Helli
Gast
Zitat von tyto:Ich lebte als junges Mädchen in der Michael Jackson Welt. Weltfremder und lebensunfäigiger kann man ja kaum sein. Aber immer einen fetten Traum in Petto
Das ist soo wichtig
Zitat von tyto:echt interessant! Und etwas Esomäßig!
Aber es passt ja alles!
Ja, etwas esoterisch. Aber ich nehm hier mein Traumdeutungsbuch dennoch öfter in die Hand.
Und ich fand es wirklich erstaunlich passend zu Deinem Traum für Dich, soweit ich weiß
Zitat von tyto:Dennoch kein Zufall, dass die Sieben im Traum unter Deinem Beitrag stand. Du stehst hier also für die Vollkommenheit
Naja, ich seh mich eher als vollkommen unvollkommen
Aber die Sieben ist meine absolute Lieblingszahl
Zitat von tyto:ich verstehe genau weil es bei mir früher genau so war. Aber ich denke, dass eine tiefe Liebe, auch mit Sturmfluten, vielmehr ein sicherer Hafen sein kann, als eine Zweckbeziehung ohne Stürme.
Sichere Hafen ohne Liebe gibt es viele. Das löst so viel Unsicherheit aus! .
Ein falscher Schritt innerhalb des Regelsystems und die Liebe wird angezweifelt.
Ja, toll geschrieben, Du schöner Geist. Noch dazu wird über das individuelle Regelsystem ja kaum gesprochen. Sturmfluten sind da wie die Wechsel der Gezeiten, unabänderlich.
Zitat von tyto:Und diese ewige Liebe wird wohl etwas anders aussehen, als der jeweilige Zeitgeist ihn sich vorstellt. Heute ist Liebe ja auch ganz stark mit ewiger S Leidenschaft und s Treue verbunden und meinem Eindruck nach recht egozentrisch. Nur ich und Du. Überall Anregungen wie man die Leidenschaft aufrecht erhält, nebst Rezepten für ewige Jugend.
Damit hast Du den aktuellen Zeitgeist sehr gut getroffen, danke!
Zitat von tyto:Ich glaube einfach nicht, dass alle Gefühle im endeffekt nur im Dienst des sozialen oder biologischen Überlebens stehen.
Nein. Niemals.
Zitat von tyto:Es ist sozusagen eine Chance, das beste im Menschen zu sehen.
Zitat von tyto:Und ich denke, dass in uns allen die Sehnsucht danach steckt, eine feste Heimat unter Menschen zu haben. Heute reduziert sich das meistens auf eine Kleinfamilie. Daher werden 3 existenzielle Bereiche stark verknüpft. Man ist sozial aufeinander angewiesen und möchte sich tief lieben und seine Triebe lieben. Natürlich gehört Verantwortlichkeit für den geliebten Menschen unbedingt mit zu einer Liebesbeziehung, aber ich halte es für problematisch, diese 3 Dinge nur in einem Menschen finden zu wollen.
Ja, diese große Sehnsucht ist Sicherheit?
Ich vermute, der Zeitgeist verstärkt das Bedürfnis nach Sicherheit, das ja in jedem Fall auch menschlich ist, das sieht man auch an anderen aktuellen Entwicklungen. Die Zahlen der Eheschließungen steigen auch wieder. Die Ehe als Konstrukt verspricht diese soziale Sicherheit. Aber eben nicht die Liebe. Liebe unter diesem Verständnis kann vielleicht gar nicht dauerhaft sein? Als soziales Konstrukt ist sie immer dynamisch.
Zitat von tyto:Weil er aber nicht nur mein Liebster ist, sondern zugleich meine Familie, mein soziales Zuhause, entstehen starke Ängste, meine Welt droht zusammen zu brechen. Um was kämpfe ich in diesem Moment eigentlich? Um diese Liebe? Um meine Sicherheit? Kann ich mit diesen starken Ängsten überhaupt noch meine Liebe wahrnehmen?
Wesentliche menschliche Bedürfnisse wie das nach Liebe, sozialer Sicherheit und Triebbefriedigung sind heute aneinander gebunden und da kann es ja nur knallen
Ich vermute stark, daß sich diese Fragen in dieser Differenziertheit wenige in Liebeskrisen stellen. Es könnte auch daran liegen, daß Angst solche starken Gefühle erzeugt, daß diese alles überlagern. Wenn sich jemand beklagt: Er/sie liebt mich nicht mehr, dann ist das vielleicht auch eine Frage der Wahrnehmung.
Grundsätzlich vermute ich auch, daß durch den Wegfall der Religion als verordnete Spiritualität diverse Ersatz-Religionen geschaffen worden sind, Essen ist da neben der Liebe auch gerade etwas aktuelles.
Interessant, fällt mir dabei gerade auf, beides eher körperliche Betrachtungen.
Daß dieses Buch über den Darm ein Verkaufsschlager war, machte mich jedenfalls fassungslos.
Alles "Überirdische" ist in der ach so rationalen, vernünftigen Welt verpönt. Und wie es eben so ist: Was verboten ist, wird übermächtig und treibt seltsame Blüten.
Danke Tyto, Deine Gedankenanregungen werden mich weiter beschäftigen

