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Club der nach langjähriger Beziehung Verlassenen

AmericanSweety
Guten Morgen Kaffee
Das Herz hängt mir bis in die Kniekehlen heute... Traurig


Zitat von Simone79:
Das Frage ich mich tatsächlich. Wie kann man über 20 Jahre mit einem Menschen zusammen sein und dann plötzlich Zack Trennung. Was geht in den Menschen vor? Und hatte man nicht vorher Mal sprechen können ob man die Beziehung gemeinsam retten kann. Keine Ahnung. Ich verstehe soo was nicht.


Kann nur für mich bzw meine Ehe sprechen...Bei mir sind es ja 16,5 Jahre...Wir haben beide irgendwann nicht mehr geredet und das, was wir noch hatten, einfach hingenommen. Es war einfach durch andere Probleme so eingefahren. Dazu kommt, dass wir beide uns schwer tun, über Probleme zu reden.
Ich hatte mir immer wieder vorgenommen, was zu ändern, aber kam einfach nicht aus meinem Loch raus. Steckte einfach zu tief drin.
Mein Mann hat die Trennung als einzigen Ausweg gesehen und mit diesem Gedanken lange gekämpft. Dadurch, dass unsere Probleme nicht erst seit paar Monaten bestanden, sondern schon viel viel länger, kann er sich gar nicht vorstellen, dass es wieder anderst sein könnte.
Das "negative" hat sich einfach zu sehr eingebrannt.

Letztendlich war ja auch mir bewusst, dass wir so nicht noch 20 Jahre verbringen können. Er hat halt leider den schlimmsten Weg gewählt mit der Trennung.
Er hat es wie ich nicht geschafft, viel früher mal auf den Tisch zu hauen, dass man das ganze in eine andere Richtung lenkt...

Kann deine Gedanken trotzdem gut verstehen! So sollte es ja eigentlich laufen. Dass man den Mund aufmacht, wenn was nicht in Ordnung ist etc damit man gemeinsam nach Lösungen sucht...

x 7 #766


Sagan
@Pain87

Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst. Ich fühlte mich am Anfang wie eine alte Caprisonne. Ausgesaugt, zerknüllt und entsorgt. Das Gefühl ihr gegenüber ist noch da, aber ich habe die Beziehung in den letzten Tagen noch mal rekapituliert. Es waren fast 21 Jahre und ich habe rückblickend gesehen, dass sie mich in den letzten Jahren nur noch benutzt hat.
Denk mal über deine Beziehung nach und denk daran, das er dich verlassen hat. Da solltest du zumindest wütend sein, weil er Dir das angetan hat.
Auch ich hatte das Gefühl, das sie nun alles hat und ich nichts mehr. Aber ich habe eben auch gesehen, das mir nun keiner mehr reinquatscht und mir Grenzen setzt die ich nicht will.
Achtung ! Binsenweisheit:

Erträge deinen Schmerz, Lenk dich ab und versuche es als Neustart zu sehen. Du hast ihn nicht mehr, aber er hat dich auch nicht mehr.

Ich drück dich gaaanz dolle! trost spenden

x 7 #767


A


Club der nach langjähriger Beziehung Verlassenen

x 3


P
@Sagan ja, das komische ist, fast jeden Abend gehe ich mit Wut und Hoffnung ins Bett. Schlafe relativ gut und wache am nächsten Tag immer mit dieser Leere auf mit dieser unendlich großen Last.
Jeder morgen ist eine Qual..

Ich denke noch nicht mal, dass er oder seine Zuneigung mir jetzt fehlt. Ich bin wütend und denke mir, wie er so ....... sein konnte, das ganze mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Lügen über lügen und ich, ich war so dumm um das zu glauben.
Ich denke aber auch an das gute, dass er zb nicht mehr Alk. vor mir steht und mich fertig macht und ich keine Angst mehr haben muss, wenn er nach Hause kommt und ich nicht weiß wie seine Launen sind.
Ich ärgere mich, dass ich so viel gearbeitet habe, so viel in unsere Wohnung gesteckt habe. Immer für ihn da war, in den schwersten Stunden habe ich ihn aufgefangen. Ich ärgere mich unendlich über mich selbst, dass ich vertraut habe, geliebt habe und so blind war und dieses Drama nicht kommen sehen habe.

