück, bauen ihm also ein Rettungsboot.
Das macht uns unattraktiv weil er genau weiß wie wir ticken. Wir sind schwach und jederzeit angreifbar.
Ihm/ihr ist das völlig egal und spielt ihm/ihr nur in die Karten. Wir sind ja da wenn das andere nicht funktioniert.

Ich sage jetzt nein. Nein zu ihr. Ich habe mich lange genug wertlos gefühlt. Ich will wieder Leben. Menschen kennenlernen, mein Leben nicht mehr von jemandem abhängig machen, für den ich nichts mehr darstelle.
Vielleicht ist das der erste Schritt endgültig loslassen zu können. Vielleicht aber auch um dem anderen zu zeigen, Dein Rettungsboot entfernt sich. Weiter und weiter. Lass mich einfach in Ruhe und leb Dein Leben. Viel Glück dabei. Ich will keine Geschenke von Dir, Du schuldest mir nichts! Ich steigere ihm/ihr gegenüber meinen Wert, da ich nicht mehr der bin, zu dem sie jederzeit zurück kann. Melde Dich, wenn Du ernsthaft mit mir an unserer Beziehung arbeiten willst. Ich halte die Kontaktsperre ein, Tage, Wochen, Monate.
Zum Einen fange auch ich an zu verarbeiten, zum anderen werde ich für sie wieder interessant. Ob es dann zu einem Wiedersehen kommt oder nicht, wird meine Entscheidung. Auch in Abhängigkeit davon wie lange die Kontaktsperre war und inwieweit ich schon verarbeiten konnte. Und nur ich entscheide, ob ich den Kontakt nun noch will oder nicht.
Sucht er/sie keinen Kontakt mehr ist es auch ok und ich weiß, ich habe dann keinen Wert mehr für ihn/sie. Aber für mich bleibt die Zeit auch nicht stehen. Mit jedem Tag, an dem ich den Kontakt aus Vermeide, werde ich ein kleines Stückchen selbstsicherer, steigere mein Selbstwertgefühl. Das ist es worauf es ankommt. Ob Weihnachten, Geburtstag oder sonst noch was. Ich wünsche ihm/ihr nichts, ich gratuliere nicht.
Erst wenn ich losgelassen habe kann ich entscheiden, ob ich mit ihm/ihr einen freundschaftlichen Kontakt suche oder gar keinen mehr will.
Unsere Gefühle sind es, die den Partner noch weiter von uns wegtreiben. Er geht davon aus das es bei jedem Treffen wieder zu dem gleichen Theater kommt. Es langweilt ihn, es setzt ihn unter Druck, erzeugt bei ihm Stress. Vergiss das nicht. Dreh den Spieß um, Du hast keine andere Chance.

x 9 #561


AD46
Zitat von Sunny0712:
Hallo! Ich sehe, dass ich nicht allein auf der Welt bin.. Habe seine Affäre durch Zufall heraus bekommen, obwohl ich es geahnt habe... Es geht mir nicht gut. Und ich weiß im Moment auch einfach nicht wie es weiter gehen soll. Nach den typischen Fehlern, versuche ich derzeit tapfer zu sein. Schon wegen unseren Kindern (6 und 12 Jahre) Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll. Habe leider auch keine Freunde.


Das kann ich nachvollziehen. Ging mir ganz genauso. Unsere Kinder sind im ähnlichen Alter. Die Große wird am Jahresanfang 12, der Kleine ist 7. und ich versuche auch, stark zu sein. Gelingt mir leider nicht immer. Wir müssen da irgendwie durch. Wie auch immer. Es gibt Tage, da bin ich relativ gelassen und dann Tage wie heute, wo ich mich einfach nur verkriechen möchte. Aber das geht mit den Zwergen nun mal nicht. Alles in mir schreit danach, dass ich mal allein sein möchte. Ständig ist er hier. Oder die Kinder, gerade der Kleine, sprechen ständig von ihm. Papa hier, Papa da. Soll ja auch so sein. Aber es schmerzt so. Ich möchte mal einfach nichts davon hören. Und dann habe ich wieder Schuldgefühle den Kids gegenüber. Und so komme ich mir vor wie in einem Hamsterrad. Ich laufe und laufe und komme nirgendwo an.

x 3 #562


Taleja
@Balko43
Das hast du sehr gut ausgedrückt. Die Trennung ist bei dir doch noch nicht lange her oder? Ich finde es erstaunlich, wie klar du das siehst.
Es ist wahrscheinlich genau so, aber meist sieht man das erst, mit dem nötigen Abstand.

