Zitat von leilani1801:Es ist sogar wichtig, dass die Wildbestände in den Wäldern kontrolliert werden, ansonsten würden vielerorts die Bestände in astronomische Höhen schießen.
Und davon abgesehen ist auch nicht jeder Mensch dazu gemacht als Vegetarier oder Veganer zu leben. Ich könnte das bspw. gar nicht aufgrund diverser Allergien und Unverträglichkeiten.
Ja, daß er Mensch notfalls auch ein Fleischfresser ist, da er eben ein Allesfresser ist, bestreite ich ja nicht.
Allerdings scheinst Du Dir von der Jagd etwas gar zu romantische Vorstellungen zu machen, in dem Sinne vielleicht, daß der edle Wildschütz in wackerer Jagd ein Stück Wild erlegt und es dann seiner Liebsten nach Hause bringt, damit sie und die Kinder etwas zu essen haben. Aber darum geht es halt absolut nicht. Sondern es geht ums Auflauern, Schießen und Töten, um die Spannung dabei, und, wo möglich, um die "Trophäe". Das ist die Mentalität der Jäger, und nicht vielleicht die Absicht oder gar Not, etwas zu essen zu beschaffen. Du wirst ja nicht meinen, daß etwa Auerhähne, Birkhähne, Krähen, Schnepfen, Fischreiher, Füchse, Marder, Wiesel (früher auch Greifvögel, Eulen, Wasseramseln usw.) oder gar Elefanten, Giraffen, Löwen, Leoparden, Gazellen, Bären usw. zwecks Nahrungsbeschaffung umgebracht und teilweise sogar ausgerottet werden. Ganz zu schweigen von Haustieren, die ja auch abgeknallt werden ("zum Schutz des Wildes" natürlich).
Und was Dein Argument betrifft, die Wildbestände müssen kontrolliert werden (das gängigste Jägerargument), weil ansonsten alles ausufern würde: Abgesehen davon, daß das durchaus unrichtig ist, müßte man zumindest aber auch die Gründe dafür anführen, nämlich daß die wackeren Jagdgesellen jede "Konkurrenz" ausgerottet haben oder, wo das nicht gelingt, fortwährend dezimieren, auch Kleinstkonkurrenten wie Füchse, Dachse, Marder und (früher) Greifvögel aller Art, von Wölfen, Luchsen, Bären gar nicht zu reden.
Wie es heute ist, weiß ich nicht, aber seinerzeit sind dazu auch Fangeisen aufgestellt worden, an lebenden Tieren (auch Katzen) abgerichtete Hunde wurden in Fuchs- und Dachsbaue gelassen, die Baue dieser Tiere wurden vergast, oder es wurden Lebendfallen aufgestellt unmittelbar vor dem Ausgang, wenn die Füchse Junge hatten - wenn die Jungen dann in der Falle saßen, wurden sie an den Hinterbeinen herausgezogen und mit einem Knüppel erschlagen, weil eine Kugel für die Tötung zu teuer gekommen wäre.
Oder es wurde ein Uhu mitten auf einer Wiese auf einen Stock gesetzt (angebunden natürlich), um Krähen und Greifvögel anzulocken, die dann vom Himmel geschossen wurden.
Auch heute gibt es noch Treibjagden und Jagdgatter. Oder es werden Fasane und Rebhühner, die extra dafür gezüchtet werden, in Kisten zum Jagdplatz transportiert und vor der versammelten verwegenen Jägerschar freigelassen, um ganz einfach abgeschossen werden zu können.
Und von solchen Geschichten gibt es noch unzählige.
Zudem: Jeder Wildbestand reguliert sich von selber, dazu bedarf es nicht einmal eines Raubwildes. Weil Tiere bestimmte Reviere haben, das Nahrungsangebot, speziell im Winter, begrenzt ist, sich die Vermehrung den Verhältnissen anpaßt und es allein aus diesen Gründen zu einer Entgleisung gar nicht vorkommen kann, wie das beim Menschen der Fall ist.
Für mich ist die Jagd eine eindeutige Perversion, darüber braucht man gar nicht zu diskutieren, und daß sie nicht längst verboten ist, liegt einfach daran, daß auch die maßgebliche Upperclass üppig davon durchseucht ist.
Jagd und Jäger bzw. die Mentalität dahinter sind jedenfalls etwas Unwürdiges und Abartiges, das nachhaltig bekämpft werden muß. Und das mache ich eben auch mit den mir zur Verfügung stehenden (legalen) Mitteln. Ich fühle mich ganz einfach nicht nur gegenüber anderen Menschen verantwortlich, sondern gegenüber allen Lebewesen.
Steter Tropfen höhlt hoffentlich auch in dieser Angelegenheit den Stein. So wie es zum Glück auch mit anderen menschlichen Ausartungen schon geschehen ist.