Ich drehe mich gerade nur im Kreis und werde gleich mal eine Runde laufen gehen.

Danke euch

x 3 #768


H
Guten Morgen zusammen! Die Sonne scheint, die Kaffeemaschine funktioniert noch und mein Kopf ist gerade völlig leer. Der Tag fängt zumindest mal nicht allzu schlecht an...

Zitat von AmericanSweety:
So sollte es ja eigentlich laufen. Dass man den Mund aufmacht, wenn was nicht in Ordnung ist etc damit man gemeinsam nach Lösungen sucht...

Unsere Geschichten ähneln sich ja ein wenig. Solltest Du Dir in dieser Hinsicht selber Vorwürfe machen: rückblickend kann ich sagen, dass es nichts bringt, wenn nur eine Seite den Mund aufmacht. Ich habe es häufiger versucht und bin damit immer nur gegen die Wand gefahren. Ich hatte sogar Pläne für unsere "kindfreie" Woche geschmiedet, sie kam mir leider mit der Trennung zuvor.

Wir hatten allerdings schon immer ein dezentes Kommunikationsproblem: ich direkt und immer bereit, alle Probleme mit der Brechstange anzugehen. Sie immer zurückhaltend, konfliktscheu und Angst vor jedem Streit, selbst wenn es überhaupt keine Gründe für einen Streit gab. Wenn nur eine Seite gewillt ist, zu sprechen und zu arbeiten, kann sich auch nichts ändern. Diese Bereitschaft muss bei beiden vorhanden sein.

Zitat von AmericanSweety:
Dadurch, dass unsere Probleme nicht erst seit paar Monaten bestanden, sondern schon viel viel länger, kann er sich gar nicht vorstellen, dass es wieder anderst sein könnte.
Das "negative" hat sich einfach zu sehr eingebrannt.

So leid es mir tut, das schreiben zu müssen: dafür braucht ihr meiner Meinung nach auch erst einmal eine räumliche Trennung. Wenn ich bisher richtig gelesen habe, hat sich für ihn bisher ja auch nichts geändert. Er muss erst einmal raus, Abstand bekommen und an der Luft eines Lebens ohne Dich schnuppern.

Bei meiner Frau war es ähnlich: sie hatte keinen Glauben an eine positive Veränderung und ist gegangen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es jemals anders werden könnte. Sie sagte mir nach der Trennung mehrfach, dass ein Neuanfang sinnlos sei, weil alles wieder so enden würde. Dass wir etliche Probleme angesprochen haben, teilweise darin sogar Missverständnisse lagen, weil wir nicht ordentlich miteinander geredet haben, hat sie nicht gesehen. Sie hat nicht gesehen, dass sich die Gesamtsituation so grundlegend geändert hat, dass es nicht wieder das gleiche Ende nehmen kann. Sie hat auch keine Erfahrung damit, dass jemand nach einer Trennung versucht, um sie zu kämpfen. Sie kennt es einfach nicht anders. Für sie ist eine Trennung unwiderruflich. Ich musste ihr erst mühselig zeigen, dass nach der Trennung nichts so verlaufen ist, wie sie es sich ausgemalt hat oder sie es aus früheren Beziehungen kennt. Ich wurde nicht wütend, habe sie nicht rausgeworfen, habe mich nicht zurückgezogen und versteckt, habe sie immer wieder gebeten zurückzukehren und mit mir gemeinsam an uns zu arbeiten. Damit hat sie nie gerechnet und ich glaube, dadurch ist sie von dem Gedanken abgerückt, dass alles wieder genauso schlimm enden würde.

Gut, heute werden alle meine Versuche mit einem einfachen "Ich will nicht" getötet. Das ist nicht besser. Aber ein klein wenig hat sich bereits geändert. Also denke ich mir, dass ich bisher (nach der Trennung) vielleicht doch nicht alles falsch gemacht habe. Darauf gründet sich meine Hoffnung, so unbegründet sie ansonsten auch sein mag. Ich hoffe, dass ihre Gefühle, die sie nicht mehr haben will, nur unter einem Berg aus Ängsten und Sorgen vergraben sind. Sie hat nie damit gerechnet, dass ich ihr nun schon seit zweieinhalb Monaten hinterherlaufe und immer weitermache. Sie dachte, ich würde es überhaupt nicht versuchen. Dann dachte sie, ich würde schnell aufgeben. Wahrscheinlich wartet sie weiter auf den Tag, an dem ich es einfach sein lasse und sie verfluche. Da kann sie noch lange warten...

x 8 #769


B
Guten Morgen Euch,

da bin ich mal ein paar Stunden schlafen und schon muß ich solche Dinge lesen...

