Liebe @Helli
Zitat:Naja, nicht brauchen...es gab mal eine Zeit als Backfisch, da habe ich mich mit meinem schon damals sehr abstrusen Musik- und Kunstgeschmack isoliert gefühlt. Aber dies und meine ganze Trucker- und Fischlokal-Sippe hat mir inzwischen soviel Selbstvertrauen, -wertgefühl usw. geschenkt und verliehen, heute ist es ok. Ein Gefühl der Einsamkeit kenne ich nicht, das hatte ich aber auch früher nicht. Es war eher abgeschnitten sein und ich meinte, vielleicht solle man irgendwo dazugehören? Wie das so ist mit 17 Jahr und langem Haar (träller

).
ich verstehe. Meinte es aber etwas anders. Einsam fühle ich mich auch nie und hatte nie den Drang, irgend einer Gruppe anzugehören einfach nur, um eben einer Gruppe anzugehören

War aber früher seeeehr sozial und immer von Leuten umgeben. Und ziehe das heute noch an, obwohl ich viel zufriedener bin, seitdem ich eher einzelgängerisch umher schwirre.
Ich meine eher ein Gefühl, in der Tiefe wirklich Gleichgesinnte zu haben. Oder auch Gleichklingende
Das brauche ich schon.
Habe oft im Alltag das Gefühl, mit Menschen an der Oberfläche gut auszukommen. Wird es etwas näher, hapert es. Nicht so sehr wegen unterschiedlicher Lebensführungen, Einstellungen usw., es fehlt mir einfach der Gleichklang.
Eben mal wieder plakativ erlebt, wie es meistens bei mir abläuft: ich ziehe ganz schnell Menschen an. Ob bei der Arbeit, Einkaufen, Biblio. Schwups sitzt jemand neben mir und ist ganz interessiert. Und sobald die Leutchen mehr von mir hören, kommt so ein Ausruf, wie anders, weltfremd etc.. ich doch sei. Dass das alles so doch nicht geht usw. Übrigens fast immer wohlwollend geäußert. Gleichzeitig weichen sie mir nicht mehr von der Seite, wenn ich es zulasse. Da frage ich mich halt, wieso sucht man Nähe zu jemandem, an dem man alles seltsam und veränderungswürdig hält?
Also eben: zwei junge Männer sprechen mich an. Ganz nett, aber definitiv uninteressant für mich. Wir habenvielleicht3 Sätze gewechselt, da kommen sie aus dem Staunen nicht mehr raus, lachen fassungslos und beginnen auf mich einzusabbeln "Aber so geht das doch nicht!" usw. usf.

In diesem Fall weil der eine immer zwischen deutsch und englisch switchte und ich ihn bat, nur deutsch zu sprechen. Er ist auch Deutscher, aber ist jobbedingt in einer Welt unterwegs, in der Englisch und auch diese ganzen Fachbegriffe gang und gäbe sind. Ich hab das alles auch auf Deutsch nicht verstanden. Kein Wort. Einfach fremde Welt für mich. Übrigens auch völlig uninteressante Welt. Das konnte der Typ alles nicht fassen. Ich sagte nur noch "Ich habe einfach andere Prioritäten als Du." Er "Ja aaaber. . ., man muss doch! Blub"
Ich brach das Gespräch ab und die beiden hefteten sich an mich, plauderten entzückt-entgeistert über mich. So in etwa "Hahaha, kann das wahr sein?! Ist sie nicht süß?!" BlubBlub. Und hinter mir her. Bitteeee wiedersehen usw. Nein danke!
Das war jetzt die sehr dumpfe Version, aber sowas erlebe ich oft und bin nur noch am Abwinken. Es strengt mich an. Frauen begegnen mir auch so, nur meistens etwas feinfühliger und ohne Missionierungsdrang.
Der Gag: kurz zuvor hatte ich in der Biblio. ein Buch von Sloterdijk ausleihen wollen, von dem Whynot mal erzählte. Stand aber nicht im Regal. Fand statt dessen von Slotti "Weltfremdheit", las rein, klang spannend. Hab`s aber zurück gelegt weil ich gerade nicht ganz so viel Zeit zum lesen habe.