Zitat von megan:verkennst du hierbei nicht, dass es allerorten vor meinungen nur so wimmelt?
Zitat von Helli:Jedenfalls ist man, wie megan ja auch schrieb, von Meinungen umzingelt und zumindest bei dem allergrößten Blödsinn sollte man doch widersprechen, auch wenn man weiß, es könnte "falsch" sein. Die anderen Menschen, vorallem die "meinungsstarken" denken vermutlich nicht so weit; aber darob kann man so manchen Irrsinn ja erst recht nicht stehen lassen.
Nein, hier verkenne ich durchaus nichts. Aber was bedeutet das? Wenn man von Meinungen umzingelt ist, so muß man auch selber eine haben?
Das wäre dann ja dasselbe wie: Wenn man von Flammen umzingelt ist, muß man selber in Flammen aufgehen. Man frage einmal einen Stein, ob das gar so sinnvoll ist

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Zudem sollte man eines bedenken: Wenn man der Meinung eines Meinenden eine andere, meinetwegen auch eigene Meinung gegenüberstellt (oder auch nur einzelne Gegenargumente), so verändert oder schwächt das ja nicht diese (falsche, irrige) Meinung, sondern stärkt sie im Gegenteil und vertieft und verankert sie nur noch mehr. Ein Abgeirrter, so es einen solchen tatsächlich gibt, sucht ja gerade im Fall eines "Angriffs" immer nur nach noch mehr Waffen zur Verteidigung seines Irrsinns. Und wenn er nicht ganz blöd ist, wird er die auch finden.
Hätte man tatsächlichen den mutigen Ehrgeiz, den Geschädigten von seiner Meinung kurieren zu wollen, so dürfte man sie nicht angreifen und kritisieren, sondern müßte sie im Gegenteil noch potenzieren (quadrieren, zumindest)! Sagte also jemand meinetwegen, weil es gerade ins Forum paßt, im Fall eines "Betruges" gäbe es als Konsequenz nur die Trennung, so müßte man darauf etwa erwidern: Nein, die einzig richtige Konsequenz sei die Ausrottung der ganzen Betrügersippe. Geht ihm dann kein Licht auf, so wird ihm auch keines mehr aufgehen.
Außerdem halte ich es in meiner großzügigen Bösartigkeit auch nicht für erstrebenswert, jemand von einer Meinung zu heilen. Denn der selber leidet ja daran und trägt durch sie eine Bürde mit sich herum, die ihn zuletzt nur niederdrücken kann bis zum Plattfisch. Und je platter er schon ist, um so schwerer wird er zu tragen haben.
Ich vertraue darauf, daß allem ohnehin eine gewisse Gerechtigkeit innewohnt, und meine Erfahrung ist die: Je verbissener, intoleranter und besserwisserischer er ist, um so zerstörter und unglücklicher ist er auch. (Man denke etwa an Taliban (auch an solche des Geistes), *beep*, Trumpwähler ... hat man darunter schon irgendwo einen Lebensfrohen entdeckt?).
Zitat von Helli:Du wohnst ja im Wald, nä? Ich wohne in einer ziemlich großen Stadt und da begegnen mir immer wieder schöne Menschen, die teils sogar auch noch hübsch sind. Mich zu Hause verbarrikadieren ist derzeit keine Option.
Mal ganz abgesehen von allen anderen Sinnes-Quellen.
Ja, stimmt, ich wohne im Wald.
Aber bisweilen komme ich notgedrungen ja auch in ein Städtchen, sehe aber auch da nichts, das etwas in mir in Wallung bringen könnte. Du kannst Dir das so vorstellen: Wenn Du durch die Stadt gehst, wirst Du vermutlich keine Autos, Hydranten, Postkästen usw. wahrnehmen, obwohl sie doch da sind.
Zitat von Helli:Mir erschließt sich das auch nicht. Die von Dir geschilderte Frau war wohl auf der Suche nach etwas anderem.
Ich glaube, sie hat schon das gefunden, was sie gesucht hat: Nämlich Gründe für ihre Depression.
Machen das nicht alle so? Also nach Gründen zu suchen und sie auch zu finden, komme, was wolle?