Zitat von Simone79:
Da stimme ich dir zu 100% zu. Frag mich auch wie ich mich je wieder auf eine Beziehung einlassen kann. Hätte ich nicht zu viel Angst wieder so enttäuscht zu werden. Andererseits bin ich eben ein BeziehungsMensch und möchte gerne wieder jemand an meiner Seite haben irgendwann.ob das möglich sein wird?


Simone, war er Deine erste Beziehung? Mir tut auch höllisch weh was passiert ist aber wir müssen auch verstehen, dass Liebe ein Sammelbegriff für viele Gefühle ist, die eine Beziehung ausmachen, wenn die Verliebtheit mal weg ist. Ein Gefühl davon ist Vertrauen, andere zum Beispiel Aufrichtigkeit, Begehren, Verlässlichkeit, Zärtlichkeit. Natürlich wird es für Dich möglich sein, irgendwann wieder jemanden kennen- und lieben zu lernen. Es wird sicher Zeit brauchen aber wenn Du den Menschen triffst, in den Du Dich verliebst, bringst Du alle diese Gefühle wieder unter und jeder Mensch den ich mag, der bekommt bei mir einen Vertrauensvorschuss. Nur weil mal eine Traube schlecht ist, schmeißen wir doch nicht gleich alle weg.

Zitat von Wirdschon:
Menschen wie unsere Ex Partner, evtl. Hormon gesteuert , aber das hat keiner von uns verdient, denn wenn es so schlecht gewesen wäre, hätte es nicht so lange gedauert!


Achtung Wirdschon, das ist zu sehr pauschalisiert und wird auch der Situation nicht immer gerecht. Lasst uns nicht vergessen, dass auch wir uns in einer Beziehung immer weiter entwickeln. Du hast recht wenn Du sagst sowas hat keiner verdient. Aber grade weil es so lange gedauert hat müssen wir uns selbst gegenüber auch ehrlich sein und fragen: Habe ich über die Jahre immer wieder an meiner Beziehung gearbeitet? Ich habe meine Beziehung zum Beispiel nicht mehr gepflegt. Die Frau meines Herzens nicht immer wieder neu erobert. Es war der sogenannte Beziehungsalltag, alles lief eben so. Aber das alles ebenso läuft, lässt möglicherweise den Partner irgendwann das Interesse an uns verlieren. Wenn wir das nicht bemerken, und so war es auch bei mir, geht dem Anderen irgendwann in der Beziehung das eine oder andere Gefühl verloren. Uns in der Regel natürlich auch. Nur wir denken vielleicht, es ist ebenso. Nein, ist es nicht und daran müssen auch wir arbeiten.

Zitat von HerrArgh:
Wir hatten allerdings schon immer ein dezentes Kommunikationsproblem: ich direkt und immer bereit, alle Probleme mit der Brechstange anzugehen.


Ja, Probleme mit der Brechstange angehen. Das resultierte bei uns immer in Streit. Hier hab ich meiner Frau kaum Raum gegeben. Ich wollte immer Probleme lösen. Darüber hinaus habe ich es nicht geschafft einfach mal nur zuzuhören.

x 9 #770


Simone79
Zitat von Balko43:
Simone, war er Deine erste Beziehung?


Ja die erste die ich als Beziehung bezeichnen würde. Wir waren 17. Die zwei Freunde vorher waren nur wenige Wochen, das würde ich jetzt aus heutiger Sicht nicht als Beziehung bezeichnen. Und wahrscheinlich macht es das für mich so schwer, zu glauben, das es wieder eine Beziehung geben kann. Ich kenn ja nur diese und wollte nur diesen Mann alt werden.
Egal. Das Leben geht weiter, mir oder ohne Mann. Heut erst Mal essen gehen mit meinen Eltern und dann Sauna mir meiner Schwester. Nach 2 echt sch.. Tagen freu ich mich auf den heutigen.

x 3 #771


B
Zitat von Simone79:
Ja die erste die ich als Beziehung bezeichnen würde. Wir waren 17. Die zwei Freunde vorher waren nur wenige Wochen, das würde ich jetzt aus heutiger Sicht nicht als Beziehung bezeichnen. Und wahrscheinlich macht es das für mich so schwer, zu glauben, das es wieder eine Beziehung geben kann. Ich kenn ja nur diese und wollte nur diesen Mann alt werden.


