Zitat von tesa:Basierend auf einem Thread der zum Thema hat, dass die TE vom Mann unbedingt wissen will, WAS sie denn jetzt eigentlich miteinander haben, interessiert mich, wie ihr Beziehung definiert?
Wann ist es eine Affäre, wann Freundschaft plus, wann Beziehung?
Also ich definiere das so:
a) Affäre: eine rein auf Gefühlen und 6 basierte Beziehung. Kein Alltag, keine Problemgespräche, dafür schöne Momente, Inseln vom Alltag, und ganz viele romantische Gefühle Zwischen den Treffen gibt es meist intensiven Kontakt, man freut sich aufeinander, macht sich heiß aufeinander, oder man beschäftigt sich mit den eigenen Gefühlen Exklusivität kann man vereinbaren, ist aber oft nicht gegeben. Oft ist einer von beiden gebunden oder aus anderen Gründen emotional nicht ganz frei, um aus der Affäre mehr werden zu lassen. Hält meistens nur so lange, wie einer von beiden mehr vom anderen möchte. Wollen beide nicht mehr, wird es entweder zu b) oder verläuft sich. Im Grunde eine romantische Gefühls-Illusion, eine Traumblase, in der man dank Projektion und künstlich erzeugter Nähe lange hängen bleiben kann. Perfekt für Beziehungsängstler, die ECHTE Nähe scheuen.
b) F***kbeziehung: man trifft sich lediglich für das eine, darüber hinaus gibt es keine Verbindung. Keine gemeinsamen Unternehmungen, Gespräche nur auf Smalltalk-Basis, keine Gefühle ... (dauert deshalb meistens auch nicht lange, im Grunde so was wie ein x-fach wiederholter ONS). Exklusivität gibt es hier natürlich keine, jeder kann machen, was er / sie will und die meisten führen ja mehrere F***kbeziehungen parallel. Zwischen den Treffen gibt es wenig Kontakt, meistens nur, um den nächsten Termin zu vereinbaren. Es gibt keine romantischen Liebeserklärungen, vielleicht gelegentlich mal ein paar Herz-Küsschen-Emojis oder so was
c) Freundschaft+: hier liegt für mich der Fokus auf der Freundschaft, die dann auch so gelebt wird. Man unternimmt Dinge miteinander, man redet miteinander wie man auch mit anderen Freunden redet, und man hat (nicht jedes Mal) 6 miteinander, wenn beide gerade Lust darauf haben. Würde man das + wegnehmen, bliebe noch eine Freundschaft. Romantische Gefühle gibt es keine, Alltag nur so, wie man ihn halt auch in einer Freundschaft miteinander teilt. Meistens besteht keine Exklusivität, d.h. beide daten parallel noch andere, und wenn einer sich verliebt, ist die Freundschaft+ in der Regel auch zu Ende. Für mich ein Fall von nicht gut genug für eine Beziehung, aber gut genug, um es nicht ganz sein zu lassen. Meistens fehlt hier irgendwas, bei mindestens einem von beiden. In der Realität erlebe ich das bei Frauen häufig so, dass sie zwar eine Freundschaft+ haben, eigentlich aber eine Beziehung möchten und hoffen, dass der Mann sich noch mal irgendwann anders entscheidet (was in aller Regel nicht passiert, außer in Hollywood).
d) Beziehung: das große Ganze halt. Romantische Gefühle, 6, schöne Momente, Freundschaft, und eben auch Alltag. Probleme, Sorgen werden besprochen. Man hat täglich Kontakt miteinander, man lernt einander mit allen Schwächen, Fehlern und Macken kennen und kann sich beim anderen komplett fallenlassen. Wenn jemand ein Problem hat oder Hilfe braucht, ist der andere selbstverständlich für ihn da. Üblicherweise wird hier Exklusivität vereinbart, die Grenzen nach außen werden deutlich gesetzt und definiert. Man tritt als Paar auf, auch gegenüber Familie und Freunden. Man lässt den anderen in sein Leben und an seinem eigenen Leben teilhaben. Im Gegensatz zu allen anderen Konstrukten bietet nur die Beziehung die Sicherheit, die die meisten Menschen sich wünschen. Bei den anderen Modellen steht die Freiheit stärker im Vordergrund, deshalb werden sie meistens von Männern präferiert, während die meisten Frauen sich eher die Sicherheit wünschen.
Und ich habe es oft so erlebt, dass viele Frauen Beziehung (er)leben, obwohl sie faktisch nur eine Affäre/Freundschaft+ haben. Ihre Erwartung an den Mann ist aber die Befriedigung ihrer Beziehungsbedürfnisse, was die Männer in dem Fall nicht so sehen, und dann gibt es halt Stress.