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Das Dilemma der intelligenten Frau

W
@stjärna

Wenn man von Ängsten heimgesucht wird, gibt es immer drei Möglichkeiten: verdrängen, verzweifeln oder sich damit konfrontieren.
Wenn ich es richtig verstanden habe, scheint es bei Dir um eine Art von Todesangst zu gehen.
Betrachtet man das einmal ganz nüchtern, so zählt gerade die Todesangst zu den irrationalsten Ängsten überhaupt. Es gibt eine 50 : 50 -Möglichkeit. Entweder alles vorbei oder man existiert in irgendeiner Form weiter. Im ersten Fall ist es ganz müßig, sich mit dem Tod auch nur nebenher zu beschäftigen. Denn so lange man lebt, ist man nicht tot, und ist man tot, weiß man weder, daß man tot ist, noch, daß man je gelebt hat. In dem Fall ist der Tod vollkommen irrelevant, weil er im Leben ja gar nicht vorkommt. Neigt man eher der zweiten Möglichkeit zu, ist es schon etwas komplizierter. Denn dann stellt sich die Frage: was geschieht und warum geschieht es (d. h., hat das, was geschieht, etwas mit dem (dann vergangenen) Leben zu tun)? Ich würde bei dieser Frage sagen: Das, was geschieht, unterscheidet sich kaum von dem, was sonst im Leben geschehen ist. Es ist lediglich eine andere Art des Seins, in dem das Bewußtsein nicht mehr an einen Körper (und damit an Ort und Zeit und Kausalität) gebunden ist, die Welt nicht existiert durch äußere Wahrnehmung, sondern aus diesem Bewußtsein selber heraus (wie im Traum oder wenn Du etwas phantasierst). Daher, glaubt man an eine solche Fortexistenz, wäre es lediglich ratsam, darauf zu achten, was dieses Bewußtsein eigentlich ausmacht. Irgendein rasch aufbrausendes, griesgrämiges Zornpinkerl wird auch dann nicht plötzlich von sich erlöst sein, vielleicht, weil es zunächst durch ein Fegefeuer fährt. Sondern es wird mit denselben Problemen behaftet sein und zu kämpfen haben, wie es auch zu irdischen Lebzeiten war. Auf irgendeine wundersame Erlösung würde zumindest ich nicht vertrauen. Sondern ich würde eher danach trachten, mein Bewußtsein so zu entwickeln, daß ich damit überall leben kann, ohne (letztlich von mir selber) geplagt zu werden.
Was jedenfalls die Todesangst wesentlich ausmacht, ist die Angst vor dem völlig Unbekannten. Es gleicht einem Tor zu einer unbekannten Welt, so wie es jeder auch mit der Geburt durchschreitet. Das heißt, im Grunde ginge es eigentlich darum, die Angst vor dem Unbekannten zu überwinden.
Ich gebe zu, daß ich mich hier etwas leicht rede, weil mich alles Unbekannte schon immer weit mehr angezogen hat als daß ich mich davor gefürchtet hätte. Als mir meine Mutter, als ich noch ein kleines Kind war, einmal erzählt hat, in einem bestimmten Wald wohne eine böse Hexe (ein steiler Wald mit vielen Felsen, und diese Geschichte sollte mich davon abhalten, in dieser gefährlichen Gegend herumzustreifen), hatte ich nichts Eiligeres zu tun, als mich auf die Suche nach dieser bösen Hexe zu begeben, die mir bei weitem interessanter erschienen ist als der gewöhnliche Mensch. Das war also ein klassischer nach hinten losgegangener Schuß .
Was ich damit sagen will: Man kann sich ja auch konfrontieren mit dem Unbekannten, sich dafür interessieren, dann fallen die Ängste ganz von selber ab. Denn in aller Regel produzieren wir die Ängste ja selber durch unsere Vorstellungen. Reale (existenzielle) Angstsituationen erleben wir nur äußerst selten.
Was den Tod betrifft, um noch einmal darauf zurückzukommen: Unabhängig, in welche Richtung man hier glaubt - mit dem Tod seinen Frieden zu machen heißt, auch mit dem Leben seinen Frieden zu machen. Dann kommt man auch zu jener Ruhe und Gelassenheit, die nötig ist, um nicht von einem schlechten Gefühl ins andere geworfen zu werden.