Dann lass Dir von einem Mann der eine Jugendliebe über 3 Jahre, eine Ehe hatte über 7 Jahre und eine Beziehung über 25 Jahre (12 Jahre Ehe) sagen, Du kannst daran glauben und es wird passieren!

x 6 #772


Simone79
Zitat von Balko43:
Dann lass Dir von einem Mann der eine Jugendliebe über 3 Jahre, eine Ehe hatte über 7 Jahre und eine Beziehung über 25 Jahre (12 Jahre Ehe) sagen, Du kannst daran glauben und es wird passieren!


Danke. Ich Versuch es auch wenn es momentan schwer fällt.
Aber genau deshalb bin ich du froh um dieses Forum. Hier bekommt man die Erfahrungen anderer und damit auch Mut und Hoffnung . Danke dafür.

x 5 #773


K
Zitat von Balko43:
Es war der sogenannte Beziehungsalltag, alles lief eben so. Aber das alles ebenso läuft, lässt möglicherweise den Partner irgendwann das Interesse an uns verlieren. Wenn wir das nicht bemerken, und so war es auch bei mir, geht dem Anderen irgendwann in der Beziehung das eine oder andere Gefühl verloren.

@Balko43 ja du triffst es genau ins Schwarze, leider wacht man dann zu spät auf, was ich nicht verstehe ist, dass es zu spät ist daran zu arbeiten. Gestern bekam ich dann zuhören, dass bei uns in den 16 Jahren nie die Leidenschaft war und wir einfach nur immer weiter gemacht haben über Jahre, und uns dabei zwar gut getan haben, dass wir aber nie richtig zusammengepasst haben, das ist so schwer und ich kann das einfach nicht glauben. Ich kann nach 3 Monaten immer noch nicht loslassen und sie triggert mich immer wieder, man hat immer noch zuviel Kontakt durch die Kinder, wie kann man da nur richtig loslassen?

#774


Simone79
Zitat von Klamitka:
ja du triffst es genau ins Schwarze, leider wacht man dann zu spät auf, was ich nicht verstehe ist, dass es zu spät ist daran zu arbeiten. Gestern bekam ich dann zuhören, dass bei uns in den 16 Jahren nie die Leidenschaft war und wir einfach nur immer weiter gemacht haben über Jahre, und uns dabei zwar gut getan haben, dass wir aber nie richtig zusammengepasst haben, das ist so schwer und ich kann das einfach nicht glauben

Genau so geht es mir auch nach 22 Jahren. Er weiß nicht ob es je die ganz Tiefe Liebe war.. auf die Frage warum er sich dann nicht viel viel früher getrennt hat. ... Wir sind ja ein gutes Team und ich mag dich ja sehr... Bla bla bla...

x 1 #775


AD46
Zitat von Balko43:
Achtung Wirdschon, das ist zu sehr pauschalisiert und wird auch der Situation nicht immer gerecht. Lasst uns nicht vergessen, dass auch wir uns in einer Beziehung immer weiter entwickeln. Du hast recht wenn Du sagst sowas hat keiner verdient. Aber grade weil es so lange gedauert hat müssen wir uns selbst gegenüber auch ehrlich sein und fragen: Habe ich über die Jahre immer wieder an meiner Beziehung gearbeitet?


Guten Morgen in die Runde,

Lieber Balko, so sehr ich dir sonst zustimme (Yoda und so...). Ich bin der Meinung, dass eine Beziehung und Partnerschaft auch Alltag aushalten können muss. Natürlich darf man sie nicht so sehr vernachlässigen. Aber ganz ehrlich, den Schuh muss ich mir anziehen, er aber genauso, siehe meinen langen Post aus der Nacht.