Für mich war relativ schnell klar, dass es kein Zurück mehr gibt, selbst wenn er sich irgendwann besinnt. Dafür hat er mich zu sehr verletzt. Hintergehen, verleugnen, abschwächen, dann kurz nach der Trennung mit genau der Frau zusammen und trotzdem nur am Austeilen mir gegenüber , nein ein bisschen Stolz hatte ich noch.
Wenn es den Kleinen nicht gäbe, würde ich den Kontakt komplett abbrechen, solche Menschen brauche ich nicht.

x 2 #563


B
Zitat von Taleja:
Die Trennung ist bei dir doch noch nicht lange her oder? Ich finde es erstaunlich, wie klar du das siehst.


Nein, unsere Trennung war Anfang Oktober. Ich sehe das nur so klar weil ich weiß, meine Gefühle spielen für sie keine Rolle, zumindest nicht im Moment, denn sonst hätte sie sich ja nicht getrennt. Genau das ist der Punkt! Deine Gefühle spielen keine Rolle. Sie sind ihm/ihr völlig egal. Sag Dir das immer und immer wieder, solange, bis Dein Verstand regiert und nicht mehr Dein Gefühl.
Du kannst nicht verlieren, was Du nicht besitzt. Somit machst Du auch nichts falsch, wenn Du den Kontakt nicht mehr willst.

x 6 #564


AD46
Zitat von Balko43:
Nein, unsere Trennung war Anfang Oktober. Ich sehe das nur so klar weil ich weiß, meine Gefühle spielen für sie keine Rolle, zumindest nicht im Moment, denn sonst hätte sie sich ja nicht getrennt. Genau das ist der Punkt! Deine Gefühle spielen keine Rolle. Sie sind ihm/ihr völlig egal. Sag Dir das immer und immer wieder, solange, bis Dein Verstand regiert und nicht mehr Dein Gefühl.
Du kannst nicht verlieren, was Du nicht besitzt. Somit machst Du auch nichts falsch, wenn Du den Kontakt nicht mehr willst.


Ich wünschte wirklich, ich könnte so damit umgehen. Leider kann ich den Kontakt nicht abbrechen und werde ständig damit konfrontiert. Wenn er hier ist, bin ich ruhig und spreche normal mit ihm. Bis auf gestern, aber das hatte ja nur am Rande mit ihm zu tun. Da habe ich nicht um ihn geweint. Ich erlaube mir den Schmerz erst, wenn ich allein bin. Aber ich bin eben nie allein. Wie war das mit der Trennungsschmerzskala? Glatte 10 von 10 heute.

x 1 #565


B
Zitat von AD46:
Ich wünschte wirklich, ich könnte so damit umgehen. Leider kann ich den Kontakt nicht abbrechen und werde ständig damit konfrontiert.


Das musst und kannst Du ändern! Sorry das ich das jetzt so deutlich sage. Wo ein Wille ist, gibt es auch immer einen Weg.
Was hindert Dich im Moment daran? Du tust Dir den Schmerz jeden Tag aufs Neue an. Es geht nicht um Sanktionen sondern nur darum, dass Du ein wertvoller Mensch mit Gefühlen bist, dessen Wunsch vom anderen zu respektieren ist.
Ich kann mir keine Situation vorstellen, bei der sowas nicht möglich ist.
Vielleicht finden wir gemeinsam einen Ausweg? Schreib warum es aus Deiner Sicht nicht geht.

x 4 #566


Taleja
Zitat von Balko43:
Deine Gefühle spielen keine Rolle. Sie sind ihm/ihr völlig egal. Sag Dir das immer und immer wieder, solange, bis Dein Verstand regiert und nicht mehr Dein Gefühl.