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K
Zitat von tesa:
Nachdem ich seit Monaten leide, weil ich zum gefühlten 1000sten Mal in meinem Leben hörte, *dass ich es nicht bin* - der Betreffende aber super interessant für mich gewesen ist - bin ich grade wieder sehr damit beschäftigt, zu checken, was meine Anteile sind. Ich hab das Gefühl, seit 30 Jahren an mir herumzudoktern. Habe Psychotherapien und Aufstellungen hinter mir, 1000e Bücher gelesen, die sich mit dem Wesen des Mannes, wie er prinzipiell gestrickt ist, wie er tickt, was er mag, wie das mit dem Jagen ist, etc. hinter mir. Trotzdem ist es mir ...



Hallo Tesa,

das kann ich aus meiner Erfahrung nicht bestätigen. Mir geht's so, dass ich DAUERHAFT kein Dummerle bzw. Einfaltspinselin an meiner Seite haben wollte. Für bissel Spass zwischendurch gelten natürlich andere Regeln

K

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A


Das Dilemma der intelligenten Frau

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tesa
Zitat von whynot60:
@stjärna Wenn man von Ängsten heimgesucht wird, gibt es immer drei Möglichkeiten: verdrängen, verzweifeln oder sich damit konfrontieren. Wenn ich es richtig verstanden habe, scheint es bei Dir um eine Art von Todesangst zu gehen. Betrachtet man das einmal ganz nüchtern, so zählt gerade die Todesangst zu den irrationalsten Ängsten überhaupt. Es gibt eine 50 : 50 -Möglichkeit. Entweder alles vorbei oder man existiert in irgendeiner Form weiter. Im ersten Fall ist es ganz müßig, sich mit dem Tod auch nur nebenher zu beschäftigen. Denn so lange man lebt, ist man nicht tot, und ...


Ich dachte grade, der Beitrag stammte aus jemand anderes Feder! Und ich muss alle meine Danke zurücknehmen, wenn die - gleich einem Scholnotensystem - für die besten Beiträge vergeben werden. Dann klicke ich auf zitieren und sehe, dass du es bist! Ach sooooo, na wenn das Whynot60 war, dann ist's ja klar!

Ich wollte immer ein Buch schreiben, wenn ich deine Texte lese, will ich das nicht mehr! Ich bin nicht halb so gut!

Bravo!

x 2 #3438


A
Zitat von whynot60:
und ist man tot, weiß man weder, daß man tot ist, noch, daß man je gelebt hat.


Kann man vorher nicht wissen, dass das so ist.

Zitat von whynot60:
Reale (existenzielle) Angstsituationen erleben wir nur äußerst selten.


So selten ist das nun wieder auch nicht. Das erleben z.B. Menschen, die schwer erkranken und dadurch auch in finanzielle Notlagen geraten. Das sind gar nicht mal so wenige.

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tesa
Heute habe ich so gelesen, dass Bindungsgefühle beim Küssen oder S*** entstehen!

Klarer Fall, ich darf einfach niemanden küssen!

Aber es stimmt! Alt's erster Kuss hat mich geflasht. Neu hat's bis heute nicht versucht! Und es sind Freundschaftsgefühle!

#3440


K
Zitat von arjuni:

Kann man vorher nicht wissen, dass das so ist.



So selten ist das nun wieder auch nicht. Das erleben z.B. Menschen, die schwer erkranken und dadurch auch in finanzielle Notlagen geraten. Das sind gar nicht mal so wenige.


@ arjuni

du bringst es auf den Punkt....

