Zitat von Sequenz:@whynot
Warum stellst Du diese Fragen, wenn Du das hier
. auch tatsächlich verinnerlicht hast? Vielleicht ist es deutlicher zu erkennen, wenn der Umkehrschluss klar formuliert wird zum Einen und Du in Deinem Fazit nicht einpolig bleibst.
Offensichtlich siehst Du in meinen rhetorischen Fragen irgendeine Art von Widerspruch zu der danach getätigten Aussage, sofern rhetorische Fragen überhaupt zu einem nennenswerten Widerspruch in der Lage sind.
Das hat in mir jedenfalls ein gewisses resonantes Unverständnis ausgelöst. Denn ich kann darin keinen Widerspruch erblicken, nicht einmal, wenn man die rhetorischen Fragen als Behauptungen auffaßt.
Wenn etwa gar kein Echo zurückhallt, es also nicht zu einer Resonanz, sondern zu einer Ignoranz käme, dann spielt es auch keine Rolle, welche Erwartungshaltung ich habe, außer vielleicht im Fall, ich sei taub und blind und könnte gar nicht wissen, ob etwas wahrzunehmen gewesen wäre oder nicht.
Wenn aber nun irgendein Echo zurückkommt, so kann dieses durchaus so deutlich sein, daß meine Erwartungshaltung hier gar nichts filtern kann. Zudem ist die rechte Deutung schwer bis unmöglich. Angenommen, ich frage jemanden ganz freundlich nach der Uhrzeit (und habe die nicht ganz unnatürliche Erwartung, ich bekomme eine ebenso freundliche Auskunft) und derjenige antwortet mit einem zünftigen bayerischen LmaA - dann wird mich auch die eigene Erwartungshaltung nicht über die tatsächliche unfreundliche Reaktion hinwegtäuschen können. Auch läßt sich nicht sagen, inwieferne diese Resonanz etwas mit mir, also dem Sonanten, zu tun hat, oder ob der Betreffende einfach eine sauschlechte Laune hat oder vielleicht mit Menschen grundsätzlich gar nichts zu tun haben will.
Im Übrigen bezog sich die von mir erwähnte Erwartungshaltung nicht auf die Reaktionen einzelner Personen, sondern auf diverse Thesen und Theorien, wie etwa jene, daß es tatsächlich ein Resonanzgesetz gebe zwischen Menschen oder meinetwegen auch einem menschlichen Individuum und dem Universum.
Der Mensch ist durchaus unberechenbar, je nach Persönlichkeit, Laune, aktueller Befindlichkeit usw., und hier selektive Erwartungshaltungen zu haben, wäre von vornherein der Versuch, das Chaos in die Ordnung zwingen zu wollen.
Vielleicht sollte man auch unterscheiden zwischen Resonanz (die immer etwas mit einer Sonanz zu tun haben muß in einer stimmigen Weise), Impuls, Reaktion, Reflex. Wenn ich etwa einen Stein ins Wasser werfe und es entstehen Wellen, ist das ein Impuls, aber keine Resonanz. Zur Resonanz würde es erst, wenn ich den Wellen durch Handbewegungen im Wasser weitere Wellen hinterher- oder entgegenschicken würde. Und mache ich das lange und heftig genug, kann es sogar zur Resonanzkatastrophe kommen (im zwischenmenschlichen Fall vielleicht zu einer Scheidung oder einem Mord).
Wenn man etwa den Fall Kuddel nimmt, so habe ich zwar die Vermutung (die natürlich unbewiesen ist und bleibt), daß er sich vielleicht etwas verirrt hat und nicht einer gewissen Verbohrtheit entbehrt, aber keinesfalls würde ich ihn für einen "bösen" Menschen halten. Gibt es nun dieses allumfassende Resonanzgesetz, dann stellt sich aber die Frage, wie es dann sein kann, daß ihm dennoch Schlimmes widerfahren ist.
(Und dasselbe gilt natürlich für jeden, der hier angelandet ist, was ja nur in den seltensten Ausnahmefälle auf reinen Spaß zurückzuführen ist.)
Dieses Resonanzgesetz impliziert jedenfalls, wie das "Karma", eine fatale Eigenursächlichkeit, im Guten wie im Bösen, so daß man jedem, und sei es ein verhungerndes Kind, die Schuld an jeder Misere aufbrummen kann. Und das halte ich für ziemlich daneben, heißt es doch nichts anderes, als daß grundsätzlich jedes Unglück aus sich selber heraus erschaffen bzw. redlich verdient worden ist.
Zitat von kuddel7591:Schaut mal in Einkaufswagen im Lebensmittelladen. und seht euch denn die "dazugehörigen" Menschen an. unbewusst resonieren sie etwas. was sie selbst gar nicht /mehr) wahrnehmen.
Naja, aber was man selber dann intrinsisch resoniert, muß ja mit dem, was die Einkäufer bzw. Esser resonieren durch ihre Auswahl, in keiner Weise übereinstimmen.
Früher hat man das noch schlicht Vorurteil genannt, heute offenbar Resonanz.
Und was, in dem Fall, wenn jemand für seine Großmutter einkaufen geht, die keine Zähne mehr hat? Dann könnte der Schluß vom Grießbrei auf die Weichei-Persönlichkeit des Käufers ein falscher sein und seine Resonanz auf die irrige Resonanz, so man sie nach außen dringen läßt, könnte womöglich der einer Hartei-Persönlichkeit entsprechen.
Ich glaube, bei dieser Resonanzgeschichte verwechselt Du irgend etwas - auch wenn ich nicht weiß, was es ist.