Muss ich nicht mehr, das habe ich relativ schnell begriffen. Nur warum man trotzdem weiter verletzt und austeilt, obwohl der andere die Trennung akzeptiert hat, das war mir ein Rätsel .

Mittlerweile habe ich verstanden, dass es wohl die klassische Schuldumkehr war, um den Schritt vor sich selbst zu rechtfertigen und ja nicht drüber nachdenken zu müssen, was man da gerade macht.

Zitat von Balko43:
Du kannst nicht verlieren, was Du nicht besitzt. Somit machst Du auch nichts falsch, wenn Du den Kontakt nicht mehr willst.

Auch das ist mir schon lange klar. Nur kann ich den Kontakt ja leider nicht komplett einstellen.
Ich vermeide es, persönlich mit ihm zu sprechen, wenn es geht. Absprachen, was den Kleinen angeht, laufen meist per WhattsApp, das ist besser so.

x 2 #567


AD46
Zitat von Balko43:
Vielleicht finden wir gemeinsam einen Ausweg? Schreib warum es aus Deiner Sicht nicht geht.


Weil dann die Kinder den Kontakt zu ihrem Vater verlieren, den sie so sehr lieben. Weil, falls Du meinen Thread gelesen hast, eine Betreuung durch ihn in seiner Wohnung nicht möglich ist. Weil ich zwar auffordern, aber nicht zwingen kann, daran etwas zu ändern. Eines meiner größten Probleme ist wohl meine Kindheit und meine unmögliche Mutter. Sie hat mir oft deutlich genug zu verstehen gegeben, dass ich nichts wert bin. Wenn Deine Mutter dir sagt, dass Du häßlich bist, dass du die Dinge nicht tun kannst, die du tun willst, sie dich ständig kontrolliert, Deine Träume zerstört. Die Liste ist endlos lang. Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin ein intelligenter Mensch, ich werde geschätzt von Kollegen und Freunden, sofern vorhanden. Aber als ich 2011 hierher gezogen bin, musste ich praktisch von 0 anfangen. Und habe es nicht geschafft, neben Arbeit und Kindern, ein eigenes Leben aufzubauen. Habe mich immer zurück genommen, für ihn, für die Kinder, für die Arbeit. Neben gewissen Charaktereigenschaften spielt da wohl auch die Prägung eine Rolle. Vom Kopf her weiß ich das alles. Aber ich hätte mir wohl die Hilfe suchen müssen, die ich brauchte, um das endlich auch im Herzen zu verstehen.

Aber wenn Du Dir selbst keinen Respekt entgegenbringst, wie sollen das dann andere können. Und da hilft es nicht, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Die Menschen, die dir am nächsten sind, merken das. Und das ist der springende Punkt. Es ist ja immer noch so. Immer für alle anderen, nie für mich. Dann bekomme ich Schuldgefühle, so wurde mir das eingetrichtert. Wenn jemand für mich da ist, ist mir das unangenehm, ich kann Komplimente schlecht annehmen. Ich will niemandem zur Last fallen, lieber leide ich still. Bloß nichts fordern, nichts erwarten. Als meine Mutter uns mit einer unsäglichen WA-Nachricht den Urlaub verdorben hat, hätte ich ihr direkt die Meinung geigen sollen. Und ... nichts. Das tut man ja nicht. Was man nicht alles nicht tut. Ich kann heute einfach nicht mehr. Ich weiß, dass ich Hilfe brauche. Aber es ist ja alles in die Wege geleitet, nur macht mich diese Warterei fertig.

Ich weiß, dass ich besser dran bin als andere Frauen in meiner Situation. Ich habe einen gutbezahlten Job, ich arbeite 80%, ich muss mir keine Sorgen machen, um über den Monat zu kommen. Aber dann denke ich wieder an das Thema Unterhalt. Im Moment zahlt er deutlich weniger als er müsste. Das war unsere Vereinbarung. Wir waren ein Paar, haben gemeinsam Urlaub gemacht usw. Das passte ja. Und jetzt traue ich mich nicht, das anzusprechen, denn eigentlich müsste er bestimmt fast das Doppelte zahlen. Und dann denke ich, dass Ihn das finanziell zu stark belasten könnte, dass er dann sauer auf mich sein könnte und ich die letzte Brücke abbreche, wenn ich da mehr fordere. Und rational weiß ich, dass diese Gedanken nicht richtig sind, dass er auch mal Konsequenzen spüren müsste. Aber im Herzen kann ich das nicht.

