Guten Abend liebe Mitpatienten!
@GiuliettaV und @Helli
ich danke euch sehr für eure Bärenanalyse!
Ich komme gerade von der Arbeit Heim. Wenn ich wie gestern ernst wirke, heißt das nur, dass ich erschöpft bin. Aber besonders traurig war ich nichtmal gestern, nur ernst und müde. Ihr dürft bitte gerne so viel Klamauk hier treiben, wie ihr wollt.
@GiuliettaV Deine Bärenanalyse beeinhaltet wirklich alles, was ich mir dazu in den letzten Monaten zurecht dachte. Absolut präzise erfasst! Danke!
Ich bin schon etwas traurig, wenn ich sozusagen wiederholt Schluss machen muss weil es alles so nah rückt. Und ich weise ungern zurück. Aber ansonsten besteht das emotional anstrengende für mich darin, genau über dieses Thema wieder tiefer nachdenken zu müssen, so wie Du es heute machtest. Und ich habe etwas ein schlechtes Gewissen, dass Du Dir das hast durch den Kopf gehen lassen weil ich weiß, dass es anstrengt.
Wenn ich allein bin, nix von meinem Ex höre, dann bin ich fast immer ganz bei mir, bei meinen Themen. . .Also kein Liebeskummer, aber manchmal melancholische Momente und Erinnerungen. Aber das ist vollkommen okay so. Mir geht es gut.
Aber wenn ich mir nur vorstelle, meinem Ex nur noch einmal erklären zu müssen, warum wir getrennt sind, was nicht funktioniert, dann sträubt sich wirklich alles in mir! Weil es immer aussichts- und fruchtlose Gespräche waren. Dialog geht nicht mit ihm. Das wäre also die Belastung, ließe ich mich drauf ein, was ich aber nicht beabsichige.
Ich sehe darin sogar was Gutes, denn wenn ich ehrlich bin, war ich früher manchmal verrückt danach, solche Gedanken anzustellen, auch wenn sie mich gleichzeitig quälten. Fast wie eine Sucht war es, wieder und wieder alles durchdenken, analysieren zu müssen, auch in meinen Tagebüchern. Es gefiel mir nicht, dennoch war dann der Mann mein Gedankenfokus.
Beziehung bestand für mich sehr viel in gedanklichen Auseinandersetzungen. Das änderte sich aber schon vor meiner Beziehung zum Bär.
Nun ist es ganz anders. Hätte nie gedacht, dass ich mal so sein werde. Wenn ich ein paar Mal, wie jetzt mit meinem Ex, merke, dass Dinge sich nicht
lösen lassen, egal wie, ob im Gespräch, ob sich Dinge von alleine auflösen usw., dann mag ich nicht mehr. Da sind dann in mir auch kaum noch Gedanken oder so, einfach nur ein- ich will nicht! Um mich dann endlich wieder konstruktiven Gedanken widmen zu können.
Denn dann steht immer was im Wege, so dass es nie zu einer richtigen Beziehung kommt weil man immer nur an den Basics rumschustert und immer erfolglos. Vertrauen, miteinander reden können, Dinge auflösen können.
Das geht mit ihm komischerweise GAR NICHT und das absurde ist, dass es sich bei allen unseren Streitthemen um Lapalien handelte. Also eigtl. nichtmal der Rede wert! In anderen Beziehungen haben wir in einem 5 Min. Gespräch solche Dinge ausgeräumt und fertig.
Es ist selten bei mir so, aber ich hatte nichts an ihm auszusetzen. Es war alles okay für mich. Da gab`s nichts, was mich sehr störte. Das war ja gerade das schöne: endlich mal jemanden wirklich zu mögen, annehmen, schnuppern zu können.
Habe das sehr selten mit Männern. Meistens gibt es irgend was, was ich nicht mag, sei es nur, wie er isst oder weiß der Geier was. Mein Ex hat unmögliche Tischmanieren und frisst eher, statt zu essen. Aber selbst das hatte ich sehr gern! Manchmal mag man sogar die Macken des Partners.
Aber er hat mich am laufenden Band kritisiert. Ich habe an die 2OO+ Kritikmails, die mich innen und außen komplett erfassen. Nichts ließ er aus. Reagierte ich drauf, dann kam`s zum Streit. Auch wenn es mich gar nicht traf, und ich nur erklärte, wie schwachsinnig es sei, mit einer Frau zusammen sein zu wollen, an der man permanent herum mosert. Egal welche Reaktion, auch Schweigen, führte seinerseits zur Eskalation
Am Anfang schrieben wir z.B. sehr viel. Er liebte es sehr, sagte mir, wie ihn die Themen bereichern, dass er meine Sprache mag usw. Dann mit einem Mal bekam er extreme Wutanfälle weil ich mal eine Vokabel benutzte, die ihm missfiel und dann überdeckte das alles andere und er steigerte sich da total rein, wurde ausfallend.
Dann hatte ich halt keine Lust mehr, ihm zu schreiben und ließ es also, war aber auch nicht mehr beleidigt.
2 Wochen später war nun dann das das Problem: niiieee schreibst Du mir! ! ! usw. usf. Wieder große Dramen.
Erklärungen, Gespräche aussichtslos.
Das ist nur ein einziges Beispiel von hunderten! Um euch zu veranschaulichen, wie unsere Probleme aussahen.
Mir fällt tatsächlich kein Bereich ein, den er nicht kritisierte
Interessanterweise kehrte sich alles um: was er zunächst an mir liebte, griff er schließlich an.
Najaaa, vielleicht. kann man mein Resignationsgefühl ihm gegenüber jetzt verstehen?
In mir ist da nur noch ein Schulterzucken, wenn es mir natürlich auch nicht eagl ist. Aber nie zuvor sträubte es sich in mir derartig dagegen, nochmal mit ihm zu diskutieren, ob nun real mit ihm, oder nur gedanklich mit mir allein.
So und nun genug davon. Ist ja nicht auszuhalten! Zurück zu unseren Themen