Ich habe einen Bekannten, einen Pfarrer einer freichristlichen Gemeinde, seine Frau arbeitet hier als Ärztin in einem Krankenhaus. Die beiden haben 3 Kinder. Und er arbeitet deutlich weniger als sie, kümmert sich hauptsächlich um die Kinder. Die beiden sind absolut auf Augenhöhe. Und sollte ich jemals den Drang haben, in eine Gemeinde einzutreten, dann in diese. Und auch er hat mir in einem Gespräch gesagt, auch Alltag muss bewältigt werden, man kann in dem ganzen Stress mit Arbeit, Kindern etc. nicht immer nur raten, wie sich der andere fühlt.

Und ich finde es einfach unfair, dass unsere Ex-Partner - egal, ob neu verliebt oder nicht - rückblickend nur noch die negativen Dinge sehen, nicht unsere Aufopferung, unsere Unterstützung und die guten Zeiten. Dass sie nicht deutlich gesagt haben: Schatz, wir haben ein Problem und wenn es so weiter geht, sehe ich für uns keine Zukunft. Das ist eine ganz bewusste, einseitige Entscheidung gewesen. Vielleicht hier und da mal eine Andeutung, aber nie konkret und ehrlich. Und jetzt fühle ich mich wie der Antichrist. Ich wurde betrogen, ich wurde belogen und trotzdem habe ich noch das Gefühl, alleine Schuld zu sein an allem. Und das ist nun mal nicht so.

Wie weiter oben schon jemand geschrieben hat, sie WOLLEN nur die negativen Dinge sehen. Denn sonst müssten sich gerade die Warmwechsler eingestehen, dass ihr Verhalten mindestens genauso bescheiden war. Und das würde doch sehr stören im Lila-Laune-Land, in dem sie gerade leben. Lieber schieben sie uns den schwarzen Peter zu. Und nachdem wir Verlassenen uns eh schon wie ausgekotzt fühlen, plagen wir uns jetzt noch mit übermäßigen Schuldgefühlen herum.

Und noch einmal: DAS IST NICHT FAIR.

x 8 #776


B
Zitat von Klamitka:
ja du triffst es genau ins Schwarze, leider wacht man dann zu spät auf, was ich nicht verstehe ist, dass es zu spät ist daran zu arbeiten. Gestern bekam ich dann zuhören, dass bei uns in den 16 Jahren nie die Leidenschaft war und wir einfach nur immer weiter gemacht haben über Jahre, und uns dabei zwar gut getan haben, dass wir aber nie richtig zusammengepasst haben, das ist so schwer und ich kann das einfach nicht glauben.


Es ist zu spät, weil beim Partner die Gefühle über die Zeit immer weniger werden. Irgendwann zieht der dann die Reissleine. Wenn das passiert ist bei ihm die Liebe schon abgestorben. Es sind sicher immer nich Gefühle da aber eben nicht mehr genug, um weiter mit dem Partner zusammenleben zu wollen. Wertschätzung, die ich meinem Partner nicht immer wieder beweise, eventuell mangelnde körperliche Nähe, alles Dinge die dazu führen, dass der Partner sich entliebt. Die Leidenschaft ist eine Eigenschaft die Leiden schafft. Die Aussage Deiner Partnerin ist kompletter Schwachsinn. Wäre nie Leidenschaft da gewesen, hätte sie Dich als Partner nie akzeptiert. Möglicherweise eine Schutzbehauptung von ihr oder einfach eine Einschätzung weil keine Gefühle mehr da sind. Grade von uns Männern wird erwartet, dass wir unsere Frauen immer wieder neu erobern. Für sie interessant bleiben. Hier machen wir leider fast alle den gleichen Fehler. Einmal erobert und in den sicheren Hafen gebracht war vor 100 Jahren wohl ok. Frau an den Herd, 5, 6 Kinder und gut ist. Heute sind die Frauen wesentlich weiter emanzipiert und haben viel höhere Ansprüche. Im Gegensatz zu ihnen, haben wir ihrer Entwicklung nicht standgehalten.

x 1 #777


B
Zitat von AD46:
Lieber Balko, so sehr ich dir sonst zustimme (Yoda und so...). Ich bin der Meinung, dass eine Beziehung und Partnerschaft auch Alltag aushalten können muss.