Ich weiß, das klingt alles ziemlich wirr. Aber ich bin leider heute nicht so ganz klar mit meinen Gedanken.

x 3 #568


AmericanSweety
Zitat von AD46:

Weil dann die Kinder den Kontakt zu ihrem Vater verlieren, den sie so sehr lieben. Weil, falls Du meinen Thread gelesen hast, eine Betreuung durch ihn in seiner Wohnung nicht möglich ist. Weil ich zwar auffordern, aber nicht zwingen kann, daran etwas zu ändern. Eines meiner größten Probleme ist wohl meine Kindheit und meine unmögliche Mutter. Sie hat mir oft deutlich genug zu verstehen gegeben, dass ich nichts wert bin. Wenn Deine Mutter dir sagt, dass Du häßlich bist, dass du die Dinge nicht tun kannst, die du tun willst, sie dich ständig kontrolliert, Deine Träume zerstört. Die Liste ist endlos lang. Bitte versteh mich nicht falsch, ich bin ein intelligenter Mensch, ich werde geschätzt von Kollegen und Freunden, sofern vorhanden. Aber als ich 2011 hierher gezogen bin, musste ich praktisch von 0 anfangen. Und habe es nicht geschafft, neben Arbeit und Kindern, ein eigenes Leben aufzubauen. Habe mich immer zurück genommen, für ihn, für die Kinder, für die Arbeit. Neben gewissen Charaktereigenschaften spielt da wohl auch die Prägung eine Rolle. Vom Kopf her weiß ich das alles. Aber ich hätte mir wohl die Hilfe suchen müssen, die ich brauchte, um das endlich auch im Herzen zu verstehen.

Aber wenn Du Dir selbst keinen Respekt entgegenbringst, wie sollen das dann andere können. Und da hilft es nicht, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Die Menschen, die dir am nächsten sind, merken das. Und das ist der springende Punkt. Es ist ja immer noch so. Immer für alle anderen, nie für mich. Dann bekomme ich Schuldgefühle, so wurde mir das eingetrichtert. Wenn jemand für mich da ist, ist mir das unangenehm, ich kann Komplimente schlecht annehmen. Ich will niemandem zur Last fallen, lieber leide ich still. Bloß nichts fordern, nichts erwarten. Als meine Mutter uns mit einer unsäglichen WA-Nachricht den Urlaub verdorben hat, hätte ich ihr direkt die Meinung geigen sollen. Und ... nichts. Das tut man ja nicht. Was man nicht alles nicht tut. Ich kann heute einfach nicht mehr. Ich weiß, dass ich Hilfe brauche. Aber es ist ja alles in die Wege geleitet, nur macht mich diese Warterei fertig.

Ich weiß, dass ich besser dran bin als andere Frauen in meiner Situation. Ich habe einen gutbezahlten Job, ich arbeite 80%, ich muss mir keine Sorgen machen, um über den Monat zu kommen. Aber dann denke ich wieder an das Thema Unterhalt. Im Moment zahlt er deutlich weniger als er müsste. Das war unsere Vereinbarung. Wir waren ein Paar, haben gemeinsam Urlaub gemacht usw. Das passte ja. Und jetzt traue ich mich nicht, das anzusprechen, denn eigentlich müsste er bestimmt fast das Doppelte zahlen. Und dann denke ich, dass Ihn das finanziell zu stark belasten könnte, dass er dann sauer auf mich sein könnte und ich die letzte Brücke abbreche, wenn ich da mehr fordere. Und rational weiß ich, dass diese Gedanken nicht richtig sind, dass er auch mal Konsequenzen spüren müsste. Aber im Herzen kann ich das nicht.

Ich weiß, das klingt alles ziemlich wirr. Aber ich bin leider heute nicht so ganz klar mit meinen Gedanken.


