Zitat von tesa:Ich versteh leider nicht, was du meinst?
Was meinst du mit der Richtung?
Damit meine ich, man sollte zunächst einmal wirklich wissen, ob man in die Richtung der Loslösung (vom Ex, in dem Fall von "Alt") gehen will. Oft gelingt das nämlich anfänglich kaum, weil man zu wenig entschlossen ist. Aber wenn man sich darüber völlig sicher ist, daß das Ziel die Freiheit vom Ex in jeder Hinsicht ist, dann kennt man zumindest die Richtung genau und kann dieses Ziel bestimmter anpeilen.
Weiter unten schreibst Du ja, Du möchtest "Alt" haben. Das bedeutet dann aber, daß Dein Herz und Dein Kopf in zwei entgegengesetzte Richtungen gehen. Und das ist natürlich eine ziemliche Zerreißprobe, die nur Unentschlossenheit bewirken kann.
Zitat von tesa:"Alt" hat mein Innerstes berührt. Ich habe keinerlei Erklärung warum.
Kann es nicht sein, daß Dich gerade der Umstand, daß er zumindest gesagt hat, er liebe Dich nicht, so tief berührt hat? Das mag zwar widersinnig klingen, aber wenn dadurch ein früheres Muster angesprochen wird, kann so etwas vorkommen. Also wenn Du jemandes Liebe wolltest (als Kind), der sie Dir nicht gegeben hat, vielleicht, weil er keine oder zu wenig Liebe in sich hatte. Dann kann es geschehen, daß man immer wieder darum kämpft, einen das herausfordert, "flasht", um diesen Hunger doch noch zu stillen.
Allerdings paßt das zugegeben nicht zu dem, was Du weiter unten geschrieben hast, also daß Du gespürt hast, daß eine große Liebe zwischen Euch ist. Vielleicht verdrängt er seine Liebe aus irgendeinem Grund. Auch das ist möglich.
Aber warum ist es letztlich in die Brüche gegangen? Sagtest Du nicht, DU hättest Dich getrennt?
Übrigens: Das, was einem von Büchern, Therapeuten und anderen empfohlen wird, sollte man nicht unbedingt über die Wegweiser schreiben, die man in sich selber hat. Sonst könnte man zuletzt zu einem ziemlich hilflosen Irrläufer werden und immer wieder an den ganz falschen Orten und in den ganze falschen Zuständen landen.
Zitat von GiuliettaV:Unbewußte Muster und Mechanismen können auch noch andere sehr hinderliche Wirkungen haben außer Selbstzerstörung. Ein paar davon zu erkennen und aufzulösen, kann enorm positive Eeffekte haben, ohne sich dafür komplett verbiegen zu müssen. Man verändert sich dann etwas in der Persönlichkeit, wird in sich etwas runder und reifer, statt sich zu verbiegen.
Darüber bin ich mir nicht so sicher. Viel wichtiger erscheint mir jedenfalls die Bewußtheit um die Dinge. Ich habe nämlich den Verdacht, daß man letztlich mit allen Mustern konstruktiv umgehen kann. Und jede Ausrottungstaktik führt, glaube ich, zu einer inneren Verarmung und einer zunehmenden Unlebendigkeit und Verautomatisierung.
Laß es mich einmal so erklären: Angenommen, mich "triggert" der Dschungel. Also ich bin richtig heiß auf Dschungel und gerate in die höchsten Wallungen bei dem Gedanken, völlig chaotisch durch den Dschungel zu streifen. Nun kann man natürlich sagen, da sei ja viel zu gefährlich, völlig verrückt, tausende Gefahren und Ungewissheiten - diesen Blödsinn müsse man sich austreiben und stattdessen gemütliche Waldspaziergänge hierzulande genießen lernen.
Das mag zwar vernünftig sein, wäre aber nicht mein Weg. Mir reicht es durchaus, die Gefahren zu kennen, mich darauf einzustellen, mir darüber bewußt zu sein, auch darüber, daß ich womöglich umkomme. Da ich aber ohnehin irgendwann umkommen werde, möchte ich nicht aus dieser Sorge heraus meine wesentlichsten, tiefsten, bedeutsamsten Lebensgefühle und Erfahrungen zur Hölle schicken und darauf verzichten. Was bleibt denn dann noch? Ein zombieartiges Vorsichtsleben auf trüber Sparflamme. Und ob das der Sinn des Lebens und Erlebens sein kann, bezweifle ich.
Ich meine, es kann ja auch kein Zufall sein, daß nicht wenige Menschen gerade in den krassesten Beziehungen oder überhaupt Situationen die tiefsten und intensivsten Gefühle erleben. Und wenn ich nun die Muster, die, werden sie "getriggert", diese Gefühlshimmel und -höllen überhaupt erst hervorbringen können, einfach einsarge, dann beraube ich mich ja selber der Hoch- und Tiefpunkte meines Lebens und sarge mich zu einem guten Teil gleich selber mit ein. Ok, dann plätschert man vielleicht ruhig dahin - aber das ist eben nicht meine Ausrichtung.
Zitat von GiuliettaV:Hätte den durchaus einen möglichen Vorteil, daß Du entsprechend von den Damen verwöhnt und betüddelt wirst.
Das wäre ja einmal eine ganz neue Erfahrung! Meistens war das ja immer umgekehrt.
Mal sehen, ob ich ein solches Verwöhnt- und Betüddeltwerden-Muster irgendwo in mir auskramen kann.