Ja, tut sie ja auch. Bei mir waren es 25 Jahre. Nehmen wir mal die Phase Verliebtheit raus, noch 23 Jahre. Davon waren die letzten 21 gut und die letzten 2 bescheiden. Immerhin 21 Jahre Alltag haben wir also miteinander gut ausgehalten.

Zitat von AD46:
Und auch er hat mir in einem Gespräch gesagt, auch Alltag muss bewältigt werden, man kann in dem ganzen Stress mit Arbeit, Kindern etc. nicht immer nur raten, wie sich der andere fühlt.


Nein, das Zauberwort ist Kommunikation. Wenn die nicht vorhanden ist oder nicht ausreichend, dann erkennen wir die Bedürfnisse des anderen einfach nicht mehr. Und die ändern sich, je länger eine Beziehung andauert.

Zitat von AD46:
Und ich finde es einfach unfair, dass unsere Ex-Partner - egal, ob neu verliebt oder nicht - rückblickend nur noch die negativen Dinge sehen, nicht unsere Aufopferung, unsere Unterstützung und die guten Zeiten. Dass sie nicht deutlich gesagt haben: Schatz, wir haben ein Problem und wenn es so weiter geht, sehe ich für uns keine Zukunft.


Das ist reiner Selbstschutz und dient den Ex-Partnern lediglich dazu, ihren Entschluss zu rechtfertigen.
Fehlende Kommunikation, entliebt, kein Problem mehr für den Ex. Er hat sich gefühlsmäßig so weit entfernt das er keinen Sinn mehr darin sieht an der Beziehung zu arbeiten.

Zitat von AD46:
Wie weiter oben schon jemand geschrieben hat, sie WOLLEN nur die negativen Dinge sehen. Denn sonst müssten sich gerade die Warmwechsler eingestehen, dass ihr Verhalten mindestens genauso bescheiden war.


Ja, genau richtig. Sie wollen nur die negativen Dinge sehen. Da irgendwo ist ein Rebound der ihnen sagt wie gut sie aussehen, was für tolle Menschen sie sind, wie gerne sie mit ihnen zusammen sein würden. Da ist noch kein Alltag, da kommt wieder dieses verliebt sein, dieses Kribbeln im Bauch. Dann interessieren Deine Gefühle nicht mehr. Das ist leider so.

Und ja Du hast recht, es ist absolut nicht fair. Genauso wie Doping im Sport, wenn Dein Chef Dich feuert , weil Dein Kollege ihm die dreckigen Füße küsst, wenn Dich die Autowerkstatt über den Tisch zieht.

Daran darfst Du Dich nicht festbeißen. Vieles im Leben ist nicht fair.

x 6 #778


AmericanSweety
Zitat von HerrArgh:
Guten Morgen zusammen! Die Sonne scheint, die Kaffeemaschine funktioniert noch und mein Kopf ist gerade völlig leer. Der Tag fängt zumindest mal nicht allzu schlecht an...


Unsere Geschichten ähneln sich ja ein wenig. Solltest Du Dir in dieser Hinsicht selber Vorwürfe machen: rückblickend kann ich sagen, dass es nichts bringt, wenn nur eine Seite den Mund aufmacht. Ich habe es häufiger versucht und bin damit immer nur gegen die Wand gefahren. Ich hatte sogar Pläne für unsere "kindfreie" Woche geschmiedet, sie kam mir leider mit der Trennung zuvor.

Wir hatten allerdings schon immer ein dezentes Kommunikationsproblem: ich direkt und immer bereit, alle Probleme mit der Brechstange anzugehen. Sie immer zurückhaltend, konfliktscheu und Angst vor jedem Streit, selbst wenn es überhaupt keine Gründe für einen Streit gab. Wenn nur eine Seite gewillt ist, zu sprechen und zu arbeiten, kann sich auch nichts ändern. Diese Bereitschaft muss bei beiden vorhanden sein.


So leid es mir tut, das schreiben zu müssen: dafür braucht ihr meiner Meinung nach auch erst einmal eine räumliche Trennung. Wenn ich bisher richtig gelesen habe, hat sich für ihn bisher ja auch nichts geändert. Er muss erst einmal raus, Abstand bekommen und an der Luft eines Lebens ohne Dich schnuppern.

