Zitat von Karina14:dass was ich hier mit Worten verkleide ist die Hoffnungslosigkeit der Damen, die an dir vorüberziehen.
Würde ich sie, trotz Deines betörenden Gesangs, nicht vorüberziehen lassen, wäre ihre Hoffnungslosigkeit ja gleich eine noch größere! An erster Stelle der Selbsterkenntnis sollte immer die Frage nach der eigenen Zumutbarkeit stehen.
Glaube mir - sie vorbeiziehen zu lassen ist ein gutes Werk!
Auf irgendeine Weise sollte ja jeder zu Lebzeiten Himmelspunkte sammeln.
Zitat von VollVer-liebt:Aus meiner Sicht gibt es mehrere Herangehensweisen. Die einen füllen sich mit Erklärungen, die andren mit Leere. Und dann die Gruppe die gar keinen Ausgleich sucht. Sie leben ihr Leben ohne Seele. Oder ohne Kontakt zur eigenen Seele?
Also so kann ich das nicht sehen, auch wenn es auf manche sicher zutrifft.
Ich z. B. fülle mich weder mit Erklärungen noch mit Leere, kann aber auch nicht sagen, daß ich keine Seele hätte oder keinen Kontakt zu ihr.
Sondern vielmehr kommt es doch darauf an, das, was man erlebt, auch wirklich zu erleben und nicht lediglich wie eine Fata Morgana, die einen nichts angeht, wie einen zufälligen Irrtum, der an einem vorbeizieht. Das Leben selber ist doch schon Fülle - außer, man bekommt davon gar nichts mit, weil man nur gedanklich beschäftigt ist, vielleicht mit dem Ausgraben von Gründen oder dem Anschmachten der Vergangenheit oder der Furcht vor der Zukunft.
Zitat von VollVer-liebt:Ich persönlich bin ja für die Befreiung der Sprache und des Denkens.
Du solltest nicht einfach dafür sein, sondern es tun! Wenn das diesem und jenem nicht paßt, würde ich das als sein Problem ansehen

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Zitat von megan:in diesem willen zur perfektion, die es nicht gibt (was du nicht bestreitest ), liegt ein risikopotetial
dir ist gar nicht aufgefallen, was du da kreirt hast
ich meine, solange wir hier am virtuellen lagerfeuer sitzen und uns zuhören, kein problem
aber was, wenn das wegfällt
Wie soll ich sagen? Es liegt sozusagen in meiner Natur, möglichst punktgenaue Wörter zu kreieren. (Die Sprache ist gewissermaßen mein eigentliches Einsiedler-Etablissement

.) Und ich mache das durchaus sehr bewußt, allerdings ohne das Risiko zu scheuen.
Und was hat das mit dem virtuellen Lagerfeuer zu tun? Meinst Du, an einem Lagerfeuer im RL wage ich nichts zu sagen? Was denkst Du, für welche Aufregungen ich bisweilen gesorgt habe, als ich noch unter den Menschen gewandelt bin mit meinem impertinenten, an allen gemütlichen Nerven sägenden Widerspruchsgeist, vor allem gegen alles, was so hoch und heilig ist, daß es nicht einmal ein gestandener Esel für viel Geld oder Möhrensaft tragen würde.
Also keine Sorge - vor mir ist man an keinem Lagerfeuer sicher!
Zitat von megan:ob man/frau tatsächlich die freiheit hat sich für oder gegen lebensverweigerung zu entscheiden, weiß ich natürlich nicht
Ich weiß das auch nicht. Aber offensichtlich gelingt es einigen ganz gut!
