Zitat von Mayla:Ich denke nicht, dass man eine Trennung von heute auf morgen beschließt. In der Regel hadert man schon eine Zeitlang, manchmal Jahre mit sich und seinen Gefühlen, bis es irgendwann nicht mehr geht.
Sehr schöner Beitrag Mayla und ich denke, dass Du da auf dem richtigen Weg bist.
Über die Jahre entsteht, denke ich, zwischen den Partnern ein tiefes Gefühl der Verbundenheit. Verbundenheit ist für mich auch Bestandteil von Liebe. Andere Gefühle kommen und gehen, das Verlangen lässt mit der Zeit nach, weniger körperliche Nähe. Wir entwickeln uns weiter und oft bleiben Kleinigkeiten in einer Beziehung unausgesprochen. Während wir Männer (zumindest ich) es mit den Kleinigkeiten nicht so genau nehmen, bzw. nicht länger darüber nachdenken, füllen Frauen (nur meine Erkenntnis) damit ein Glas (bildlich gesprochen). Dort kommen die ganzen unausgesprochenen Kleinigkeiten hinein. Irgendwann ist das Glas voll und es passt nichts mehr hinein. Das ist dann der Zeitpunkt, wo der Frau die Gefühle nicht mehr ausreichen, um eine Partnerschaft fortzusetzen.
Als es zwischen meiner Frau und mir zur Trennung kam, hat sie dieses Glas über mir ausgeschüttet. Der Inhalt war heftig und es waren so viele Kleinigkeiten dabei, denen ich zuvor keine Bedeutung beigemessen habe, mich an vieles gar nicht erinnern konnte, dass ich mich nur noch schlecht gefühlt habe. Ja, fast so etwas wie Mitleid für sie empfunden habe, dass sie mich so lange ertragen hat.
Man sollte eine Beziehung nicht zerreden aber Dinge die mich stören, die ich nicht mag, gehören angesprochen. Eine Partnerschaft lebt in erster Linie von Gefühlen und der Bereitschaft zu Kompromissen, denn auch wenn wir uns lieben müssen wir uns gegenseitig Raum geben und hier erkenne ich für mich ein großes Problem. Reden wir nicht genug miteinander, führt das zwangsweise irgendwann zu einem Ungleichgewicht. Dieses dann auszugleichen scheint irgendwann nicht mehr möglich und am Ende sammeln wir uns dann hier und fragen nachdem warum.