Bei meiner Frau war es ähnlich: sie hatte keinen Glauben an eine positive Veränderung und ist gegangen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es jemals anders werden könnte. Sie sagte mir nach der Trennung mehrfach, dass ein Neuanfang sinnlos sei, weil alles wieder so enden würde. Dass wir etliche Probleme angesprochen haben, teilweise darin sogar Missverständnisse lagen, weil wir nicht ordentlich miteinander geredet haben, hat sie nicht gesehen. Sie hat nicht gesehen, dass sich die Gesamtsituation so grundlegend geändert hat, dass es nicht wieder das gleiche Ende nehmen kann. Sie hat auch keine Erfahrung damit, dass jemand nach einer Trennung versucht, um sie zu kämpfen. Sie kennt es einfach nicht anders. Für sie ist eine Trennung unwiderruflich. Ich musste ihr erst mühselig zeigen, dass nach der Trennung nichts so verlaufen ist, wie sie es sich ausgemalt hat oder sie es aus früheren Beziehungen kennt. Ich wurde nicht wütend, habe sie nicht rausgeworfen, habe mich nicht zurückgezogen und versteckt, habe sie immer wieder gebeten zurückzukehren und mit mir gemeinsam an uns zu arbeiten. Damit hat sie nie gerechnet und ich glaube, dadurch ist sie von dem Gedanken abgerückt, dass alles wieder genauso schlimm enden würde.

Gut, heute werden alle meine Versuche mit einem einfachen "Ich will nicht" getötet. Das ist nicht besser. Aber ein klein wenig hat sich bereits geändert. Also denke ich mir, dass ich bisher (nach der Trennung) vielleicht doch nicht alles falsch gemacht habe. Darauf gründet sich meine Hoffnung, so unbegründet sie ansonsten auch sein mag. Ich hoffe, dass ihre Gefühle, die sie nicht mehr haben will, nur unter einem Berg aus Ängsten und Sorgen vergraben sind. Sie hat nie damit gerechnet, dass ich ihr nun schon seit zweieinhalb Monaten hinterherlaufe und immer weitermache. Sie dachte, ich würde es überhaupt nicht versuchen. Dann dachte sie, ich würde schnell aufgeben. Wahrscheinlich wartet sie weiter auf den Tag, an dem ich es einfach sein lasse und sie verfluche. Da kann sie noch lange warten...


Ja, Unrecht hast nicht! Er hat mir ja auch zugestimmt, als ich fragte, ob es sein kann, dass er die Veränderungen sehen muss, also was greifbares hat, dass er es glauben bzw sich vorstellen kann, dass es doch wieder anderst laufen könnte...
Es ist für ihn aktuell unvorstellbar und hat deswegen das Kapital abgeschlossen.

Wie ich schon mehrfach sagte, Taten statt Worte...

Gar keine Gefühle und Emotionen stimmt ja nicht, wie er behauptet. Denn er macht sich Gedanken, wie es mir mit allem geht, will mich in meinen Plänen unterstützen, ist für mich da wenn es mir nicht gut geht (und ich es nicht verbergen kann, was eben zwischendurch nicht immer klappt) etc...Aber die reichen aktuell nicht und da sind wir dann wieder bei den Veränderungen die eintreten müssen, um darauf überhaupt aufbauen zu können.

Ich wünsche es mir von Herzen... traurig
Räumliche Trennung wird noch eine Weile dauern...

Es bleibt nix übrig als alles zu tun, damit es mir besser geht, nach vorne schauen... Mir step-by-step (kleine und erreichbare) Ziele setzen...
Wohin der Weg dann führt, wird sich zeigen.

Ich wünsche jedem hier von Herzen, dass es uns wieder besser gehen wird, der Schmerz nachlässt und wir zur Ruhe kommen können! Auch, wenn wir das im Moment nicht sehen, irgendwo ist am Ende des Tunnels das Licht....

Fühlt euch gedrückt und haltet die Ohren steif! gruppenkusscheln

x 5 #779


AD46
@Balko43

Alles richtig, und trotzdem ist das alles kein Grund für fehlendes Takt- und Feingefühl. Sich Sch... verhalten und dann noch bewusst oder unbewusst auf dem ehemaligen Partner rumzutrampeln, ist einfach nicht richtig. Ich würde das nicht tun und so eine Exotin bin ich ja nun auch wieder nicht.

x 5 #780


A


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