Zitat von VollVer-liebt:Ich glaube, um wahrzunehmen (achtsam zu sein) bedarf es einer gewissen Leere. Im Innen und oder Außen. Solange man angefüllt ist mit und abgelenkt durch Angst, Hetze, Verkehrslärm, Kaufhausmusik, Stress mit der Ex,... ist oft gar kein Raum für bewusstes Wahrnehmen.
Naja, ich würde das eben nicht als Leere verstehen, sondern als Bewußtheit, die sich auf den Augenblick bezieht.
Damit hast Du aber natürlich recht, daß inmitten des Alltags und der Hektik oft gar kein Platz ist für bewußtest Wahrnehmen. Aber ich habe den Eindruck, viele schrecken davor auch zurück oder können es einfach nicht, weil sie gedanklich mit allem, aber nie mit dem, was gerade ist, beschäftigt sind.
Solche Augenblicke der völligen Bewußtheit, des echten Zusammenfallens von Erleben und Bewußtsein, kommen üblicherweise ja nur selten vor, besonders etwa, ich kann mir nicht helfen, beim O. An diesem Punkt läuft alles sozusagen in eins zusammen, und die Bezeichnung "Der kleine Tod" ist ein sehr treffender!
Zitat von VollVer-liebt:Warum lauwarm? Warum nur Triebe?
Ich hatte spät mein erstes Mal - ein wunderbarer ONS - , ich mag meinen Körper, ich kann Menschen lieben ohne mit ihnen eine Partnerschaft haben zu wollen. Für mich war S. nie eine so furchtbar ernste Angelegenheit. Es dient bei mir nicht der Fortpflanzung, ich sehe in meinem Körper keinen unantastbaren Tempel.
Wenn ich mich hingebe, leidenschaftlich bin, offen bin, dann ist das ein Geschenk, kein Benutzen. Es ist bisweilen (nicht immer, manchmal geht es auch klar um Triebe) eine Art philosophischer Akt.
Wunderbar gesagt!
Das halte ich für die so ziemlich beste Einstellung, die man nur haben kann. Ich habe mein ganzes Leben lang nie begriffen, was nun an S. eigentlich dieses Todernste sein sollte, als wäre es geradezu das Gegenteil eines Vergnügens.
Manchmal habe ich das Gefühl, dieses Phänomen tritt vor allem bei jenen auf, die sonst nichts zu bieten haben und daher eine durchaus angeborene Natürlichkeit zum Heiligsten erheben müssen. Somasozialisten sozusagen

.
@Tempi-Gast
Nun hast Du auch endlich einmal meinen Musikgeschmack getroffen!
Zitat von VollVer-liebt:Ich lese im Forum ja immer abharken.
Das ist mir auch schon aufgefallen - mit dem Hacken und Haken und Harken scheinen manche ihr Schwierigkeiten zu haben

. Dabei würde in diesem Fall ja sogar schon eine deutliche Sprache genügen, um den Unterschied zu merken.
Aber nachdem Du das durchgeharkt hast, kann man es wohl abhaken oder gleich ganz abhacken.
Zitat von leilani1801:Bei mir ist es aktuell so, dass ich alles in diesem Bereich als eine Art Zeitfresser sehe. Finde es meistens anstrengend und nervtötend und es gibt doch so viele andere Dinge mit denen man seine Zeit verbringen kann, die bereichernd sind und einen weiterbringen.
Auch dem kann ich nur zustimmen! Es gibt sehr vieles, das einen zumindest ein Zipfelchen an Seligkeit erhaschen läßt.
Zitat von woodstock:whynot und ich haben viele gemeinsamkeiten, hütte am waldrand, liebe zur natur, effiziente energiegewinnung, ressourcenausschöpfung, klospülung z.b. mit regenwasser, ebenso die bewässerung und auch reinigungsmaßnahmen wie fassade oder natursteinpflaster, kleines windrad auf dem dach, (keine solaranlage) usw, fleisch und gemüse vom nachbarhof, oder er streckt selbst ein stück, also, ich bin der meinung, alles easy
Ja, da sehe ich auch so. Bei einer etwas großzügigeren Betrachtung finden sich so einige Gemeinsamkeiten. (Sogar, zu viel früheren Zeiten, eine Bäckersfrau

.)
Nur das eine ganz gewiß nicht: Ich strecke kein Stück! Das käme mir nicht einmal im Notfall in den Sinn!
Heute oder gestern habe ich übrigens von einem Jäger gelesen, der vom Saulus zum Paulus geworden ist, also zum strikten Jagdgegner (und Veganer gleich noch dazu). So etwas lobe ich mir! Vielleicht könntest Du Dir den zum Vorbild nehmen!