Allerdings - es geht dabei nicht nur um Aspekte, die Gesundheit betreffend. Es gibt mehr
Bereiche im Leben, die mit gravierenden Einschnitten einhergehen können und Ängste
zur Folge haben (können)! Jegliche Verluste, die es im Leben geben kann, gehören dazu.
Der Verlust von Gesundheit - nur ein Aspekt.
Verlust von Arbeit, geliebter Menschen, Existenzen, usw.... die Liste ist beliebig zu verlängern....

x 1 #3441


Y
Zitat:
Heute habe ich so gelesen, dass Bindungsgefühle beim Küssen oder S*** entstehen!

das habe ich so oft im Forum gelesen, aber glaube nicht, dass es so einfach ist. Ich knutschte auch schon, ohne mich danach gebunden zu fühlen, nämlich dann, wenn ich nicht oder nicht besonders in den Mann verschossen war.
Denke mal, es bindet vielmehr etwas emotionales und wenn dann noch ein schöner Kuss hinzu kommt, wird es schlimmer
Vermutlich wird es Dir auch mit Mr. Sleepingmatz so gehen: Küssen und trotzdem bist Du nicht entfacht, oder?

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tesa
Zitat von ysabell:
das habe ich so oft im Forum gelesen, aber glaube nicht, dass es so einfach ist. Ich knutschte auch schon, ohne mich danach gebunden zu fühlen, nämlich dann, wenn ich nicht oder nicht besonders in den Mann verschossen war.
Denke mal, es bindet vielmehr etwas emotionales und wenn dann noch ein schöner Kuss hinzu kommt, wird es schlimmer
Vermutlich wird es Dir auch mit Mr. Sleepingmatz so gehen: Küssen und trotzdem bist Du nicht entfacht, oder?


Ähm, na gut stimmt!
Ich hab bestimmt auch schon mal geküsst, ohne danach verliebt gewesen zu sein! Schade Ysa, ich hätte mir jetzt so schön eine Erklärung für Alt zurecht gelegt!

Auch bei Neu ... Sleepingmatz ... könntest du recht haben. Ich find ihn jetzt nicht so anziehend, dass ich unbedingt küssen möchte *hach*

Es ist schon irgendwie wie verhext! Ich glaub, ich müsste mir Alt und Neu irgendwie zusammen basteln!

*seufz*

x 3 #3443


Y
Zitat:
Ich glaub, ich müsste mir Alt und Neu irgendwie zusammen basteln!

das ist ja ein häufiger Wunsch
Ich denke, wenn irgend ein Knoten sich löst, ist es weder Alt, noch Sleepingmatz, sondern wirklich Neu Der Sog zu Alt löst sich dann einfach auf.

x 1 #3444


megan
Zitat von whynot60:
Reale (existenzielle) Angstsituationen erleben wir nur äußerst selten.


Zitat von arjuni:
So selten ist das nun wieder auch nicht. Das erleben z.B. Menschen, die schwer erkranken und dadurch auch in finanzielle Notlagen geraten.


wir leben aber mit dem steinzeit-angst-system und das ist auf solche existenzielle gefahren ausgelegt, die whynöttl meint und da ist es sinnvoll

angst, die mit dem nachdenken über vergangenes und dem hineinsinnen in die zukunft hochkommt fühlt sich wie existenzielle angst an, lähmt und stresst auch, ist aber dennoch davon zu unterscheiden

wenn ich in deutschland meinen job verliere oder meine firma pleite geht, heißt das nicht, dass ich verhungern werde

wenn ich eine krankheit habe die sich verschlimmert, klar denke ich (der eine öfter, der andere weniger oft) dann über den tot nach

aber der tot ansich ereilt uns alle früher oder später

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tesa
Zitat von ysabell:
das ist ja ein häufiger Wunsch
Ich denke, wenn irgend ein Knoten sich löst, ist es weder Alt, noch Sleepingmatz, sondern wirklich Neu Der Sog zu Alt löst sich dann einfach auf.


Na dann lesen wir einander in 10 Jahren wieder. So häufig taucht einer auf, den ich küssen möchte!

