hatdazugelernt
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Ein anderer Teil in mir weiß aber, dass ich dermaßen verletzt worden bin, dass ich seitdem Beziehungen generell in Frage stelle und keinen Menschen mehr so richtig nähe an mich lassen möchte. Lieber freundlich distanziert und vorsichtig sein, auf Abstand halten, beobachten. Statt mich 100 % auf jemanden einzulassen und offen für ihn zu sein.
Vielleicht kommt das, weil ich nach 20 Jahren Ehe auf Bullerbü recht unsanft aufgewacht bin. Ich war immer eher die Kuschel- und Händchenhaltetante und so richtig ein Familientier.
Mittlerweile kann ich nicht mal mehr mit einem Mann die ganze Nacht im Bett verbringen, nach kürzester Zeit will ich mit mir wieder alleine sein. Zu viel Romantik und Kerzenschein bringt immer Schnoddrigkeit und Ironie zum Vorschein.
Ich sag immer- oh, im Moment suche ich nach nichts Festem und denke dabei, ob es sein kann, dass man das verlernen kann- das mit jemandem zusammen sein wollen. Und können.
Manchmal denke ich an Zärtlichkeit. Nur so aneinander gekuschelt zu sein. An den Kuss den man sich zur Begrüßung gibt. An das kurz mal Berühren wenn man am Anderen vorbei geht. Und dann stelle ich fest, dass ich ganz schnell etwas Anderes denken will.
Mit einem Kloß im Hals.
Am glücklichsten bin ich mit meinen Stiften und einem Block, abends nach der Arbeit, einem Hörbuch. Katze wär noch nett.
Aber ist das normal?
Sollte ich mich nicht nach jemandem in meinem Leben sehnen?