Ich finde, so wirr klingt das gar nicht... Erkenne mich in einigem selbst in deinem Text.

Auch, dass man eigentlich weiß, was "richtig" wäre, aber man macht genau das Gegenteil. Ich denke, weil wir eben emotional und nicht rational handeln im Moment...

x 1 #569


B
Zitat von AD46:
Aber als ich 2011 hierher gezogen bin, musste ich praktisch von 0 anfangen. Und habe es nicht geschafft, neben Arbeit und Kindern, ein eigenes Leben aufzubauen. Habe mich immer zurück genommen, für ihn, für die Kinder, für die Arbeit.


Und genau das ist der Fehler, den Du berichtigen musst. Fang an Dir Dein eigenes Leben aufzubauen. Außer Deinen Kindern gegenüber schuldest Du niemandem etwas, ausgenommen Dir selbst!

Zitat von AD46:
Aber wenn Du Dir selbst keinen Respekt entgegenbringst, wie sollen das dann andere können. Und da hilft es nicht, eine Fassade aufrecht zu erhalten. Die Menschen, die dir am nächsten sind, merken das. Und das ist der springende Punkt. Es ist ja immer noch so. Immer für alle anderen, nie für mich. Dann bekomme ich Schuldgefühle, so wurde mir das eingetrichtert.


Fang an Dich zu respektieren. Der erste große Schritt dazu ist, diese Trennung zu akzeptieren. Du verkaufst Dich erheblich unter Wert. Wozu? Damit er vielleicht aus Mitleid den Weg zu Dir zurück sucht, um dann das ganze Spiel in ein paar Monaten wieder von vorne beginnen zu lassen? Wie soll er Dich vermissen wenn er Dich ständig sieht?

Zitat von AD46:
Ich weiß, dass ich besser dran bin als andere Frauen in meiner Situation. Ich habe einen gutbezahlten Job, ich arbeite 80%, ich muss mir keine Sorgen machen, um über den Monat zu kommen. Aber dann denke ich wieder an das Thema Unterhalt. Im Moment zahlt er deutlich weniger als er müsste. Das war unsere Vereinbarung. Wir waren ein Paar, haben gemeinsam Urlaub gemacht usw. Das passte ja. Und jetzt traue ich mich nicht, das anzusprechen, denn eigentlich müsste er bestimmt fast das Doppelte zahlen. Und dann denke ich, dass Ihn das finanziell zu stark belasten könnte, dass er dann sauer auf mich sein könnte und ich die letzte Brücke abbreche, wenn ich da mehr fordere.


Das er sauer auf Dich ist? Das kann Dir völlig am Ar... vorbeigehen. Er hat sich getrennt! Wer bist Du das Du weiter Dein Leben nach ihm ausrichtest? Selbst wenn er das dreifache Zahlen muß, dass liegt doch in seiner Verantwortung, nicht in Deiner.

Ich weiß und es tut mir leid, meine Antwort hier tut Dir grade sehr weh. Aber Du musst die Augen öffnen. Du bist nicht mehr die Person in seinem Leben, mit der er zusammensein will. Du schuldest ihm gar nichts. Dir selbst jedoch schuldest Du Verantwortung für Dich und Deine Kinder, für ein neues und unabhängiges Leben, dafür wieder Glück empfinden zu können. Je eher Du um Dein Leben kämpfst anstatt um Deine Beziehung zu ihm, umso eher wird Dir Dein Selbstwert bewusst und den brauchst Du um nicht unter zu gehen. Hör auf Dich schuldig zu fühlen. Du hast so gelebt wie es für Dich richtig schien und es hat lange funktioniert. Das es am Ende zur Trennung geführt hat kann also nicht nur Dein Fehler gewesen sein.

Es geht nur noch um Dich und Deine Kinder. Und so wie Du die Situation im Moment beschreibst, ist sie für keinen von Euch gut. Es liegt an Dir ganz alleine ob Du lieber weiter leiden oder einen Weg aus dem Leid heraussuchen willst.

Glaub an Dich, Du bist eine tolle Frau!

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