#3446


Y
Zitat:
angst, die mit dem nachdenken über vergangenes und dem hineinsinnen in die zukunft hochkommt fühlt sich wie existenzielle angst an, lähmt und stresst auch, ist aber dennoch davon zu unterscheiden

ja, wir denken und fühlen meistens entweder zurück- oder vorwärts und die Energie für das Jetzt geht futsch. Dabei könnten wir sie gut gebrauchen, und das würde es auch wahrscheinlicher machen, dass die Zukunft sich ins positive wendet.
Wenn wir hingegen mit einer aus der Vergangenheit stammenden Angstenergie in der Gegenwart handeln und denken, ist es wahrscheinlicher, dass Angstvisionen eintreten.
Das habe ich so richtig auch erst in diesem Jahr geschnallt.
Zitat:
wenn ich in deutschland meinen job verliere oder meine firma pleite geht, heißt das nicht, dass ich verhungern werde

ja, aber der Tod ist nicht die einzige ernsthaft bedrohliche Situation.
Meine Freundin hatte z.B. gerade eine Prüfung, von der ihr Bleiberecht abhing. Natürlich gibt es schlimmeres, aber dass Druck und Angst entsteht, ist klar.
Es gibt zahllose ähnliche, auch schlimmere Beispiele, die nicht selten sind.

Als ich damals schwere Panikattacken hatte, waren die an keinen Gedanken gekoppelt.
Mir ging es am Tag zuvor noch gut, dachte ich zumindest. Ich wachte mit den grausamsten Angstzuständen auf, mein Körper rebellierte. Es geht dem nicht immer ein Angstgedanke voraus. In meinem Fall glaube ich, dass ich mein Nervenkostüm zuvor extrem ausgereizt habe, ohne es zu merken. Dauerstress.

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G
Bezüglich der Ängste ist es eine natürliche Reaktion auf Gefahren oder Situationen, die als gefährlich oder bedrohlich eingestuft werden, basierend auf Erlebnissen und Erfahrungen.Die gegenwärtige Empfindung ist an Vergangenheit gekoppelt. Auch wenn es nicht bewußt be- und verarbeitet werden können, sind die im Unterbewußtsein komplett präsent, werden im Schlaf verarbeitet und manchmal dringt es aus dem Unterbewußtsein ins Bewußtsein durch Traumerinnerung.

Gefahren und Bedrohungen werden als sehr real empfunden, das Gefühl der Sicherheit geht flöten.

Zielführend also die Fragen:
Was ist Auslöser ? ( Wirkung )
Woran ist dieser Auslöser gekoppelt `? ( Ursachen )
Welche Möglichkeiten gibt es um die Ursachen ( Vergangenheit ) zu beheben oder abzumildern ?

Nur die Auslöser der Gegenwart zu beheben, ist eher die kurzfristige denn eine langfristige Lösung meines Erachtens.

Was schwerwiegende Krankheiten und Tod angeht setzt man sich automatisch damit auseinander, nicht nur im Zusammenhang mit dem eigenen Leben, sondern auch in Familie, Partnerschaft, Umfeld und auch mit den Haustieren.

Es hängt sicherlich auch mit dem Glauben zusammen. Menschen, die an Reinkarnation glauben oder für möglich halten, haben tendenziell vielleicht etwas weniger Ängste in Bezug auf den Tod und Ihr Leben oder das leben eines geliebten Menschen oder Tieres zu verlieren, da es nicht die Endgültigkeit besitzt, sondern der Körper nur eine physische Hülle ist, die Seele weiter existiert und wieder inkarniert. Andere wiederum glauben an Himmel und Hölle und manche auch nur pragmatisch an dieses eine Leben, welches Sie haben.

Bei Krankheiten kommen eine ganze Menge Faktoren hinzu, individuell unterschiedlich.

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E
Gevatter Tod, aber: Sie stellte sich tot.

#3449


Y
Zitat:
Es hängt sicherlich auch mit dem Glauben zusammen. Menschen, die an Reinkarnation glauben oder für möglich halten, haben tendenziell vielleicht etwas weniger Ängste in Bezug auf den Tod und Ihr Leben oder das leben eines geliebten Menschen oder Tieres zu verlieren, da es nicht die Endgültigkeit besitzt, sondern der Körper nur eine physische Hülle ist, die Seele weiter existiert und wieder inkarniert. Andere wiederum glauben an Himmel und Hölle und manche auch nur pragmatisch an dieses eine Leben, welches Sie haben.

ich bin ja auch gläubig, wenn ich auch meine Privatreligion habe , aber trotzdem ist der Tod für mich ein unglaublich schmerzhaftes Thema. Es ist ja dennoch eine gewisse Endgültigkeit. Es gibt viele kleine und große Endgültigkeiten in einem Leben.

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A


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