Zitat von HerrArgh:Guten Morgen zusammen! Die Sonne scheint, die Kaffeemaschine funktioniert noch und mein Kopf ist gerade völlig leer. Der Tag fängt zumindest mal nicht allzu schlecht an...
Unsere Geschichten ähneln sich ja ein wenig. Solltest Du Dir in dieser Hinsicht selber Vorwürfe machen: rückblickend kann ich sagen, dass es nichts bringt, wenn nur eine Seite den Mund aufmacht. Ich habe es häufiger versucht und bin damit immer nur gegen die Wand gefahren. Ich hatte sogar Pläne für unsere "kindfreie" Woche geschmiedet, sie kam mir leider mit der Trennung zuvor.
Wir hatten allerdings schon immer ein dezentes Kommunikationsproblem: ich direkt und immer bereit, alle Probleme mit der Brechstange anzugehen. Sie immer zurückhaltend, konfliktscheu und Angst vor jedem Streit, selbst wenn es überhaupt keine Gründe für einen Streit gab. Wenn nur eine Seite gewillt ist, zu sprechen und zu arbeiten, kann sich auch nichts ändern. Diese Bereitschaft muss bei beiden vorhanden sein.
So leid es mir tut, das schreiben zu müssen: dafür braucht ihr meiner Meinung nach auch erst einmal eine räumliche Trennung. Wenn ich bisher richtig gelesen habe, hat sich für ihn bisher ja auch nichts geändert. Er muss erst einmal raus, Abstand bekommen und an der Luft eines Lebens ohne Dich schnuppern.
Bei meiner Frau war es ähnlich: sie hatte keinen Glauben an eine positive Veränderung und ist gegangen. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass es jemals anders werden könnte. Sie sagte mir nach der Trennung mehrfach, dass ein Neuanfang sinnlos sei, weil alles wieder so enden würde. Dass wir etliche Probleme angesprochen haben, teilweise darin sogar Missverständnisse lagen, weil wir nicht ordentlich miteinander geredet haben, hat sie nicht gesehen. Sie hat nicht gesehen, dass sich die Gesamtsituation so grundlegend geändert hat, dass es nicht wieder das gleiche Ende nehmen kann. Sie hat auch keine Erfahrung damit, dass jemand nach einer Trennung versucht, um sie zu kämpfen. Sie kennt es einfach nicht anders. Für sie ist eine Trennung unwiderruflich. Ich musste ihr erst mühselig zeigen, dass nach der Trennung nichts so verlaufen ist, wie sie es sich ausgemalt hat oder sie es aus früheren Beziehungen kennt. Ich wurde nicht wütend, habe sie nicht rausgeworfen, habe mich nicht zurückgezogen und versteckt, habe sie immer wieder gebeten zurückzukehren und mit mir gemeinsam an uns zu arbeiten. Damit hat sie nie gerechnet und ich glaube, dadurch ist sie von dem Gedanken abgerückt, dass alles wieder genauso schlimm enden würde.
Gut, heute werden alle meine Versuche mit einem einfachen "Ich will nicht" getötet. Das ist nicht besser. Aber ein klein wenig hat sich bereits geändert. Also denke ich mir, dass ich bisher (nach der Trennung) vielleicht doch nicht alles falsch gemacht habe. Darauf gründet sich meine Hoffnung, so unbegründet sie ansonsten auch sein mag. Ich hoffe, dass ihre Gefühle, die sie nicht mehr haben will, nur unter einem Berg aus Ängsten und Sorgen vergraben sind. Sie hat nie damit gerechnet, dass ich ihr nun schon seit zweieinhalb Monaten hinterherlaufe und immer weitermache. Sie dachte, ich würde es überhaupt nicht versuchen. Dann dachte sie, ich würde schnell aufgeben. Wahrscheinlich wartet sie weiter auf den Tag, an dem ich es einfach sein lasse und sie verfluche. Da kann sie noch lange warten...
Ja, Unrecht hast nicht! Er hat mir ja auch zugestimmt, als ich fragte, ob es sein kann, dass er die Veränderungen sehen muss, also was greifbares hat, dass er es glauben bzw sich vorstellen kann, dass es doch wieder anderst laufen könnte...
Es ist für ihn aktuell unvorstellbar und hat deswegen das Kapital abgeschlossen.
Wie ich schon mehrfach sagte, Taten statt Worte...
Gar keine Gefühle und Emotionen stimmt ja nicht, wie er behauptet. Denn er macht sich Gedanken, wie es mir mit allem geht, will mich in meinen Plänen unterstützen, ist für mich da wenn es mir nicht gut geht (und ich es nicht verbergen kann, was eben zwischendurch nicht immer klappt) etc...Aber die reichen aktuell nicht und da sind wir dann wieder bei den Veränderungen die eintreten müssen, um darauf überhaupt aufbauen zu können.
Ich wünsche es mir von Herzen...
Räumliche Trennung wird noch eine Weile dauern...
Es bleibt nix übrig als alles zu tun, damit es mir besser geht, nach vorne schauen... Mir step-by-step (kleine und erreichbare) Ziele setzen...
Wohin der Weg dann führt, wird sich zeigen.
Ich wünsche jedem hier von Herzen, dass es uns wieder besser gehen wird, der Schmerz nachlässt und wir zur Ruhe kommen können! Auch, wenn wir das im Moment nicht sehen, irgendwo ist am Ende des Tunnels das Licht....
Fühlt euch gedrückt und haltet die Ohren steif!
